USA Strafzölle auf Waschmaschinen und Solaranlagen

Die US-Regierung kämpft weiter gegen mutmaßliche Billigimporte aus dem Ausland. Nun verhängt sie drastische Einfuhrzölle auf Waschmaschinen und Solaranlagen. Auch für deutsche Konzerne sind das keine gute Nachrichten.
Update: 23.01.2018 - 11:41 Uhr 5 Kommentare
Trump verhängt Strafzölle auf Waschmaschinen und Solaranlagen Quelle: dpa
Waschmaschinen

Auf Waschmaschinen werden laut des US-Handelsbeauftragen Robert Lighthizer künftig Zölle zwischen 20 und 50 Prozent erhoben.

(Foto: dpa)

WashingtonUS-Präsident Donald Trump hat seine „Amerika zuerst“-Agenda mit neuen Handelsschranken gegen angebliche Billigimporte aus dem Ausland unterstrichen. Die US-Regierung kündigte am Montag (Ortszeit) erhebliche Einfuhrzölle auf Waschmaschinen und Solarmodule an. Die Maßnahme verdeutliche, dass die Regierung immer die Interessen amerikanischer Arbeiter verteidigen werde, teilte Trumps Handelsbeauftragter Robert Lighthizer mit.

Mit der Entscheidung gehen die USA vor allem auf Konfrontationskurs mit China und Südkorea, von wo viele der mit Zöllen belegten Produkte stammen. Chinas Handelsministerium reagierte am Dienstag empört und äußerte seine „starke Unzufriedenheit“ über die protektionistischen Maßnahmen, die auch den Welthandel beeinträchtigten. „Zusammen mit anderen Mitgliedern der Welthandelsorganisation wird China seine legitimen Interessen entschieden verteidigen“, hieß es.

Auch Südkorea will die Einfuhrzölle nicht hinnehmen. Handelsminister Kim Hyun Chong kündigte in Seoul an, die Regierung werde Beschwerde gegen die Entscheidung bei der WTO einlegen. Die Maßnahmen der USA seien „unfair“, sagte Kim. In Südkorea sind vor allem die Unternehmen Samsung Electronics und LG Electronics betroffen.

Washingtons erste große handelspolitische Entscheidung des neuen Jahres verheißt auch nichts Gutes für deutsche Unternehmen. So hat die Trump-Regierung etwa auch die hiesige Stahlindustrie schon länger auf dem Kieker. Dumping-Vorwürfe erhob die US-Regierung im Vorjahr bereits gegen Salzgitter AG und Dillinger Hütte.

Auf Waschmaschinen werden laut Lighthizer künftig Zölle zwischen 20 und 50 Prozent erhoben. In den kommenden Jahren sollen die Tarife schrittweise reduziert werden. Bei Solarmodulen sollen die Zölle bei 30 Prozent starten und innerhalb von vier Jahren auf 15 Prozent sinken. Die für gewerbliche Rechtskonflikte zuständige amerikanische Schiedsstelle US International Trade Commission hatte teilweise zu noch höheren Zöllen geraten. Zuvor hatten sich US-Konzerne über unfaire Schleuderpreise von Rivalen insbesondere aus Asien beschwert.

Trump ist generell der Ansicht, die USA würden beim internationalen Handel von ihren Geschäftspartnern benachteiligt. Er macht billige Produktion im Ausland und Importe für den Verlust zahlreicher Arbeitsplätze in den USA verantwortlich. Seine Maßnahmen sind jedoch höchst umstritten. Die Einfuhrhürden wurden unter einem schon seit Jahren nicht mehr angewendeten US-Gesetz quasi im Alleingang verhängt. Sie könnten gegen die Regeln der Welthandelsorganisation WTO verstoßen. Experten warnen zudem vor Vergeltungsmaßnahmen und schweren Handelskonflikten.

Die ersten Reaktionen aus der Wirtschaft folgten prompt. Nach Ansicht von Post-Chef Frank Appel werden die Zölle vor allem die Bürger in den Vereinigten Staaten treffen. „Wenn die USA noch mehr auf Protektionismus setzen, werden die Leute dann eben von anderen Unternehmen kaufen. Die Zeche zahlen am Ende die Angestellten in den USA“, sagte Appel am Dienstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Um wettbewerbsfähig zu sein, müsse ein Land sich vielmehr öffnen und zunächst kräftig investieren. „Infrastruktur, Bildung, offener Markt: Das ist das Rezept für Erfolg.“

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5 Kommentare zu "USA: Strafzölle auf Waschmaschinen und Solaranlagen"

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  • Wer es sich leisten kann, wird trotz Strafzöllen wieder seine Miele-Waschmaschine kaufen.

    (Und wer es sich nicht leisten kann, wird stattdessen 2 billige Waschmaschinen Made in USA kaufen):

  • Herr Trump hat wie immer recht, auf den eigenen Produkten liegen Abgaben, mit Zöllen wird
    der gerechte Wettbewerb wieder hergestellt. Danke Herr Trump und weiter so.

  • Herr Santos, interessant dass Sie offenbar ein Mandat haben um fuer 500 Mio. EU-Buerger
    zu sprechen. Es ist Ihnen wohl nicht entgangen, dass die BRD einen Ueberschuss von
    irgendwelchen 300 Mrd € erwirtschaftet?

  • USA
    Strafzölle auf Waschmaschinen und Solaranlagen
    Die US-Regierung kämpft weiter gegen mutmaßliche Billigimporte aus dem Ausland.

    ......................

    WIR 500 MILLIONEN EUROPÄER BEDANKEN UNS DIREKT BEIM US-PRESIDENT TRUMP !!!

    " HERR TRUMP VIELEN DANK DASS SIE DER EUROPÄISCHE UNION ZEIGEN WIE MAN GEGEN EINEN DRITTEL MEHR AUS CHINA ZU IMPORTIEREN ALS DASS DIESE EU NACH CHINA EXPORTIERTE, SICH ERFOLGREICH WEHRT ! "

    WIR IN EUROPA, BRAUCHEN AUCH EINEN TRUMP !

    Am Besten einen der dann diese EU per Referendum komplett zum EXIT AUS DER EU schafft !!!

  • Gegen die Globalisierung ist kein Gras gewachsen. Trump wird das erfahren - was hat der
    nur fuer Berater!

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