Verhandlungen um Hilfen Zitterpartie auf Zypern

Wer soll wie viel beitragen? Die Verhandlungen zwischen Zypern und den Geldgebern über ein Hilfspaket gestalten sich schwierig. Die Zeit drängt, doch Nikosia scheint es nicht besonders eilig zu haben.
Update: 24.03.2013 - 01:14 Uhr 58 Kommentare
Bankangestellte warnten am Samstag in Nikosia vor einer möglichen Staatspleite. Quelle: dpa

Bankangestellte warnten am Samstag in Nikosia vor einer möglichen Staatspleite.

(Foto: dpa)

NikosiaSpannung im pleitebedrohten Zypern: Trotz wachsenden Zeitdrucks gab es bei den Verhandlungen zwischen der Regierung in Nikosia und der Geldgeber-Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) am Samstagabend keine Einigung.

Die zyprische Nachrichtenagentur CNA und der Staatsrundfunk berichteten unter Berufung auf Regierungskreise, es gebe Komplikationen. Die IWF-Vertreterin stelle „immer wieder neue Forderungen“.

Am späten Abend verließ die Troika das Präsidialgebäude. Wie es aus Kreisen der Regierung hieß, sollen die Gespräche heute „in Nikosia oder sogar direkt in Brüssel“ fortgesetzt werden. An diesem Sonntag will dort auch die Euro-Gruppe über Zypern beraten.

Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Zwangsabgabe auf Geldeinlagen des größten zyprischen Geldinstituts, der Bank of Cyprus. Dort sollen russische Oligarchen Milliarden geparkt haben. Über die geplante Höhe der Abgabe machten am Abend verschiedene Gerüchte die Runde.

So berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen hochrangigen Regierungsvertreter, dass sich die Runde bereits geeinigt habe. Demnach sollen Kleinsparer verschont werden – erst ab Einlagen über 100.000 Euro soll eine Abgabe von 20 Prozent erhoben werden. Von den Kunden der anderen zyprischen Banken seien bei Guthaben ab 100.000 Euro 4 Prozent fällig. Die Zeitung „Kathimerini“ berichtete, es werde eine Abgabe von 18 bis 22 Prozent bei der Bank of Cyprus geben.

Vertreter der Troika waren für eine Bestätigung nicht erreichbar. Zyperns Finanzminister Michael Sarris hatte zuvor gesagt, es habe erhebliche Fortschritte bei den Verhandlungen gegeben. „Wir haben ein umfassendes Programm vorgelegt“, so Sarris. Es gebe jedoch einige Themen, die noch nicht geklärt seien.

Das EU-Land muss eine Eigenleistung von 5,8 Milliarden Euro zusammenbringen, um von den internationalen Geldgebern Nothilfen von 10 Milliarden Euro zu bekommen. Die EZB hat angekündigt, dass sie nur noch bis einschließlich Montag Geld für die zyprischen Banken bereitstellen wird. Danach sollen nur dann weiter Mittel fließen, wenn es ein Sanierungskonzept gibt.

Bei einem Krisentreffen in Brüssel wollen die Finanzminister der Euro-Länder am Sonntag ab 18 Uhr über ein revidiertes Hilfspaket entscheiden. Vermutlich erst danach will sich dann das zyprische Parlament damit beschäftigen.

Unterdessen sollen die Banken auf Zypern bis Montag geschlossen bleiben, weil mit einem Ansturm auf die Schalter gerechnet wird, sollte es keine Rettung geben. „Unglücklicherweise haben die Ereignisse der vergangenen Tage zu einer Situation geführt, in der keine optimalen Lösungen mehr möglich sind“, sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn per Mitteilung. „Heute sind nur noch die harten Entscheidungen übrig.“

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58 Kommentare zu "Verhandlungen um Hilfen: Zitterpartie auf Zypern"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ich suche noch Transplantationsvorhautspender für Moslems die zum Christentum übetrteten wollen.

  • Und die da unten in Cypern denken wirklich was die protestieren würde hier irgendjemanden interessieren? Die lassen uns schon innerhalb Frankfurts keine Demoaufrufe wegen der Vorrasdatenspeicherung plakatieren und da wo man ihnen gesagt hat sie sollen erstmal ihre Insel zu türksicher Lira machen bevor wir FrISCHe Euros aus Frankfurt schicken! Außerdem könnte man kreativer werden wie: Der Rest Europas soll noch härter dafür arbeiten damit Zypern mehr Geld bekommt. / Portemonnaie von Herrn/ Frau ____ bitte randvollmachen (unter angebe eienr Bankverbindung hilfs-/ersatzweise [x] nur große Scheine).

    http://central.banktunnel.eu/20130324-plakatwand.jpg

  • 'Freidenker' sagt
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    Wie dumm doch die meißten Menschen immer noch sind...unfassbar!!
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    Kann man nichts machen - Intelligenz (und Ihr Gegenteil) ist zu 80% angeboren.

    Für Sie gibt da leider es nicht viel Hoffnung.

  • 'spaete_Einsicht' sagt
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    @Jannemann: ich nehme an, Sie meinen REchner damit. Genau dasselbe dachte ich mir auch. Unser grosser Verfechter der ganzen Massnahmen beginnt leiser zu singen. Sollte er sein, dass er langsam einsieht, wie sehr man sich an der Nase rumführen hat lassen mit all den tollen Hilfsaktionen/Wunschdenken vom paradiesischen Europa?
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    Sie und 'Jannemann' machen es sich leider viel zu einfach.

    Denn während ich es verkehrt halte, unter den gegebenen Umständen Zypern weiter zu "retten", und es auch für verkehrt hielt Griechenland weiter zu "retten", halte ich die Fortführung und auch die Gewährung der Stabilisierungsprogramme für Irland, Portugal und Spanien nach wie vor für richtig.

    Und ich hielt es auch für richtig, letzte Woche den Zyprioten das Angebot der Stabilisierungsprogramms zu machen.

    Jetzt haben Sie es eben gründlich versaubeutelt und sägen mit der Großabgabe für Großanleger den Ast ab auf dem sie 20 Jahre lang gesessen haben.

    Ebenso halte ich die Ankäufe von Staatsanleihen durch die EZB 2011 nach wie vor für richtig.

    Und die Einrichtung des ESM.

    Und den Euro.

    ...

    Ich erlaube mir eben, jeden Fall für sich zu beurteilen, und nach der jeweils gegebenen Sachlage.

    Während Sie es sich einfach machen und mit immer den gleichen Parolen - die von Fall zu Fall auch 'mal zufällig zutreffen können - alles in Bausch und Bogen ablehnen.

  • 'Billy_Idol' sagt
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    Zitat dwn :
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    "dwn" sollen wohl die "Deutschen Wirtschaftsnachrichten" sein.

    Das ist eine vom CIA finanzierte Hetzseite, die versucht den Euro zu unterminieren um die Hegemonie des US-Dollars zu erhalten.

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    'Billy_Idol' sagt
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    Für die Europäische Zentralbank geht es in der Zypern-Krise auch um das eigene Überleben: Der Großteil der Staatsanleihen von Zypern sind bei der EZB als Sicherheiten hinterlegt. Sie machen ein Drittel des Eigenkapitals der EZB aus. Geht Zypern pleite, wankt die EZB.
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    100% erstunken und erlogen:

    1. Seit letzes Jahr sind zypriotische Staatsanleihen nicht mehr beleihungsfähig. Deshalb liegt KEINE EINZIGE zypriotische Staatsanleihe als Pfand bei der EZB.

    2. Selbst wenn ALLE zypriotischen Staatsanleihen die es gibt als Pfänder bei der EZB liegen würden, so wären das mit etwa 14 Milliarden nicht ein Drittel des Eigenkapitals der EZB von 85 Milliarden (inkl. Risikorückstellungen). Sondern 16%.

    Und von den über 400 Milliarden Bewertungsreserven in der Bilanz der EZB hat der CIA-Schreiberling der "Deutschen Wirtschaftsnachrichten" offensichtlich auch noch nichts gehört.

    Sonst würde der nicht davon phantasieren, daß die 10 Milliarden abzuschreibenden ELA-Kredite der EZB - darum geht es in Wirklichkeit - die EZB ins Wanken bringen würde.


  • @ Freidenker

    ACHTUNG : PROPAGANDISTISCHE VERZERRUNGEN IM HB - FORUM

    Ein LINKER- Propagandaschreiberling Namens "FREIDENKER"

    KACKT das HB-Forum mit Kommunistischer Ideologie voll !

  • Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: http://www.handelsblatt.com/netiquette

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  • @Mazi und @heinz

    wissen sie was mir immer so an den mitteldeutschen Nachrichten gefällt??...das diese immer Polemisieren!!

    Investigativer Journalismus sieht anders aus! Der unterlegt seine Aussagen nämlich mit Fakten!!!!

    Wie dumm kann ein Mensch eigentlich sein???

  • Wie erleben das Endspiel des Geldsystems, jeder muss wissen worum es grundlegend geht damit sich etwas ändern kann.

    Einfache Worte eines einfachen Mannes:

    http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=5uw4207OpZQ

    Und hier noch ein Link der das Geldsystem einfach erklärt. Auch für Kinder geegnet. Sehr sehenswert.
    http://www.youtube.com/watch?v=CnjKnHXnL34

    Die Rolle der Fed - In europa auch EZB genannt
    http://www.youtube.com/watch?v=0MLBGDTvpZU

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