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Verkehrsstreit Österreich plant Befreiung von der Autobahnmaut im Grenzgebiet

Gute Nachrichten für Reisende: Im österreichischen Grenzgebiet könnte bald die Maut wegfallen. Im Konflikt mit Deutschland sind aber noch nicht alle Streitpunkte vom Tisch.
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An einer Windschutzscheibe in München (Oberbayern) kleben mehrere Autobahnvignetten aus Österreich und der Schweiz. Quelle: dpa
Maut in Österreich

An einer Windschutzscheibe in München (Oberbayern) kleben mehrere Autobahnvignetten aus Österreich und der Schweiz.

(Foto: dpa)

Wien, München Mit einer geplanten Mautbefreiung für Autobahnabschnitte in Grenznähe gibt Österreich im Verkehrsstreit mit Deutschland zur Wintersaison ein Signal der Entspannung. Die konservative ÖVP, Grüne und die liberalen Neos stimmten am Dienstag in einer Ausschusssitzung im Nationalrat in Wien für einen Antrag, fünf Autobahnabschnitte nahe der deutschen Grenze von der Vignettenpflicht zu befreien.

Die endgültige Entscheidung soll bei der Plenarsitzung am Mittwoch fallen, der Beschluss gilt als wahrscheinlich. Die bayerische Staatsregierung begrüßte den Schritt als positiven Schritt.

Mit der Maßnahme soll der Ausweichverkehr vor allem von deutschen Autofahrern über Landstraßen eingedämmt werden. Profitieren könnten etwa Menschen, die aus Deutschland ins österreichische Grenzgebiet zur Arbeit pendeln. Nächstes Jahr kostet eine Zehn-Tages-Vignette in Österreich 9,40 Euro, für das ganze Jahr werden 91,10 Euro erhoben.

Vorgesehen sind Ausnahmen unter anderem auf der Westautobahn (A1) zwischen dem Walserberg und der Anschlussstelle Salzburg-Nord sowie auf der Inntalautobahn (A12) zwischen der Grenze und der Anschlussstelle Kufstein-Süd.

Vor allem zwischen den politischen Spitzen im österreichischen Bundesland Tirol und in Bayern sorgt der Verkehrsstreit seit Jahren für Zündstoff. Die teilweise Mautbefreiung sei zwar nicht die Lösung aller Probleme, aber ein positives Signal, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in München.

Neben dem langen Streit über die Vignettenpflicht auf Streckenabschnitten hinter der Grenze gibt es aber weitere Verwerfungen. So hat Tirol etwa für die Wintersaison an mehreren Wochenenden und Feiertagen Fahrverbote angekündigt, um ein Ausweichen bei Staus auf der Autobahn zu verhindern. Ein weiterer Streitpunkt zwischen Deutschland und Österreich sind regelmäßige Blockabfertigungen für Lastwagen, die auf bayerischer Seite oft zu langen Staus führen. Für das erste Halbjahr 2020 dürfen Lkws bereits an 20 Tagen die Grenze nur blockweise passieren.

Jährlich fahren rund 2,4 Millionen Lastwagen über den Brenner – mehr als über alle anderen Alpen-Grenzübergänge in der Schweiz und Frankreich zusammen. Viele Spediteure nehmen teils lange Umwege in Kauf, um über den Brenner zu fahren. Das Land Tirol setzt sich daher auch dafür ein, dass die Strecke von München bis Verona durch Mautgebühren teurer und somit unattraktiver wird.

Mehr: Wer mit dem Auto durch europäische Nachbarländer reist, muss meist Autobahngebühren zahlen. Von einem einheitlichen Prozedere kann jedoch keine Rede sein. Ein Überblick.

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  • dpa
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