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USA Schüsse auf Volksfest in Kalifornien – Polizei tötet Schützen

Bei einem Volksfest in Kalifornien sind Schüsse gefallen. Mindestens drei Menschen wurden getötet. Die Polizei hat den mutmaßlichen Schützen erschossen.
Update: 29.07.2019 - 12:37 Uhr Kommentieren
Schüsse auf Volksfest in Kalifornien – Polizei tötet Schützen Quelle: AP
Polizisten in Gilroy

Auf einem Volksfest in der Nähe von San Francisco fielen am Sonntagabend Schüsse.

(Foto: AP)

Gilroy Ein bewaffneter Mann hat auf einem Volksfest südlich der US-Metropole San Francisco ein Blutbad angerichtet. Wie die Polizei mitteilte, feuerte er am Sonntagabend in der Stadt Gilroy wahllos in die Menge und tötete drei Besucher eines kulinarischen Festivals, ehe er selbst von Beamten erschossen wurde. Mindestens 15 weitere Menschen wurden verletzt, einige von ihnen lebensgefährlich.

Unter den Toten sei auch ein sechsjähriger Junge, berichteten örtliche Medien. Nach Hinweisen von Augenzeugen fahndete die Polizei am Montag nach einem möglichen zweiten Tatverdächtigen – ob auch dieser geschossen oder dem Schützen geholfen habe, war unklar.

„Es ist ein Alptraum von dem man hofft, ihn nie in der Wirklichkeit erleben zu müssen“, sagte Gilroys Polizeichef Scot Smithee. Der Mann sei mit einer Art Gewehr bewaffnet gewesen und habe um sich geschossen. Nach nur einer Minute sei er von Beamten gestellt und getötet worden.

Ein Motiv für die Tat sei bislang nicht zu erkennen. Der Schütze habe mit einem Werkzeug ein Loch in einen Zaun geschnitten, um so die Sicherheitsvorkehrungen am Einlass – inklusive Metalldetektoren – des gut besuchten „Gilroy Garlic Festival“ (Gilroys Knoblauch-Festival) zu umgehen.

Erste Notrufe gingen um 17.41 Uhr Ortszeit ein, wie der Polizeichef berichtete. Auf der Bühne gab die Band TinMan gerade eine Zugabe. „Ich sah einen Mann mit einem grünen Oberteil und einem grauen Tuch um den Hals, er schien ein Sturmgewehr bei sich zu haben“, erzählte eines der Bandmitglieder dem Sender ABC.

Der Schütze habe in Richtung der Menschen geschossen, die gerade zu Abend aßen. Ein konkretes Ziel habe er anscheinend nicht gehabt: „Es sah so aus, als feuerte er einfach in die größte Menschengruppe, die er finden konnte.“ Die Band habe unter der Bühne Schutz gesucht. Polizeichef Smithee sprach von einer chaotischen Situation, in der Panik seien Familien getrennt worden.

„Es war ziemlich schockierend, ich habe Glück, am Leben zu sein“, sagte ein Hutverkäufer der Zeitung „San Francisco Chronicle“. Er habe etwa 25 Meter entfernt von dem Schützen gestanden, ergänzte der 72-Jährige. Der Angreifer sei darauf vorbereitet gewesen, zu schießen, „denn er trug eine Schutzweste“. Andere Augenzeugen berichteten, der Mann habe eine Art Tarnkleidung getragen.

Ein Besucher sagte dem regionalen Sender NBC Bay Area, eine Kugel habe seinen Kopf knapp verfehlt, und als er sich umdrehte, habe er zahlreiche Menschen rennen sehen. Wackelige Bilder auf NBC zeigten Menschen, die auf einer Wiese vor etwas wegliefen. Andere Aufnahmen zeigen Polizeiwagen mit Blaulicht. In sozialen Medien kursierten zahlreiche Videos, in denen Schüsse zu hören sind.

Das dreitägige „Knoblauchfest“ sei seit Jahrzehnten wie eine Familienfeier, sagte dessen Direktor Brian Bowe. „Es ist so traurig und so furchtbar erschütternd“, sagte er in die TV-Kameras. Nach Angaben der Veranstalter lockt das Fest mit seinen Koch- und Musikveranstaltungen seit 1979 jährlich Tausende Menschen nach Gilroy. Die rund 50.000 Einwohner zählende Stadt ist für den Knoblauchanbau bekannt.

„Dies ist einfach nur furchtbar. Kalifornien hält zu Gilroy“, twitterte Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom. Auch US-Präsident Donald Trump meldete sich auf Twitter zu Wort. „Seid vorsichtig und passt auf!“, appellierte er, bevor die Polizei von dem getöteten Schützen berichtete.

In den USA kommt es immer wieder zu Vorfällen mit Schusswaffen. 2017 starben deswegen knapp 40.000 Menschen in den Vereinigten Staaten. Im Oktober 2017 hatte ein Mann bei einem Musikfestival in Las Vegas ein besonders folgenschweres Massaker angerichtet: Dutzende Menschen wurden getötet, als er von einem Hotel aus auf die Menschenmenge schoss.

Mehr: Seit dem Massaker von Parkland hat sich im Kampf gegen den Missbrauch von Schusswaffen wenig getan. Die Waffenlobby NRA tut alles, um neue Mitglieder zu gewinnen.

  • dpa
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