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USA Obama warnt vor zu starkem Linksschwenk der Demokraten

Dem früheren US-Präsidenten bereiten einige Bewerber um die Präsidentschaftsnominierung Sorge. Eine zu starke Ausrichtung nach links würde viele Wähler verschrecken.
16.11.2019 - 11:31 Uhr Kommentieren
Der 58-Jährige hat sich bisher wenig zu den anstehenden Präsidentschaftswahlen geäußert. Quelle: AP
Barack Obama

Der 58-Jährige hat sich bisher wenig zu den anstehenden Präsidentschaftswahlen geäußert.

(Foto: AP)

Washington Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hat die Bewerber um die Präsidentschaftsnominierung der Demokraten vor einem zu starken politischen Linksschwenk gewarnt. Andernfalls würden viele Wähler verschreckt, die ansonsten offen wären, dem Kandidaten der Partei im kommenden Jahr ihre Stimme zu geben, sagte Obama am Freitag vor wohlhabenden Spendern der Demokraten in Washington.

Wen genau im Bewerberfeld er meinte, ließ er zwar offen. Doch wurde seine Mahnung als Hinweis auf Bedenken gegenüber den Kandidaturen der linken Senatoren Elizabeth Warren und Bernie Sanders verstanden.

Beide fordern einen massiven strukturellen Wandel, und Sanders gar eine „Revolution“. Der moderate Flügel der Demokraten warnt schon seit Monaten, dass ein sehr linker Kandidat gemäßigte Republikaner und unabhängige Wähler verprellen könnte. Gerade diese brauche es aber, um den republikanischen Amtsinhaber Donald Trump zu schlagen, argumentieren Parteimitglieder.

Obama schlug in eine ähnliche Kerbe. „Der Durchschnittsamerikaner glaubt nicht, dass wir das System komplett niederreißen und neu gestalten müssen. Und ich denke, dass es wichtig ist, das nicht aus dem Blick zu verlieren“, sagte er.

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    „Es gibt eine Menge überzeugbare Wähler und es gibt eine Menge Demokraten da draußen, die einfach nur wollen, dass Dinge einen Sinn ergeben. Sie wollen nur kein verrücktes Zeug sehen“. Vielmehr wünschten sie sich, dass es ein bisschen fairer zugehe, und ein bisschen gerechter. „Und wie wir das angehen, wird, denke ich, wichtig sein.“

    Zuletzt ist die Kluft zwischen dem aufstrebenden progressiven Flügel der Demokraten und Zentristen der alten Garde wie sein früherer Vize Joe Biden gewachsen. Obama hat es bisher zwar weitgehend vermieden, sich öffentlich zum Vorwahlkampf seiner Partei zu äußern. Doch fühle er sich genötigt, sich nun einzuschalten, weil einige der lautesten und schrillsten Stimmen – vor allem jene in sozialen Medien – nicht die Haltung der meisten in der Partei repräsentierten, sagte Obama.

    Dichtes Bewerberfeld sei kein Problem

    Einwanderung und Gesundheitsversorgung seien etwa Themen, bei denen Bewerber der Demokraten nicht im Gleichschritt mit der öffentlichen Meinung seien. „Selbst wenn wir bis an die Grenze gehen und mutig in unserer Vision sind, müssen wir fest in der Realität und der Tatsache verwurzelt sein, dass Wähler, darunter demokratische Wähler und ganz bestimmt überzeugbare Unabhängige oder sogar moderate Republikaner, nicht von denselben Ansichten getrieben sind, die auf bestimmten, Sie wissen schon, linksgerichteten Twitter-Feeds widergespiegelt werden“, sagte Obama.

    Der Expräsident versuchte auch Sorgen von Parteikollegen über das dicht gedrängte Bewerberfeld der Demokraten zu zerstreuen. Einige befürchten, dass das Nominierungsrennen dadurch unnötig in die Länge gezogen werde. Wenn dann der Kandidat feststehe, habe er womöglich weniger Zeit für die Vorbereitung auf die eigentliche Wahl, heißt es intern. „Ich muss sie nur daran erinnern, dass ich eine sehr robuste Vorwahl hatte“, sagte Obama.

    Am Ende habe er sich in einem ziemlich harten und langwierigen Prozedere gegen Hillary Clinton durchgesetzt. Und die Leute hätten vergessen, dass „wir schon vorher ein großes Bewerberfeld mit ernstzunehmenden, fähigen Leuten hatten.“

    Mehr: Der Erfolg von Elizabeth Warren sollte Milliardären zu denken geben, kommentiert Handelsblatt-Redakteurin Astrid Dörner.

    • ap
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