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Die als mutmaßliche Spionin enttarnte Russin Maria Butina hat sich mit der US-Justiz offenbar auf einen Deal geeinigt.

(Foto: Reuters)

USA Mutmaßliche russische Agentin hat scheinbar Deal mit US-Staatsanwälten

Jahrelang soll eine russische Spionin in der US-Botschaft in Moskau gearbeitet haben. Dann wurde sie festgenommen. Nun legen Gerichtsunterlagen nahe, dass ihr Fall als „geklärt“ gilt.
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WashingtonEine als mutmaßliche Spionin enttarnte Russin hat sich mit der US-Justiz offenbar auf einen Deal geeinigt. Das legt ein Gerichtsdokument vom Montag nahe, in dem Bundesstaatsanwälte den Fall Maria Butina als „geklärt“ bezeichneten. Gemeinsam mit deren Anwalt reichten sie demnach einen Antrag auf Änderung des Plädoyers der Beschuldigten ein. Details über die angebliche Klärung wurden nicht genannt. Für den kommenden Mittwoch wurde eine Anhörung angesetzt.

Die Staatsanwälte in Washington werfen der 30-jährigen Butina vor, für den Kreml geheime Informationen über amerikanische Funktionäre sowie politische Organisationen gesammelt zu haben. Über Kontakte zur mächtigen US-Waffenlobby NRA habe sie dabei versucht, Beziehungen zu amerikanischen Politikern aufzubauen.

Den Auftrag soll sie direkt von einem früheren russischen Abgeordneten bekommen haben, den das US-Finanzministerium wegen mutmaßlicher Verbindungen zu Kremlchef Wladimir Putin mit Sanktionen belegt hat.

Konkret lauten die Vorwürfe gegen Butina auf Verschwörung und Agieren als unregistrierte ausländische Agentin für Russland. Sie wurde im Juli festgenommen. Butinas Anwalt argumentierte, sie sei nur eine an amerikanischer Politik interessierte Studentin, der es um die Verbesserung der Beziehungen zwischen Washington und Moskau gehe.

Bereits seit Wochen hatten Staatsanwaltschaft und Verteidigung in Gerichtsakten indes angedeutet, dass sie verhandelten und eine mögliche Verständigung im Strafverfahren näher rücke. Die Vorwürfe gegen Butina haben nichts mit der Untersuchung von Sonderermittler Robert Mueller über eine russische Einmischung in die US-Wahl 2016 zu tun.

Butina stammt aus der sibirischen Region Altai, hat dort in der Bürgerkammer, einer zivilgesellschaftlichen Einrichtung, erste praktische Erfahrungen als Pressechefin gesammelt. Besonders erfolgreich sei sie nicht gewesen, erinnert sich ein Bekannter aus Barnaul, der Butina dem Handelsblatt als „aktive, ambitionierte junge Frau, die zuerst an ihre Karriere denkt“, beschrieb.

Erst in Moskau ging Butinas Weg aufwärts. Dort immerhin konnte sie als Assistentin des Senators Alexander Torschin Fuß fassen. Torschin ist inzwischen Vizezentralbankchef und steht auf der schwarzen Liste der USA.
Beide eint wohl ihr Faible für Waffen. Das Recht auf Waffenbesitz hat Butina auch in den USA, wohin sie 2016 mit Studentenvisum ging, propagiert. Sie engagierte sich daher vor allem in rechtskonservativen Kreisen rund um die Waffenlobby NRA und traf dort auch Trumps Sohn Donald jr. einmal. 2015 fragte sie auf einer Wahlkampfveranstaltung Donald Trumps nach den Russland-Sanktionen.

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