Varoufakis setzt weiter auf Provokation Griechenlands Finanzminister stichelt gegen Wolfgang Schäuble

Griechenlands Banken sind auf die Unterstützung der Geldgeber wie Deutschland angewiesen. Doch diese geben dem Schuldenland zu verstehen, dass ihr Vertrauen schwindet. Finanzminister Varoufakis geht in die Offensive.
Update: 12.03.2015 - 13:44 Uhr 55 Kommentare

Liebe Griechen, es reicht!

AthenGriechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis hat sich erneut gegen die Rolle der Europäischen Zentralbank (EZB) im Schuldenstreit gestellt. „Aus meiner Sicht verfolgt die EZB eine Politik gegenüber unserer Regierung, die ihr die Luft zum Atmen nimmt“, sagte Varoufakis dem griechischen Fernsehsender Mega. Die griechischen Banken sind auf die Unterstützung der Frankfurter Notenbank angewiesen – zuletzt hatte EZB-Präsident Mario Draghi aber betont, dass diese Hilfen nicht immer weiter ausgeweitet werden könnten.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann wies bei der Bundesbank-Bilanzpressekonferenz die Kritik Griechenlands an der EZB zurück. „Es liegt nicht an der EZB, dass Griechenland keinen Marktzugang hat“, sagte Weidmann am Donnerstag auf der Jahrespressekonferenz in Frankfurt.

Varoufakis äußerte sich auch zu seinem Verhältnis mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). „Wir sprechen immer sehr zivilisiert und konstruktiv“, sagte der Athener Politiker. Zugleich betonte er: „Bei einem Treffen, das ich mit Herrn Schäuble hatte, sagte er mir, ich hätte das Vertrauen der deutschen Regierung verloren. Und ich sagte ihm: Ich hatte es nie, ich bin Mitglied einer Regierung der radikalen Linken.“ Er halte es für offensichtlich, dass er nicht das Vertrauen der Bundesregierung besitze. „Aber ich habe das Vertrauen des griechischen Volkes.“ Er bemühe sich aber auch, in Deutschland Vertrauen zu gewinnen.

Der europapolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Michael Stübgen, wies die jüngsten Vorwürfe aus Athen gegen Schäuble als absurd zurückgewiesen. „Die Mitglieder der neuen griechischen Regierung täten gut daran, endlich nicht nur die Regeln der Währungsunion, sondern auch die Zusagen einzuhalten, welche sie selbst gegenüber den Euro-Staaten gegeben haben. Stattdessen muten sie den Partnern in der Europäischen Union beinahe täglich neue Beleidigungen, Forderungen und Drohungen zu“, sagte Stübgen dem Handelsblatt (Online-Ausgabe).

„Schlechter Stil ist Markenzeichen der Radikalen-Koalition in Athen“
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55 Kommentare zu "Varoufakis setzt weiter auf Provokation: Griechenlands Finanzminister stichelt gegen Wolfgang Schäuble"

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  • nun, zunächst einmal gibt es für Griechenland absolut keinen Grund freiwillig aus dem Euro auszusteigen.
    Rauswerfen geht auch nicht - sehen die Verträge nicht vor.

    Dann schaun wir mal wie es weiter gehen könnte.
    Im März muss Griechenland eine Zahlung an die EZB leisten. Das Geld hat Griechenland nicht. Von der EU gibt es kein Geld. Griechenland wird einfach nicht zahlen. Die EZB schreibt d3en Betrag ab und gut ist. Mehr würde da nicht passieren.

    Nächster Schritt - Griechenland muss an die IWF eine Rate zahlen. Griechenland hat immer noch kein Geld, die EU zahlt immer noch nix an GR. GR kann dem IWF nix zahlen - gilt damit als Zahlungsunfähig. Die Währung von zahlungsunfähigen Staaten rutsch. Würde auch mit dem Euro passieren, vielleicht nicht so extrem, aber dann wäre 0,9 Euro für einen Dollar schon wahrscheinlich. Verteuert für alle in der Eurozone die Importe. Das gibt die von Draghi gewünschte Inflation.
    So erreicht Tsipiras den Schuldenschnitt - Draghi die Inflation und alle sind glücklich

  • Irgendwie erinnert mich das Bild von Varoufakis an Nosferatu. Das könnte zeigen, daß er sich zwar für sich und sein Land einsetzt, des Ruhmes und der Anerkennung wegen, aber daß ihm ansonsten alles am Arsch vorbei geht. Vielleicht war Nosferatu ja gar nicht so schlimm, aber das Aussehen erschreckt schon und Gutes ist bei ihm auch nicht herausgekommen.

  • @ Herr Vittorio Queri >> Davor kriegen wir noch unseren Spass mit Spanien !" <<

    Ja, aber dann wird man uns erzählen: "Einen ESEXIT (vielleicht findet man noch einen weniger anstößigen Begriff) können wir verkraften."

    Bei einem Le Pen-Frankreich ist dann aber Schluß mit lustig! Dann werden in Paris die großen Hochdruckreiniger vorgefahren.

  • @ Herr Enrico "FatFinger" Caruso

    >> Hoffen wir mal gemeinsam, dass die nächste Frankreich-Wahl ähnlich glücklich ausgeht. >>

    Davor kriegen wir noch unseren Spass mit Spanien !

  • Für mich gilt jedenfalls das genaue Gegenteil: Ich suche alles Griechische.
    GR hat zur Zeit nicht nur die beste, sondern die EINZIGE Regierung in Europa, die man ernst nehmen kann. Alle anderen, insb. die deutsche, sind Vasallen einiger Großkonzerne, und somit Feinde ihrer Völker.
    Herrlich mit anzusehen, wie diese Lügengemeinschaft EU seit der GR-Wahl nach Belieben vorgeführt wird! Damit hat man nicht gerechnet. Hoffen wir mal gemeinsam, dass die nächste Frankreich-Wahl ähnlich glücklich ausgeht. Dann sind Euro und EU Geschichte.

  • Ich frage mich schon, wie lange wir uns das noch gefallen lassen sollen. Ich würde einfach nein sagen, die diplomatischen Beziehungen einfrieren und warten bis die Kommunikation wieder über der Gürtellinie ist.
    Für mich und meine Familie gilt jedenfalls, daß wir einstweilen alles griechische meiden.

  • Das geht nicht!
    --------------
    Perfekt! Dann soll er sich doch das Geld für sein Land von seinen Bürgern und Wählern holen und nicht von uns.

    Sie haben ihr Geld in Sicherheit gebracht.
    Sie haben es in Immobilien in der Schweiz, London oder Berlin investiert.

  • Oh wie zimperlich die neue Linke in Athen. Grexit this way please.....asap (So schnell wie nur eben möglich).

  • Auf Sicht !

    So hat es Murksel definiert !

  • Fest steht doch, dass bisher Politiker in der griechischen Regierung waren, die unseren sehr nahe standen und die von der Troika derart erpresst wurden, dass das Volk unter den "Reformen" leidet. Wie lauten eigentlich die Reformforderungen? Bisher wird immer nur veröffentlicht, dass die von der jetzigen Regierung genannten nicht ausreichen. Sobald auch die noch ausstehenden Forderungen bekannt sind, werden die anderen Europäer und auch wir die Reaktionen aus Athen besser verstehen. Für mich ist das jetzt ein Kampf gegen eine linke Regierung, deren Erfolg um jeden Preis verhindert werden soll. Das wird zu Gegenreaktionen auch in den anderen Problemländern führen und die eigentlich gute europäische Idee stirbt unter den Füssen von tausenden Demonstranten. Das kann nur abgewendet werden, wenn unsere Politiker Selbstkritik üben und nach Alternativen zur Alternativlosigkeit entwickeln.

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