Verhandlungen ausgesetzt Athen droht Gläubigern mit Zwangsverzicht

Die Gespräche über den griechischen Schuldenschnitt drohen zu scheitern: Griechenland ist mit den freiwilligen Angeboten der privaten Banken nicht zufrieden - und droht statt dessen nun mit Zwangsmaßnahmen.
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Griechenlands Finanzminister Evangelos Venizelos. Quelle: dpa

Griechenlands Finanzminister Evangelos Venizelos.

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AthenOffiziell sind die Verhandlungen über einen Schuldenschnitt Griechenlands mit dem internationalen Bankenverband IIF nur vertagt worden. Nach Angaben des griechischen Finanzministers Evangelos Venizelos sollen die Gespräch am Mittwoch in Athen fortgesetzt werden, er kommentierte die Gespräche aber nur noch lediglich als „nützlich“.

Offenbar will die griechische Regierung den Ansatz eines freiwilligen Forderungsverzichts nun ganz aufgeben und private Gläubiger notfalls per Gesetz zu einem erheblichen Schuldenschnitt zwingen. Ein Regierungssprecher in Athen schloss einen solchen Schritt nicht mehr aus. Die Regierung habe aber noch nicht entschieden, ob sie ein entsprechendes Gesetz ins Parlament einbringen wolle. Ein Verhandlungsinsider erklärte, die Unterhändler seien inzwischen weniger optimistisch, was die Chancen auf eine Einigung angehe.

In einer IIF-Erklärung hieß es, die Gespräche seien unterbrochen, um „Zeit für ein Nachdenken über die Vorteile eines freiwilligen Ansatzes“ zu gewinnen. Trotz der Anstrengungen der griechischen Regierung habe der vorgelegte Vorschlag nicht zu einer konstruktiven Antwort aller Teilnehmer geführt.

Bei einem Scheitern drohten katastrophale Folgen für Griechenland und Europa. Aber ein Zwangsverzicht würde zu womöglich noch größeren Folgen führen - denn die Ratingagenturen hatten damit gedroht, in einem solchen Fall Griechenland als bankrott zu erklären - was wiederum Europas Banken erschüttern würde.

Die griechische Zeitung „Ta Nea“ hatte berichtet, die Regierung wolle spätestens am Montag ein Gesetz vorlegen, mit dem auch unwillige Gläubiger zu einem Forderungsverzicht in Form eines Anleihentauschprogramms gezwungen werden könnten.

Die Schuldengespräche führen Venizelos, der griechische Ministerpräsident Lucas Papademos und der Chef des internationalen Bankenverbands IIF Charles Dallara. Am Vortag hatte der IIF erklärt, es gebe immer noch „ungelöste Kernpunkte“ und die Zeit werde knapp. Wo genau die Knackpunkte liegen, wurde offiziell nicht bekannt. „Gestern waren wir vorsichtig und zuversichtlich“, sagte eine Person, die den griechischen Verhandlungsführern nahe steht. „Heute sind wir weniger optimistisch.“

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27 Kommentare zu "Verhandlungen ausgesetzt: Athen droht Gläubigern mit Zwangsverzicht"

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  • Die Rettung Griechenlands – schon seit Mai 2010 werden wir damit in die Irre geführt. Zum einen geht es um die französischen Banken, die bei einer Insolvenz Griechenlands ebenfalls Insolvenz anmelden müssten und zum anderen geht es um ca. 200 Milliarden Euro an dann fällig werdende CDS`s.
    Eine Insolvenz Griechenlands ist wahrscheinlich die einzige Gelegenheit für Investoren, voll ausgezahlt zu werden. Weil sich Hedgefonds angeblich im großen Stil mit CDS auf griechische Staatsanleihen eingedeckt haben, fürchtet die Politik bei einer Pleite Athens einen Flächenbrand, wie zu Beginn der Finanzkrise 2008: Damals hatten sich die Risiken aus schlecht besicherten Hauskrediten in den USA per CDS im gesamten Finanzmarkt ausgebreitet und zahlreiche Banken in die Pleite gerissen.

    Hier spielt die Musik, hat mit der Rettung, der wirtschaftlichen Erholung Griechenlands absolut nichts am Hut. Man schont schon wieder die Zocker, die sich wieder mal verzockt haben – koste es was es wolle – mit den Steuergeldern der ehrlichen Bürger Europas.
    Keine einzige Zusage von Sparmaßnahmen muss erfüllt werden und trotzdem werden die Milliarden ausbezahlt. Würden wir auch so machen.
    Die Bürger Griechenlands haben nur dann eine Chance auf eine wirtschaftliche Erholung, wenn sie 90% ihrer „Beamten/Fakelakiempfänger“ in die Wüste schicken und sich vom Euro verabschieden.

  • Aus ökonomischer Sicht ist der griechische Staat bereits seit längerer Zeit insolvent; seit 2010 bedient er fällig gewordene Zahlungen zu einem erheblichen Teil nicht aus eigenen Einnahmen, sondern über Leistungen anderer.

    Die seitdem neu gewährten Kredite - egal in welcher Form - kaschieren lediglich die historischen Zahlungsausfälle des griechischen Staats. Die Staatspleite ist längst wirtschaftliche Tatsache, egal ob so deklariert oder auch nicht.

    Nunmehr lotet die griechische Regierung aus, wie weit sie durch Drohungen alte und potentielle neue Gläubiger dazu treiben kann, die Staatsschulden auch weiterhin "freiwillig" zu übernehmen. Den bisherigen Schuldsaldo haben alle Gläubiger sowieso schon längst übernommen - wahrscheinlich auch endgültig.

  • Man stelle sich vor, ich leihe mir bei meiner Bank Geld. Nach ein paar Jahren gehe ich zur Bank, und sage, hm, irgendwie habe ich keine Lust, mich anzustrengen, um das Geld zurückzuzahlen, einigen wir uns doch, daß ich nur die Hälfte (oder weniger) zurückzahle. Die Bank ist damit nicht einverstanden, dann werde ich ganz schrecklich böse und drohe der Bank mit Zwangsmaßnahmen.

  • So wäre es unter normalen Umständen ganz sicher.

    Weil dies allen Beteiligten von vorn herein klar ist, sind diese Personen von jeglicher Strafverfolgung freigestellt.

    Immunität gab es schon immer. Es sei denn, man steht als Verlierer da.

  • Das liest sich ja alles fürchterlich, was die Griechen da vorhaben. Aber die Griechen haben die Deutschen noch nicht richtig studiert. Wenn sie dies vorgenommen hätten, dann würden sie auf die Rückzahlung Einkommensteuer und Krankenversicherungsbeiträge erheben.

    Nichts anderes hat nämlich die Bundesregierung gemacht als sie die volle Rentenbesteuerung eingeleitet hat. Die im Zweifel aus dem Nettovermögen eingezahlten Versicherungsbeiträge werden nämlich bei der späteren Rückzahlung, der Rente, mit Einkommensteuer und Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen belastet.

  • Resümeeeee:
    Das Präludium zu der Großen Europa-Krise dauerte 2-3 gute Jahre; die Große Europa Krise wird 20-30 böse Jahre dauern ... Oder kennt sich da einer im diesen Timing besser aus? (bzw. kann hier mit einer klar sichtigeren Kristallkugel prahlen)

  • @HansWurst
    Ihre Benutzerkennung passt perfekt ! Glückwunsch !

  • Griechenland ist das trojanische Pferd, geschaffen von Goldman-Sucks und seinen unseeligen Genossen.
    Erst mal "reinbringen" in die Währungsunion - man darf auch ein wenig schummeln - und damit viel Geld verdienen und dann - mit Hilfe der griechischen "Elite" die Währungsunion vernichten - und daran sehr viel Geld verdienen und den angelsächsischen Führungsanspruch untermauern. Beschissen (entschuldigung) sind freilich die griechischen Bürger und die steuerzahlenden Bürger Europas im allgemeinen. Das Wohl der amerikanischen Bürger interessiert schon lange nicht mehr - dafür gibt es Terrorgesetze. Funktioniert doch - wie es soll!
    Wir können uns entscheiden - kaufen wir Gold oder Gewehre.

  • Athen droht, ja aber die Zwangsenteignung.
    Muessen wir doch auf den Vorschlag von Donna Angela zurueckkommen und griechische Inseln als Faustpfand nehemne? Dann darf dort auf ein Kuckuck wie Wulff sein Winterquartier beziehen, denn dann machte er dort Urlaub, offiziell auf Staatskosten. Wir koennten dann auch lebenslaenglich Verurteilten einen Urlaub zugestehen, wenn die Knasts winterfest werden muessen...wegen der Energiesparverordnung!
    Dort auf den Inseln ist viel Granit und Marmor vorhanden.... also fuer Sinvolle koerperliche Betaetigung koennte gesorgt werden, Schoenes WE, liebe Griechen, aber die regierung vom Michel ist so bloede und zahlt ohne eine Sicherheit zu verlangen....., splange er noch Steuerzahler gibt!

  • bin der meinung die griechen sollen wieder den tauschhandel einführen steine und muscheln haben sie ja noch genug gruß aus dem noch reichen deutschland

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