Verhandlungen mit Iran „Ab nun tickt die Uhr“ für den Iran

US-Präsident Barack Obama wehrt sich gegen die Kritik, zu sachte mit Iran umzugehen. In den Verhandlungen seien „keine Zugeständnisse“ gemacht worden. Dem Iran drohte er mit weiteren Sanktionen.
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US-Präsident Obama bei der Abschluss-Pressekonferenz des Amerika-Gipfels. Quelle: Reuters

US-Präsident Obama bei der Abschluss-Pressekonferenz des Amerika-Gipfels.

(Foto: Reuters)

CartagenaNach israelischer Kritik an den internationalen Atomgesprächen mit dem Iran ist US-Präsident Barack Obama dem Eindruck entgegengetreten, mit Teheran werde zu nachsichtig umgegangen.

Bei den Gesprächen der sogenannte 5+1-Gruppe, die aus den fünf Vetomächten im UN-Sicherheitsrat sowie Deutschland besteht, und Vertretern Teherans in Istanbul seien „keine Zugeständnisse“ gemacht worden, sagte Obama nach dem Ende des Amerika-Gipfels im kolumbianischen Cartagena.

„Wir werden sehen, ob wir Fortschritte machen“, sagte Obama bei einer Pressekonferenz anlässlich des Amerika-Gipfels in Kolumbien. „Aber nun tickt die Uhr.“ Er habe dem Iran und den Verhandlungspartnern klar gemacht, dass die Gespräche sich nicht unendlich hinziehen könnten.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte die internationalen Atomverhandlungen mit dem Iran zuvor kritisiert. Durch die Gespräche vom Wochenende und ihre geplante Fortsetzung Ende Mai habe der Iran zusätzlich Zeit gewonnen: „Mein erster Eindruck ist, dass dem Iran ein Geschenk gemacht wurde“, erklärte Netanjahu am Sonntag.

Vertreter der internationalen Gemeinschaft und Teherans hatten die ersten Atomgespräche seit mehr als einem Jahr im türkischen Istanbul verhalten positiv bewertet. Konkrete Ergebnisse gab es nicht. Beide Seiten einigten sich aber auf die Fortsetzung der Gespräche am 23. Mai in der irakischen Hauptstadt Bagdad.

Mehrere westliche Länder verdächtigen Teheran, am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Der Iran bestreitet dies und pocht auf sein Recht zur friedlichen Nutzung der Atomenergie. Zuletzt hatte sich der Konflikt weiter zugespitzt: Israel, das sich durch einen atomar bewaffneten Iran in seiner Existenz bedroht sieht, zieht einen Militärangriff gegen die iranischen Atomanlagen in Erwägung.

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12 Kommentare zu "Verhandlungen mit Iran: „Ab nun tickt die Uhr“ für den Iran"

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  • Na denn man tau,
    immer drauf die Bomben, aufn Iran wenn wir das richtig sehen .Wer nun eigentlich ein Terrorist ist steht ja auch schon eigentlich seit langem fest. Das sind naemlich die ,die ne Bombe aber keine richtige Luftwaffe besitzen. Aber egal ,Hauptsache man kann da auch noch gleich die ungerechte Verteilung des Erdoeles wieder mal in die richtigen Bahnen lenken. Oder ging's nicht sowieso nur darum?

  • Eigentlich macht es doch keinen Unterschied, ob der Iran eine Atombombe hat oder nicht: Hätte er eine, wäre ein Angriff nicht wünschenswert -Dritter Weltkrieg-, hätte er keine, entfält jeder Grund für einen Angriff, außer vielleicht die Rhetorik zweier oder dreier Regierungen.

    Und wenn jetzt mit einen Faschismus-präventivkrieg argumentiert wird - so etwas halte ich für ungerechtfertigt (Im Falle des Irans), denn der Präsident vor Ahmadinedschad war besser als dieser, nur Präsident Busch hat die damalige Chance nicht genutzt (Schweizer Memorandum) und - gut - die Islamisten haben demokratische Reformen letztlich verhindert.
    Trotzdem halte ich einen Krieg für ein schlechtes Instrument, auch wenn die Sanktionen nur über einen sehr langen Zeitraum eine Wirkung zeigen werden

  • @ mcxsv
    Investieren Sie diese 12 Minuten und sie halten keine Israel Plädoies mehr...

    http://www.youtube.com/watch?v=2m5S0j7mx3I

  • Es gibt viele Gründe den Iran daran zu hindern sich eine Atombombe zuzulegen, nukleares Wettrüsten in einer instabilen Region, Null Vorwanzeiten, kein rotes oder wie auch immer Telefon, etc. pp.
    Wer glaubt das der ein Land das auf einer der größten Ölreserven der Welt sitzt ein Energieproblem hat oder keine Alternativen als nukleare Stromerzeugung glaubt auch an den Weihnachtsmann.
    Eine iranische Atombombe kann man nur militärisch verhindern oder gar nicht. Wem das zu bellizistisch ist der kann ja gerne dabei zusehen wie nochmal vollkommen nutzlos rumverhandelt wird bis der Iran die Bombe hat.

    Israel als Atommacht ist zwar unschön aber in der Region unumgänglich. Es sollte auch die einzige Atommacht dort bleiben.Gründe s.o.

  • fariborsm
    16.04.2012 09:46
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    0 0

    „Ab nun tickt die Uhr“ für den Iran? Läuft die Schulden Uhr in Berlin und drüben in den Staaten für den Iran?.
    Obama mahnt Teheran: "Die Zeit läuft"
    Der schwarze man im weißen Haus übertreibt nicht. Niemand weis besser als er, dass der auf Talfahrt befindlichen US - Wirtschaft, nach der Rezession in Europa dem Stress mit den Mullahs zum Grunde hat. Bei Leibe Christi, die Zeit läuft. Allerdings auch für uns

  • @ ihr..
    NIE, den Israel ist diesen Sperrvertrag nie beigetretten und MUSS deshalb und kann auch nicht von der IAEO untersucht werden.

  • Horst Teltschik hat im Deutschlandfunk das Mittel der Sanktionen gegen den Iran sehr treffend als völlig wirkungslos beschrieben.
    Indien kann gar nicht ohne das Öl aus Iran und wird den Teufel tun und seine Wirtschaft den Animositäten der Amerikaner oder Europäer zu opfern. Deutschland bezieht nur minimale Mengen aus dem Iran und kann leicht `ne grosse Klappe haben, weil das iranische Öl hier bedeutungslos ist.

    Meiner Ansicht nach beschleunigen solche Sanktionen nur den Aufbau alternativer Zahlungswege, zb.eigene Swift Abkommen mit den BRIC Staaten, vorbei am Petro Dollar.

  • Massenvernichtungswaffen? Hier gar die Atombombe!
    Das hatten wir doch schon mal. Damals im Irak - aufgrund Lügenbeweisen marschierte man damals ein, tatsächlich wollte der kleine Busch und die Öllobby die irakischen Erdölreserven unter Kontrolle bringen. Das Ergebnis: Das US-amerikanische Forschungsinstitut »Just Foreign Policy« in Washington hat in seinem neuesten Informationsbulletin informiert, dass den eigenen Untersuchungsergebnissen zufolge bislang 1.366.350 Irakerinnen und Iraker seit Beginn der US-Invasion im März 2003 ihr Leben verloren haben.

  • Natürlich was Herr Grass schreibt, ist -gras.
    Aber berücksichtigt man, den Mauerbau von Israel, oder die Anschläge im Iran auf Atom Wissenschaftler, die wohl keinen Kinds-tot gestorben sind, oder auch die eigenen "Pilzwaffen" der Israelis, ist Kritik angebracht.
    Das die UNO unter der Führung der USA nicht zuckt, wenn Israel ins Spiel kommt, ist doch kein Wunder.
    Von welchen Ländern, die Mitglied der UNO sind, kommen den die Waffenexporte für Israel?
    Über alles wächst natürlich irgendwann Gras.

  • Es ist die gleiche Machart der USA und deren Verbündeter, zuerst ein souveränes Land provozieren, um es anschließend mit Lügen zu Bombardieren, und am Ende einzumarschieren, und nach den nicht oder noch nicht fertigen Atomwaffen zu suchen, wie geschehen im Iran. Und ganz zum Schluss, ein unstabiles Land zu hinterlassen, dies ist die Strategie der USA.
    Die USA sind für mich, die größten Aggressoren auf der ganzen Welt.
    Danke

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