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Vereinte Nationen Verfolgt und vertrieben – Flüchtlingszahlen erreichen neuen Höchststand

68,5 Millionen Menschen – seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren nicht mehr so viele Menschen auf der Flucht wie heute. Darunter leider vor allem armen Länder.
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GenfDie siebenjährige Vahide hat Glück gehabt. Das Mädchen aus dem Bürgerkriegsland Syrien lebt jetzt mit seinen Eltern und Geschwistern in Istanbul in der Türkei. Vahide spricht türkisch und geht zur Schule. Unter demselben Dach leben auch zwei Cousins Vahides. Deren Vater wurde in Syrien getötet.

Vahide und ihre Familie teilen ihr Flüchtlings-Schicksal mit immer mehr Menschen auf der Welt: Ende 2017 waren laut den Vereinten Nationen rund 68,5 Millionen Kinder, Frauen und Männer auf der Flucht. Das waren 2,9 Millionen Menschen mehr als Ende 2016 – und es markiert einen neuen Höchststand seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

„Die Zahl der Menschen auf der Flucht ist im fünften Jahr hintereinander gestiegen“, warnte der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi, am Dienstag in Genf. Das Hilfswerk UNHCR, dessen Chef Grandi ist, veröffentlicht jedes Jahr vor dem Weltflüchtlingstag am 20. Juni die neusten verfügbaren globalen Zahlen über Vertreibung.

Die Statistik spiegelt ein Zeitalter wider, in dem Gewalt in vielen Ländern zur Norm geworden ist. Unterdrückung, Kriege und Konflikte wollen nicht enden und zwingen die Menschen in die Flucht, viele Betroffene fristen schon seit Jahren ein Leben fern ihrer Ursprungsregion. Mehr als die Hälfte aller Menschen auf der Flucht sind Kinder – wie die kleine Vahide aus Syrien, die es mit ihrer Familie in die Türkei schaffte.

Völkerrechtlich gesehen stellen die 40 Millionen Binnenflüchtlinge die größte Gruppe unter den Menschen auf der Flucht. Binnenflüchtlinge irren im eigenen Land umher, sie überqueren nicht die Grenze ins Ausland. Dann folgen die insgesamt mehr als 25 Millionen Flüchtlinge. Flüchtlinge verlassen ihre Heimatländer, um Gewalt und Verfolgung zu entkommen. Zudem zählt das UNHCR mehr als drei Millionen Asylsuchende.

Die Länder, denen Ende des vergangenen Jahres die meisten Binnenflüchtlinge umherirrten, waren Kolumbien, Syrien, die Demokratische Republik Kongo, der Irak und Somalia. Dramatisch verschärfte sich die Lage in der Demokratischen Republik Kongo.

Plünderungen, Brandschatzungen, Vergewaltigungen sowie Mord und Totschlag in vielen Teilen des afrikanischen Krisenlandes führten zu einer Verdoppelung der Zahl der Binnenflüchtlinge. Rund 4,4 Millionen Kongolesen suchen Schutz in ihrem Heimatland aber entfernt von ihren Siedlungsgebieten. Zudem flohen Hunderttausende Menschen vor den Gemetzeln und Grausamkeiten im Kongo in andere Länder.

Im Brennpunkt der internationalen Krise der Flüchtlinge stehen Syrien, Afghanistan, Südsudan, Myanmar und Somalia. Aus diesen fünf Ländern flohen in den vergangenen Jahren die meisten Menschen. Die fünf größten Aufnahmeländer für Flüchtlinge hingehen waren die Türkei, Pakistan, Uganda, Libanon und der Iran. „Wir haben es also zuallererst mit einer Krise in armen Teilen der Welt zu tun“, hielt Flüchtlingskommissar Grandi fest. Der globale Süden müsse in der Flüchtlingskrise mehr schultern als der globale Norden.

Unter den zehn größten Aufnahmeländern für Flüchtlinge befindet sich mit Deutschland nur ein europäischer Staat. In der Bundesrepublik hielten sich Ende 2017 laut UNHCR knapp eine Million Flüchtlinge auf. Als Beispiel einer gelungenen Integration nennt das Hilfswerk den 37-jährigen Ahmed. Der Mann, geboren in Somalia, lebte im Jemen, wo er für eine Hilfsorganisation arbeitete. Er stellte 2015 in Deutschland einen Asylantrag. Inzwischen hilft er, so schreibt das UNHCR, bei der Freiwilligen Feuerwehr im brandenburgischen Fürstenwalde.

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