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USA Mehrere Opfer bei Schusswaffenangriff in Texas

In Texas hat es bei einem Schusswaffenangriff mehrere Tote gegeben. Der Schütze hat einen Post-Transporter gekapert und wahllos auf Passanten geschossen.
Update: 01.09.2019 - 09:40 Uhr Kommentieren
Amokschütze in Texas von Polizei getötet
Amokschütze in Texas von Polizei getötet

Amokschütze in Texas von Polizei getötet

Odessa Nach einer Verkehrskontrolle hat ein Schütze im US-Bundesstaat Texas mehrere Menschen getötet und 21 weitere verletzt. Der etwa Mitte 30 Jahre alte Weiße wurde danach auf dem Parkplatz eines großen Kinos in Odessa/Texas erschossen, wie die örtliche Polizei am Samstagabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz erklärte. Unklar war zunächst, ob der mutmaßliche Täter zu den von der Polizei genannten fünf Toten gehört.

Der Angriff hatte laut Polizei mit einer normalen Verkehrskontrolle begonnen, bei der der Verdächtige plötzlich das Feuer auf einen Polizisten eröffnete. Danach sei er weiter von Midland nach Odessa gefahren, habe weiter um sich geschossen, dann sein Auto abgestellt und einen Lieferwagen der Post gekapert. Auf der weiteren Fahrt habe er sein blutiges Treiben fortgesetzt. Insgesamt wurden unter anderem drei Polizisten verletzt.

Wie das Krankenhaus in Odessa mitteilte, war unter den Verletzten auch ein erst 17 Monate alter Junge, dem der Täter ins Gesicht geschossen habe. Es gebe nach bisherigem Erkenntnisstand nur einen Schützen, die Ermittlungen dauerten aber noch an, erklärte die Polizei. Das Tatmotiv war auch Stunden nach dem Verbrechen unklar.

US-Präsident Donald Trump schrieb auf Twitter, Justizminister William Barr habe ihn über den Vorfall informiert. Auch die Bundespolizei FBI befasse sich mit dem Fall. Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, verurteilte den Zwischenfall als „sinnlosen und feigen Angriff“. Er werde nicht zulassen, dass Texas von „Hass und Gewalt“ überzogen werde, erklärte er.

In den USA, wo Waffen in der Regel sehr leicht zu kaufen sind, kommt es immer wieder zu Fällen, in denen Schützen in Schulen, Einkaufszentren oder an anderen öffentlichen Orten auf Passanten feuern.

Tausende Menschen sterben jedes Jahr infolge von Schusswaffengebrauch. Erst Anfang August hatten zwei Schützen in El Paso (Texas) und in Dayton (Ohio) mit Sturmgewehren Blutbäder angerichtet – insgesamt wurden damals 31 Menschen getötet und zahlreiche verletzt.

Die Gewaltverbrechen in El Paso und Dayton führten zu neuen Debatten über das Waffenrecht in den USA und dessen Reform. Zahlreiche Politiker fordern eine drastische Verschärfung der Regeln für den Verkauf von Schusswaffen – darunter mehrere Präsidentschaftsbewerber der Demokraten.

Der Republikaner Trump, dessen Partei enge Beziehungen zur mächtigen US-Waffenlobby pflegt, äußerte sich zunächst nicht zu der Tat in Texas. „Genug. Wir müssen dieser Epidemie ein Ende setzen“, forderte hingegen der wohl aussichtsreichste Präsidentschaftsbewerber der Demokraten, Joe Biden. Ähnliche Worte wählte seine parteiinterne Konkurrentin Kamala Harris: „Ich habe es satt. Amerika hat es satt. Wir müssen handeln.“

Die politischen Reaktionen verliefen dabei ziemlich exakt entlang der Parteilinien: Während viele Demokraten ihre Mitleidsbekundungen mit der Forderung nach einer Reform des Waffenrechts verknüpften, beschränkten sich republikanische Politiker zumeist aufs Kondolieren.

Im republikanisch regierten Texas sind die Waffenregeln noch lockerer als in den meisten anderen Bundesstaaten. Auf Twitter wurde Gouverneur Abbott prompt mit einem Tweet vom Oktober 2015 konfrontiert.

Damals hatte er auf seinem persönlichen Account geschrieben, er sei „beschämt“ darüber, dass Texas bei der Statistik zu neuen Waffenkäufen USA-weit Platz zwei hinter Kalifornien belege. Seine Schlussfolgerung damals: „Lasst uns einen Zahn zulegen, Texaner.“

Mehr: Der US-Präsident legt in der Debatte um schärfere Waffengesetze den Fokus auf die mentale Gesundheit. Er bringt die Wiedereröffnung von Psychiatrien ins Spiel.

  • dpa
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