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Verhandlungspoker EU-Notplan soll harten Brexit im Falle eines Ausstiegs ohne Abkommen verhindern

Mit dem Notfallplan soll es nach einer kurzen ungeregelten Phase Anfang Januar einen nachträglichen Handelsvertrag geben. Damit will die EU Druck aus den Verhandlungen nehmen.
21.10.2020 - 04:29 Uhr 4 Kommentare
Der harte Bruch mit der EU droht nach bisheriger Erwartung, wenn in den nächsten zwei bis drei Wochen kein Vertrag zustande kommt. Quelle: dpa
Die Nationalflagge des Vereinigten Königreichs Großbritannien vor dem Big Ben

Der harte Bruch mit der EU droht nach bisheriger Erwartung, wenn in den nächsten zwei bis drei Wochen kein Vertrag zustande kommt.

(Foto: dpa)

Berlin Im Poker um ein neues Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union (EU) und Großbritannien könnte es einem Medienbericht zufolge auch im Falle eines harten Brexits noch zu einem Handelsvertrag kommen. Auf EU-Ebene werde derzeit eine Notfallvariante geprüft.

Der Handelsvertrag müsste demzufolge nicht unbedingt schon zum Jahresende unter Dach und Fach sein. Notfalls würde nach einer kurzen ungeregelten Phase Anfang Januar ein Vertrag mit Verspätung in Kraft treten. Das berichten die Zeitungen der „Funke Mediengruppe“ unter Berufung auf EU-Ratskreise am Mittwoch.

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„Es wird jetzt diskutiert, dass man für den Fall, dass eine Einigung etwa bis zum 10. November nicht gelingt, für ein paar Wochen zu Jahresanfang Chaos beim Brexit in Kauf nimmt und einfach weiter verhandelt“, sagte ein mit den Gesprächen vertrauter hochrangiger EU-Diplomat. Eine wünschenswerte Lösung sei dies nicht, weil für einen gewissen Zeitraum doch so etwas wie ein harter Brexit zugelassen würde.

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    Premierministers Boris Johnson hält hingegen eine Rückkehr an den Verhandlungstisch nach einem harten Brexit für ausgeschlossen. „Wir haben wiederholt klargestellt, dass eine Vereinbarung vor dem Ende der Übergangszeit getroffen werden muss, und wir werden nächstes Jahr nicht mehr weiter verhandeln“, sagte ein Sprecher Johnsons. Die Regierung müsse den britischen Bürgern und Unternehmen Sicherheit geben, und mit „endlose Verhandlungen“ erreiche man dies nicht.

    Der harte Bruch mit der EU droht nach bisheriger Erwartung, wenn in den nächsten zwei bis drei Wochen kein Vertrag zustande kommt. Dann dürfte eine Ratifizierung durch die Parlamente in Brüssel und London und die technische Umsetzung nicht mehr rechtzeitig bis zum Auslaufen der bisherigen Brexit-Übergangsphase zum Jahresende gelingen.

    Mehr: Der britische Premier bleibt im Konflikt um eine Handelsvereinbarung hart: Die Gespräche seien zu Ende, da die EU nicht bereit sei, ihre Position zu ändern.

    • rtr
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    4 Kommentare zu "Verhandlungspoker: EU-Notplan soll harten Brexit im Falle eines Ausstiegs ohne Abkommen verhindern"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Peinlich aber wahr die zaudernde Haltung Berlins verbunden mit notorisch milder Haltung gegenüber UK ist auch ein Affront gegenüber unserem wichtigsten Partner in Paris.

    • Da steht einer auf der Insel im Nordwesten von Europa mit dem Rücken an der Wand und pokert mit nichts in der Hand - und die Eu fällt auf den Bluff rein.
      Ich glaube Boris Johnson hat noch nicht verstanden, dass UK keine Weltmacht mehr ist, sondern 2021 auf den Status einer kleinen und unbedeutenden Insel zurückfällt, deren Wirtschaft am Boden liegt.

      Wo sind die Prinzipien der EU? Wollen wir uns wirklich, nur des Geldes wegen, von einem weltfremden Zocker über den Tisch ziehen lassen. China, Russland, Amerika, Herr Orban, Kachinsky ... schauen genau hin und lachen sich ins Fäustchen.

    • .... irgendwie scheint es in der EU die Pflicht zu sein, sich über den Tisch ziehen zu lassen!
      Schon Thatcher mit "I want my money back" hat Europa in die Enge getrieben und die Engländer haben sich dann massiv die Rosinen aus dem EU Kuchen gepickt.

      Einen Wanderer soll man nicht aufhalten, bye-bye - es war interessant mit Euch, liebe Engländer, Ihr habt eine tollen Humor, wir wollen Freunde bleiben, auch ohne Verträge!

    • Warum soll die EU sich in der Pflicht fühlen einen harten Brexit zu verhindern?
      Hier zu schnell vergessen wer für diesen Zustand verantwortlich war und immer noch(!) ist.
      Wenn wir UK gegenüber einknicken, wie soll die EU dann erst gegenüber den Supermächten und EU-intern gegen Populisten wie Orban bestehen.
      Eine vielleicht momentan schmerzvolle Härte ist mittel und Langfristig zielführender.

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