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Verbot von Leerverkäufen Euro-Länder schlagen gegen Spekulanten zurück

Nach den Börsenturbulenzen der vergangenen Tage üben mehrere Euro-Länder den Befreiungsschlag. Frankreich, Italien, Spanien und Belgien verbieten Leerverkäufe von Bankaktien. Auch in Deutschland wappnet sich die Politik.
Update: 12.08.2011 - 08:37 Uhr 50 Kommentare
Händler an der Deutschen Börse. Quelle: dapd

Händler an der Deutschen Börse.

(Foto: dapd)

Paris/DüsseldorfNach den starken Kursschwankungen an den Börsen wollen mehrere europäische Staaten Leerverkäufe vorläufig teilweise verbieten. Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) erklärte am Donnerstagabend, dass Frankreich, Italien, Spanien und Belgien sich zu diesem Schritt entschlossen hätten. Damit solle verhindert werden, dass Marktteilnehmer aus „falschen Gerüchten“ Profite schlagen könnten. Die französische Börsenaufsicht AMF hatte zuvor bereits Leerverkäufe der Aktien von elf Banken und Versicherungen für eine Dauer von 15 Tagen untersagt. Ein entsprechendes Verbot der deutschen Finanzaufsicht im vergangenen Jahr hatte die Partner in der EU verärgert, da der Schritt zuvor nicht abgestimmt war.

Bei Leerverkäufen wetten Spekulanten etwa auf fallende Kurse von Aktien, Währungen oder staatlichen Schuldpapieren. Geschäfte dieser Art stehen im Verdacht, die Nervosität der globalen Finanzmärkte gerade in Krisenzeiten zusätzlich zu verstärken.

Gerüchte um die Stabilität des französischen Bankensektors, der wegen seines hohen Engagements in Euro-Krisenländern wie Griechenland oder Italien Verluste fürchten muss, hatten Aktienmärkte zuletzt in Aufregung versetzt und die heftigen Kursausschläge verstärkt.

AMF-Chef Jean-Pierre Jouyet sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Investoren hätten in den vergangenen Tagen versucht, den Widerstand Frankreichs zu testen. Nun gebe Frankreich mit dem Verbot von Leerverkäufen eine „sehr entschlossene Antwort“.

Nach den starken Kursschwankungen stellte zudem die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) die Märkte unter verschärfte Beobachtung. Die EU-Mitgliedstaaten seien aufgefordert worden, Informationen über Leerverkäufe oder Wetten auf Aktienkurse an die Behörde weiterzugeben, sagte ein ESMA-Sprecher am Donnerstag. „Wir sind mit allen nationalen Aufsichtsbehörden in Kontakt.“ Der Sprecher verwies dabei auf „zahlreiche Gerüchte und Schwankungen“, ohne weitere Details zu nennen.

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50 Kommentare zu "Verbot von Leerverkäufen: Euro-Länder schlagen gegen Spekulanten zurück"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Vor ein par Monaten war in der FT zu lesen, dass 5 Mrd USD pro woche fuer CDS Optionen ausgegeben wurden. Optionen, wohlgemerkt, da ist der CDS Markt noch nicht mal mit drin.

    Dann, wiese verdoppeln sich in wenigen Wochen die CDS Preise fuer deutsche CDS - wenn die soundso nie auszahlen werden.

    Die Antwort ist natuerlich, dass so Anleihen in die Hoehe getrieben werden. Schauen sie mal auf

    http://eurogate101.com/2011/08/11/inhaltsverzeichnis-1/

    Da steht alles was sie ueber die Manipulation mit CDS wissen muessen

  • DIE WISSENDEN UND DIE UNWISSENDEN

    Denke, daß gerade Käufer wie Verkäufer von ungedeckten Leergeschäften zu ersteren gehören. Und zeitlicher Wissensvorsprung richtiges Handeln bedingt.
    Was hätte man nicht alles im Vorfeld handeln können, wenn taggenau die Abwertung der Vereinigten Staaten bekannt gewesen wären? Schätze aber sehr wohl die Personengruppe, die dies auch nutzten schon auf einige tausend, nicht wahr?
    Daher dürfte die Allgemeinheit eines Staates auch an einer gelungenen Wette interessiert sein, wenn Glücksspielsteuer und Abgaben für Staatsdienste die "Werthaltigkeit" eines Staates stabilisieren.
    Plädiere also für eine Trennung der Börsengeschäfte, wohlwissend, daß es in Taipeh auch recht schön ist.
    So einfach, wie hier kommentiert, sollte man es sich dennoch nicht machen.

    Die außerordentlich illustre Gruppe der hier agierenden Staaten zeigt eher auf, daß man kurzfristig Marktregeln manipulieren möchte, sozusagen "learning-by-doing" und "what-will-happen-if", und gleichzeitig Abwehrbemühungen einzelner Staaten konstatieren muß, die künftig noch keine Möglichkeiten geschaffen haben per Glücksspielsteuer daran zu partizipieren bzw. für Zockerverluste hinnehmen muß, daß letztendlich seine Gesamtheit an Staatsbürgern zahlt.
    So gesehen habe ich derzeit von Frankreich, Italien, Spanien und auch Belgien ein personifiziertes Bild von 4 Zigarre-rauchenden, unrasierten und ungewaschenen Personen mit derangiertem Schlips in einer Spielhölle voller Qualm.

  • Abgeltungssteuer + Soli auf Finanzerträge incl -gewinne machen 26,375% aus. Wett- und Lotteriegewinne werden vom Wetter nicht versteuert, daher die vorherige "Vergnügungssteuer" im Sinne einer Umsatzsteuer auf den Wetteinsatz.

  • Völlig falsche Herangehensweise!

    Wer an die Börse geht, kennt die dortigen Spielregeln. Von "armen Kleinanlegern" zu sprechen, ist deshalb völlig vermessen. Einfache Grundregel: Finger weg! Dann braucht man auch nicht jammern, dass man als Kleinanleger nur das Schlachtvieh an der Börse ist.

    Nebenbei ist es Augenwischerei, dass man durch Verbote von Leerverkäufen oder automatisierten Orders irgendwas verändert. Das sind doch Peanuts.

    Die jetzige fundamentale Situation kommt doch daher, dass man den Spekulanten erst über die Rettung der Banken und dann über die Haftung für fremde Staatsanleihen signalisiert hat, dass man Verluste sozialisieren wird, während sie die Gewinne wie gewohnt einstecken können. Ist doch klar, dass die immer mehr von dieser Droge wollen und schauen, wie weit die Staaten das noch mitmachen.

    Inzwischen ist es aber längst zu spät für eine Notbremse, da die Staaten zu tief drin hängen. Insoweit können wir das jetzt gepflegt gegen die Wand fahren lassen und bis zum bitteren Ende durchziehen.

    Danach sind dann die Spielregeln fundamental zu ändern und das Spiel wird dann auch nicht mehr Kapitalismus heißen.

  • Sie haben völlig recht, mit Ihrem Vorschlag "Glücksspielsteuer auf ungedeckte CDS-Gewinne".

    Die Glücksspieltseuer zählt zu den Vergnügungssteuern und wird insbesondere beim Spielen an Spielautomaten fällig. Bei der Wett- und Lotteriesteuer kassiert der Staat 20% von jedem Lottoeinsatz, bei Sport- und Pferdewetten sind es 16%.

    Also zwischen 16% und 20% vom Wetteinsatz und die Neuverschuldung hätte ein Ende!

  • Man kann sich allmählich nur noch wundern, mit welcher Naivität sich die Politik von den Spekulanten vorführen läßt, denn dass Spekulanten/Spieler mit Unsummen in Leerverkäufe gehen, ist ja nun nicht nur seit Lehmann Brothers Kollaps bekannt. Was hat die Politik dagegen getan, nahezu nichts - ist sie vielleicht damit einverstanden, verdient sie dabei etwa unterm Strich zu Lasten des Kleinanlegers mit?. Selbst der Dümmste unter den Politikern müßte ansonsten ja inzw. gemerkt haben, dass durch diese Spieler innerhalb kürzester Zeit Milliardenwerte vernichtet werden, ebenso wie durch die unsinnigen computergesteuerten Stop Loss Automatismen. Ein Drama und die, die die politischen Spielregeln setzen müßten, schlafen oder hinken zumindest hinterher. Aus großen und markigen Worten zu Zeiten des Lehmann Zusammenbruchs ist schlichtweg nichts an Lehren gezogen werden.Nun kommen sie wiede mal auf den Gedanken etwas dagegen zu tun. Wie üblich zu spät. Die Milliarden/Billionen sind weg bzw. inzw. in den Taschen dieser Spieler gelandet, die die Gefahr einer Weltwirtschaftskrise schüren, da trotz eigentlich gegenüber dem Tag vor Herabstufung der US Kreditwürdigkeit unveränderten Marktgegebenheiten die Börsen erschüttern

  • Was ist eigentlich "hochspekulativ" im Vergleich zu "spekulativ"? Ist die Zukunft nur "spekulativ" oder inzwischen "hochspekulativ"? Ist ein Spekulant, der, der das Geld anderer Leute vernichtet und ein Investor der, der nur sein eigenes vernichtet? Vor 30 Jahren reichte es, "intelligent" zu sein, heute ist "hochintelligent" das Minimum.

  • Leerverkäufe sind, bis auf das höhere Risiko, wie einfache Käufe! Jeweils am Anfang und am Ende steht eine kursbeeinflussende Aktion, nämlich entweder der Kauf, der zu steigenden Kursen beitragen kann, oder der Verkauf, der zu fallenden Kursen beitragen kann. Eine Verschärfung mag zwar durch Leerverkäufer zustande kommen, aber es gibt sie schon seit circa 100 Jahren, von daher sind sie es NICHT, die die Märkte verändert haben. Bücher wie "The Big Short" oder "City Boy" beschreiben den Charakter einer großen Bank recht gut - es sind nicht die Leerverkäufer, die die Kurse zum Einbrechen bringen, sondern Investoren, die erkennen, dass die Bank kein gutes Investment mehr ist und das ist selbstverschuldet!

    Im Übrigen bleibt noch zu erwähnen, dass es nie für eine angeschlagene Firma, ein Verbot von Leerverkäufen gab! Einzige Ausnahme nun schon wieder die Banken zum zweiten Mal. Niemals würde man hören, dass Leerverkäufe bspw. gegen Solarfirmen verboten würden, weil sie grade eine schwierige Zeit durchmachen und man nicht will, dass diese verschärft wird.
    Letztendlich sollte man noch Erwähnen, dass Aktienkurse fallen, wenn sie unangemessen teuer sind. Das bedeutet, dass sobald sie wieder angemessen billiger werden, mehr und mehr Käufer in den Markt treten, die daraufhin an einem fairen Punkt die Entwicklung aufhalten bzw. umkehren - letztendlich müssen sich Leerverkäufer auch irgendwann wieder eindecken um Ihre Positionen zu schließen und damit tragen sie wiederum zu steigenden Kursen bei.
    Leerverkäufe zu verbieten wäre der Anfang des nächsten Schrittes, in welchem man generell VERkäufe verbietet, sagen wir für 3 Wochen, dann ist die Information allgemein akzeptiert und weniger wollen verkaufen.

  • Ja, das ist wohl so. Deutschland hat trotz einer starken Exportwirtschaft einen letztlich negativen Cashflow. Die Ausgaben für Verwaltungsaufwand, Sozialversicherungsaufwand, hier insbesondere der Teil der Pensionsbelastungen Beamte u. Rentner schlagen negativ zu Buche ganz zu schweigen von der Ueberalterung der Gesellschaft und der Tendenz zur Auswanderung besonders der Eliten.
    Ich lebe in der Schweiz, hier wäre ein Staatsfond sinnvoll, in aller Regel gibt es Haushaltsüberschüsse. Auch könnte mit einen Staatsfond antizyklisch und zwecks Risikodiversifikation investiert werden. Damit kann auch ein zu starker Franken bekämpft werden. Die Schweiz könnte Geld drucken und in den Fond einbringen und dieses im Ausland investieren. Aber alles nur ein Gedankenspiel. Wir machen uns hier in der Schweiz zur Zeit etwas Sorgen ob des starken Franken.

  • "Nun gebe Frankreich mit dem Verbot von Leerverkäufen eine „sehr entschlossene Antwort“."

    Die Politiker sind echt nur noch amüsant. Mit solch einer Aktion brüsken sie sich auch noch. Es ist das Gegenteil der Fall: Wenn sie nicht mehr weiter wissen mit ihrem Sachverstand über die Finanzmärkte, verbieten sie immer die Leerverkäufe und faseln was von bösen Spekulanten.

    Haben sie eigentlich schon mal daran gedacht, dass die Shortseller irgendwann auch wieder ihre Positionen eindecken müssen und dazu in einen u.U. stark fallenden Markt reinkaufen? Per Saldo also marktneutral agieren?

    Natürlich kann kurzfristig mehr Verkaufsdruck entstehen, dass gleicht sich aber an anderer Stelle wieder aus. Außer alle Leerverkäufer bleiben bis ans Ende der Zeit auf ihren Shortpositionen sitzen und wollen keine Gewinne mitnehmen. So sie denn überhaupt welche gemacht haben. Verspekulieren sie sich nämlich, und das kommt oft genug vor, müssen sie aus risikotechnischen Gründen sofort zurückkaufen. Das zeigt sich dann oftmals in den heftigen Rallies, die sich keiner erklären kann.
    Mehr als 80% dieser bösen Spekulanten verlieren langfristig Geld und geben es an den Wirtschaftskreislauf ab. Die meisten Spekulanten sind Verlierer und bezahlen die anderen, vergesst das nicht.
    Und wenn Anleiherenditen steigen (aus gutem Grund), dann sind dafür in erster Linie keine Hedgefonds verantwortlich, sondern ganz normale Investoren. Staatsfonds, Pensionsfonds, Investmentsfonds ect. , weil sie ihr Kapital nicht verlieren wollen und aus diesen Anlageklassen aussteigen. Wenn nicht grade die EZB dabei ihr Counter Part ist, nehmen eben ganau diese bösen Spekulanten sogar die Gegenseite dieses Geschäfts ein.

    Sündenbock gesucht und gefunden.

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