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Vaping US-Gesundheitsbehörde verbietet E-Zigaretten mit süßen Geschmacksrichtungen

Vaping ist in den USA bei Jugendlichen beliebt. Das will Washington nun ändern – und verbietet künftig mehrere Geschmackssorten, die bei ihnen besonders gefragt sind.
02.01.2020 - 23:41 Uhr Kommentieren
In den USA dürfen künftig bestimmte E-Zigaretten mit Geschmacksrichtungen nicht mehr verkauft werden. Die sind vor allem bei Jugendlichen beliebt. Quelle: AP
E-Zigaretten

In den USA dürfen künftig bestimmte E-Zigaretten mit Geschmacksrichtungen nicht mehr verkauft werden. Die sind vor allem bei Jugendlichen beliebt.

(Foto: AP)

New York Die US-Regierung will den Gebrauch von E-Zigaretten einschränken. Die Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) teilte am Donnerstag mit, dass Geschmacksrichtungen wie etwa Frucht oder Minze ab Ende des Monats nicht mehr erlaubt sind.

Davon erhofft sich Washington, dass insbesondere Jugendliche weniger Gebrauch von der E-Zigarette machen. Fruchtige und süßliche Geschmackssorten sind vor allem bei ihnen beliebt. Das neue Verbot richtet sich gegen E-Zigaretten mit bereits gefüllten Patronen.

Die Geschmacksrichtungen Tabak und Menthol sind von der Beschränkung nicht betroffen, ebenso andere Modelle wie E-Zigaretten mit kleinen Tanks, die selbst aufgefüllt werden können. Das neue Verbot fällt damit deutlich schwächer aus, als es der US-Präsident Donald Trump ursprünglich angekündigt hatte.

Nichtraucher Trump wollte ursprünglich nur noch Tabakgeschmack zulassen, damit das Vaping für Ex-Raucher eine gesündere Alternative, aber nicht für Jugendliche attraktiv ist. Die Hersteller wehrten sich gegen dieses harte Verbot und betrieben Lobby-Arbeit.

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    Vor allem noch ungeklärte Todesfälle unter E-Zigaretten-Rauchern haben in den USA zu einem Umdenken geführt. Mehr als 50 Menschen sind laut der Gesundheitsbehörde CDC an noch nicht bekannten Lungenkrankheiten gestorben, etwa 2500 Personen sind erkrankt. Noch ist unklar, was genau die Erkrankungen ausgelöst hat.

    Einer Umfrage der Regierung zufolge nutzte mehr als einer von vier High-School-Schülern im vorigen Monat E-Zigaretten. Das US-Gesetz hat bisher Verkäufe von E-Zigaretten an unter 18-Jährige untersagt – und zuletzt das Mindestalter auf 21 Jahre heraufgesetzt.

    Unternehmen, die die Herstellung und den Vertrieb der verbotenen Produkte innerhalb von 30 Tagen nicht stoppen, müssen sich auf Strafen durch die US-Drogenbehörde FDA einstellen, darunter Strafgelder und Beschlagnahmungen.

    Juul droht noch mehr Ärger

    Zu den größten Herstellern von E-Zigaretten gehört Juul. Das Start-up aus Kalifornien galt lange als eines der hoffnungsvollsten Einhörner. Einhörner sind Unternehmen mit einer Bewertung von mehr als eine Milliarde Dollar.

    Erst vor rund einem Jahr hatte der Tabakkonzern Altria knapp 13 Milliarden Dollar für eine 35-prozentige Beteiligung ausgegeben. Mittlerweile hat der Marlboro-Hersteller Altria schon 4,5 Milliarden Dollar auf seinen Juul-Anteil abgeschrieben und das Management dort ausgewechselt.

    Außer der FDA vermiesen derzeit auch die Generalstaatsanwälte aus drei Bundesstaaten den Juul-Managern die Laune. Nach Kalifornien und Nordkarolina hat im November auch die Generalstaatsanwältin von New York, Letitia James, Klage gegen Juul eingereicht, weil das Unternehmen mit seiner Werbung gezielt Minderjährige umworben habe.

    „In den USA rauchen bereits 4,1 Millionen Highschool-Schüler und 1,2 Millionen Middle-School-Schüler E-Zigaretten“, zitiert die Generalstaatsanwältin Umfragen. Es bestehe „kein Zweifel daran, dass Juul mit seinem Marktanteil von 70 Prozent diese Sucht verursacht hat“.

    Statt sich als Ersatzdroge für Zigaretten zu positionieren, habe der Vaping-Spezialist mit seiner glamourösen, coolen Werbung und seinen Partys in New York und den Hamptons klar auf Teenager abgezielt. Dabei habe das Unternehmen die E-Zigaretten als sicher vermarktet und den Nikotingehalt und die Suchtgefahr verschwiegen. „Sie haben sich des Drehbuchs von Big Tobacco bedient“, sagt James.

    „Mit ihren geschmeidigen, süßlichen Hightech-Geräten und ihrer Werbung haben sie eindeutig Jugendliche umworben“, kritisiert auch Matthew Myers, Präsident der Kampagne „Tobacco Free Kids“, und fügt hinzu: „Wenn Juul behauptet, sie zielen nur auf Erwachsene, dann haben sie entweder die schlechteste Marketingabteilung der Welt oder sie lügen.“

    Mehr: Die Generalstaatsanwältin von New York, Letitia James, hat Klage gegen den E-Zigaretten-Hersteller Juul erhoben. Lesen Sie hier mehr zu den Hintergründen.

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