USA warnen Noch Tausende russische Soldaten im Grenzgebiet

Die USA drängen Russland, auf den ukrainischen Präsidenten Poroschenko zuzugehen. Außerdem müsse der Truppenabzug weitergehen. Der EU-Erweiterungskommissar kann sich Beitritt von Ukraine, Moldau und Georgien vorstellen.
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US-Verteidigungsminister Chuck Hagel fordert von Russland einen kompletten Truppenabzug. Quelle: ap

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel fordert von Russland einen kompletten Truppenabzug.

(Foto: ap)

Nach der Gründung der Eurasischen Wirtschaftsunion hat sich EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle langfristig für eine EU-Mitgliedschaft der Ukraine, Georgiens und der Republik Moldau ausgesprochen. Die europäische Perspektive sei trotz aller Bedingungen, die damit verbunden sind, der beste Anreiz für die nötigen Reformen in den Staaten Osteuropas, sagte Füle der Zeitung „Die Welt“. „Wenn wir ernst damit machen wollen, die Länder in Osteuropa zu transformieren, dann müssen wir auch ernsthaft das mächtigste Instrument, das wir zur Umgestaltung haben, nutzen: die Erweiterung“, sagte Füle.

Zugleich forderte der tschechische EU-Kommissar Veränderungen innerhalb der Union, um künftig neue Mitglieder aufnehmen zu können. Notwendig sei ein neuer politischer und institutioneller Rahmen in Europa, der eine Fortsetzung der Erweiterungspolitik über die derzeitigen Ambitionen hinaus zusammen mit einer tieferen Integration erlaubt“.

Die Staatschefs Russlands, Weißrusslands und Kasachstans hatten am Donnerstag eine eurasische Wirtschaftsunion gegründet. Das Abkommen soll die schon bestehende Zollunion erweitern und im Januar in Kraft treten. Nach dem Willen Moskaus sollte auch die Ukraine der Union beitreten. Die neue Regierung in Kiew hat sich allerdings stärker der EU zugewendet.

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel hat unterdessen Russland zum Abzug weiterer Soldaten von der Grenze zur Ukraine aufgefordert. Es sei ein vielversprechendes Signal, dass Tausende Soldaten abgerückt seien, sagte Hagel vor Journalisten. „Wir wissen aber auch, dass immer noch Tausende russische Truppen dort sind und bislang nicht bewegt wurden.“ Russland müsse jedoch sämtlich Soldaten abziehen, die entlang der Grenze in den vergangenen Monaten stationiert worden seien.

Der US-Außenminister John Kerry rief Moskau auf, auf den neu gewählten ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko zuzugehen. Dies habe Kerry in einem Telefonat mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow gefordert, teilte das Außenamt in Washington mit. Russland müsse mit Poroschenko zusammenarbeiten, um den Konflikt in der Ukraine zu deeskalieren. Kerry habe sich in dem Gespräch am Mittwoch zugleich besorgt über Berichte geäußert, wonach ausländische Kämpfer, besonders aus Tschetschenien, über Russland in die Ukraine kommen.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, zeigte sich angesichts von Berichten über den Abschuss eines ukrainischen Militärhubschraubers, besorgt über die Bewaffnung der Separatisten. Diese weise darauf hin, dass die Separatisten weiter Zugang zu hoch entwickelten Waffen und zu anderer Hilfe von außen hätten.

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy nannte bei der Karlspreis-Verleihung in Aachen die Destabilisierung der Ukraine und anderer Länder in der Region durch Russland nicht akzeptabel. Der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk, der ebenfalls in Aachen war, kritisierte mit Blick auf Moskau: „Niemand hat das Recht, die UN-Charta zu verletzen und in Europa neue Grenzen zu ziehen und neue Mauern zu errichten.“ Russland hatte sich im März die ukrainische Schwarzmeerhalbinsel Krim einverleibt.

OSZE-Beobachter vermisst
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23 Kommentare zu "USA warnen: Noch Tausende russische Soldaten im Grenzgebiet"

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  • @ Hardie67

    Zitat : Haupteinnahmequelle ist die Waffenproduktion.

    - Poroschenko ist gut verdrahtet in Transnistrien. Die dortige Waffenschmiede MMZ ist auch sein Kind.

    Eine Menge Geld machte Poroschenko bei der Entstehung von Transnistrien durch Transitgebühren ( durch Ukraine ) für Waffenlieferungen in diese Republik.

    Als Haupteinahmequelle wird es aber nicht reichen. Er ist in zig Holdings verstrickt und hält überall seine Hände auf.

    Seine Vorzeigebranche ist die Schokoladenproduktion. Damit lenkt er von anderen dubiosen Beteiligungen ab und versucht sich ein entsprechendes Image zu verschaffen.

    Die Marke Roschen hat er sogar von seinem Namen abgeleitet : poROSCHENko

    Seine Erzfeindin ist die Timoschenko ( Streitigkeiten aus der Gasbranche ).

    Die wird mit Poroschenko auch keine Ruhe geben und ihn mit allen Mitteln bekämpfen.

    Maidan hat gegen das Übel Janukowitsch gekämpft und ein doppeltes Übel namens Poroschenko erhalten.

    Und im Osten läßt die Junta Zivilisten abschlachten.

    Alles wie im richtigen Leben.

  • "Die Amis haben den Knaben voll in ihrer Hand.....deswegen stützen sie ihn auch, um entsprechend zu ernten !"

    Das dürfte wohl niemanden überraschen... :-)

  • So wohnt die NEUE Hoffnung der Ukraine :

    Bilderauszüge aus einer ukrainischen Seite :

    http://domik.ua/novosti/roskoshnyj-osobnyak-poroshenko-v-stile-belogo-doma-popolnilsya-chasovnej-foto-n125331.html

    Das Weiße Haus in Washington läßt grüßen !

    In WikiLeaks gibt es eine Menge Stoff über Poroschenko.

    Die Amis haben den Knaben voll in ihrer Hand.....deswegen stützen sie ihn auch, um entsprechend zu ernten !

  • @ Hardie67

    Zitat : Man hört und liest, dass der Schokobereich nur eine Winzigkeit des Imperiums ist. Haupteinnahmequelle ist die Waffenproduktion.

    - als früherer Verteidigungsminister und Aussenminister unter Juschjenko und Timoschenko hat er bestimmt dafür die Grundsteine gelegt.

    - als Wirtschaftsminister unter Janukowitsch hat er sein Business diversifiziert. Unter anderem betreibt er den propagandistischen TV Sender "der 5 Kanal"

    Poroschenko ist ein Mann von gestern. Er wirtschaftet nur in eigene Tasche. Für die Ukraine wird der Mafiosi NICHTS tun...die Ukraine interessiert ihn gar nicht !

    Die Wahl hat er auch nicht gewonnen...er hat RICHTIG zählen lassen !

  • @

    Zitat : Der Herr Präsident gehört natürlich zur gleichen Religionsgruppe.

    - und auch der Regierungschef und der Parlamentschef.

  • @Furfante

    Man hört und liest, dass der Schokobereich nur eine Winzigkeit des Imperiums ist. Haupteinnahmequelle ist die Waffenproduktion. Wäre doch schön, würde das HB mal eine Zusammenfassung des Lebensweges dieses Herrn bringen. Der Leser sollte doch informiert werden.

    Übrigens zu Klitschko: Der Herr Präsident gehört natürlich zur gleichen Religionsgruppe. Ansonsten kann man im "Westen" offenbar keine Karriere machen....

  • @ Hardie67

    Zitat : Und warum liest man nichts über die wahren Aktivitäten des neuen Präsidenten der Ukraine

    - als Erstes wollte er nach seiner Wahl nach Donetzk fahren....statt dessen fährt er zu den Franzosen den D-Day feiern. Sind doch schon mal genug Aktivitäten.

    Zitat : und wie er zu seinen Milliarden gekommen ist ?

    - das ist sehr schnell erklärt: bei der Umverteilung des Volksvermögens nach dem Zusammenbruch der SU saß sein Papi ( als Kommunistischer Funktionär ) an der richtigen Schaltstelle. Da hat der Sprössling erst gar nichts zu tun brauchen.

    Und außerdem sind alle Oligarchen im Ostblock alleine durch kriminelle Machenschaften an ihr Vermögen gekommen. Alle Oligarchen sind korrupt und kriminell !

    Das gilt auch für den Klitschko Klan.

    Wer in der Ukraine im Consulting-Business, Hotelgewerbe und Juweliergeschäftebereich tätig ist, wie die Juden Klitschkos, ist automatisch korrupt und kriminell, sonst würden sie dort nicht bestehen.

    Als Bürgermeister von Kiew kann Klitschko jetzt sein Vermögen sehr schnell vervielfältigen. Alleine das Hotelgewerbe könnte Hunderte von Mio. € abwerfen.

    .

  • @ wachsamer

    Zitat : aber schalten Sie auch hin und wieder Ihr Gewissen ein

    - wer KEIN Gehirn besitzt, der kann auch kein Gewissen haben !

  • Hallo Ihr schreibfreudigen Kommentatoren. Geniesst den Brückentag in vollen Zügen und erfreut Euch auch weiterhin am Politkino.
    Mit dem Ausbau der Eurasischen Union, um deren Beitritt bereits Indien und auch die Türkei buhlen, verschlechtern sich die wirtschaftlichen Aussichten für die Europäische Union erheblich. Während man hier nach einer Loslösung vom russischen Gas sucht, wenn auch nur zum Schein, so sind die Asiaten regelrecht wild darauf. Neue Pipelines werden nach China und Japan verlegt. Ja ist denn jetzt schon Weihnachten?
    Aufwachen Handelsblatt und zur Abwechslung auch mal darüber berichten, was wirklich interessant und Ton angebend ist. Die Ukraine ist nur noch Schnee von gestern. Dort werden Menschen vernichtet!
    Was fällt Ihnen dazu ein? Nichts. War ja auch zu erwarten, denn es handelt sich um . . . Separatisten. Was wenn morgen plötzlich . . . Journalisten an der Reihe sind?
    Mensch Handelsblatt, es steht Ihnen ja frei, was und worüber Sie berichten wollen, aber schalten Sie auch hin und wieder Ihr Gewissen ein und vergessen Sie dabei nicht, dass Sie auch nur Menschen sind. Der Elfenbeinturm kann sich nicht mehr lange senkrecht halten.

  • Die USA haben Ihre Truppen in vielen Ländern der Welt stationiert. Sie überfallen und bombadieren fremde Länder wo immer sie es für zweckmäßig halten. Sie wollen Rußland vorschreiben wo es seine Truppen IM EIGENEN LAND stationiert. Das ist an Dreistigkeit schwer zu überbieten

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