USA-Nordkorea-Konflikt Nordkorea droht mit Vergeltung

Der Streit zwischen den USA und Nordkorea droht zu eskalieren. Die Führung in Pjöngjang droht mit „härtesten Gegenmaßnahmen“, sollte die USA sie angreifen. China und Russland rufen zur Mäßigung.
Update: 15.04.2017 - 08:58 Uhr Kommentieren
Der nordkoreanische Machthaber verdeutlichte zuletzt, nicht von seinem Kurs abrücken zu wollen. Das sorgt für geopolitische Unsicherheit. Quelle: dpa
Kim Jong Un

Der nordkoreanische Machthaber verdeutlichte zuletzt, nicht von seinem Kurs abrücken zu wollen. Das sorgt für geopolitische Unsicherheit.

(Foto: dpa)

Washington/PekingNordkorea hat den USA mit Vergeltungsmaßnahmen gedroht, sollten sie ihre Provokationen“ gegen das kommunistisch regierte Land nicht einstellen. Die „militärische Hysterie“ der Regierung von Präsident Donald Trump habe eine „gefährliche Phase erreicht, die nicht länger übersehen werden kann“, hieß es in einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA am Samstag. „Unsere härtesten Gegenmaßnahmen gegen die USA und ihre Vasallen-Kräfte werden in einer solch gnadenlosen Weise ergriffen, dass sie ein Überleben der Aggressoren nicht zulassen.“

Gleichzeitig präsentierte das Militär auf einer Parade anlässlich des 105. Geburtstags von Staatsgründer Kim Il Sung offenbar neue Langstrecken- und U-Boot-gestützte Raketen. Derweil nahm ein nukleargetriebener US-Flugzeugträger samt Flottenverband weiter Kurs auf die Region.

Ausgerechnet China ruft im Nordkorea-Konflikt angesichts der Machtdemonstration der USA und Drohungen aus Pjöngjang zur Zurückhaltung auf. Es dürfe nicht so weit kommen, dass die Spannungen ein „unumkehrbares und nicht zu beherrschendes Stadium“ erreichten, sagte Außenminister Wang Yi am Freitag in Peking. Gleichzeitig geht China auf Distanz zu Nordkorea. Die staatliche Fluggesellschaft Air China hat ihre Flüge von Peking nach Pjöngjang gestrichen. In Berichten staatlicher Medien hieß es am Samstag, das sei eine wirtschaftliche Entscheidung aufgrund geringer Flugbuchungen. Eine am Samstag erreichte Mitarbeiterin einer Buchungs-Hotline sagte, es werde im April keine Flüge nach Pjöngjang geben. Laut Flugplan werde die Verbindung wieder im Mai, Juni und Juli bedient. Tickets dafür könnten jetzt aber noch nicht gekauft werden.

Hier inspiziert der Diktator noch persönlich
Auf einer Früchtefarm
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In Nordkorea kommt der Machthaber noch persönlich vorbei...

In der Lagerhalle
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...um die Ernte zu inspizieren. es scheint so, als gebe es wenigstens Äpfel im Überfluss.

Bei der Kotrolle
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Wie viel das Land produziert, ist nicht bekannt, auch nicht, ob es die Bevölkerung versorgen kann.

Taedonggang Früchte Farm
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Das Foto einer anderen Farm lässt im Hintergrund erahnen, wie groß die Anbaufläche sein muss.

Zu Besuch
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Zu kaufen gibt es jedenfalls fast alles auf den Märkten, doch leisten kann sich das im sozialistischen Staat nur, wer Geld hat. Und das sind die wenigsten.

Farm No. 1116
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Auf Farm Nr. 1116 kontrolliert Kim Jong Un den Mais höchstpersönlich.

Beim Rundgang
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... umgeben von seinen Militärberatern.

Seit das US-Militär mit Bombenabwürfen in Syrien und Afghanistan eingegriffen hat, wachsen die Sorgen, Präsident Donald Trump könne ähnliche Pläne für Nordkorea hegen. Er hat bereits den Flugzeugträger „Carl Vinson“ in die Region um die koreanische Halbinsel beordert. Ein Vertreter der US-Regierung wies aber einen Bericht über die Vorbereitung eines Präventivschlages gegen Nordkorea zurück. Allerdings gibt es auch Befürchtungen, Nordkorea könnte einen sechsten Atomwaffentest oder neue Raketentests unternehmen. Der „Tag der Sonne“, der 105. Geburtstag des Staatsgründers Kim Il Sung am Samstag, könnte dafür einmal mehr Anlass sein.

Neben China mahnte auch Russland zur Mäßigung. „Wir rufen alle Länder zur Zurückhaltung auf“, sagte Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow in Moskau. „Wir rufen alle Länder auf, auf alle Aktionen zu verzichten, die zu Provokationen führen könnten.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach sich für ein gemeinsames Vorgehen der USA und Chinas aus. „Ich setze nicht auf militärische Mittel, sondern darauf, dass von verschiedenen Seiten starker politischer Druck auf Nordkorea ausgeübt wird“, sagte sie der Funke-Mediengruppe. Wenn dies China und die USA gemeinsam täten, werde das nicht ohne Wirkung bleiben.

China ist der einzige wichtige Verbündete Nordkoreas, lehnt aber dessen Atomwaffenprogramm strikt ab und dringt auf Verhandlungen. „Wir rufen alle Parteien auf, von gegenseitigen Provokationen und Drohungen abzusehen – seien sie in Wort oder Tat“, sagte Außenminister Wang.

Am Donnerstag hatte es in einem Leitartikel der unter staatlicher Schirmherrschaft erscheinenden „Global Times“ geheißen: „Sobald Nordkorea sich an Chinas erklärten Rat hält und Atomaktivitäten aussetzt, wird China aktiv daran arbeiten, die Sicherheit einer entnuklearisierten nordkoreanischen Nation und des Regimes zu schützen.“ Dies sei die beste Option der Führung in Pjöngjang.

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