Vermögensabgabe im Gespräch Rettungspaket für Zypern soll schrumpfen

Die Kriseninsel wartet sehnlichst auf das 17,5-Milliarden-Hilfspaket der Euro-Länder. Doch die Europäer prüfen nun neue Modelle zur Sanierung des Finanzsektors – so sollen Zyperns Banken an den Kosten beteiligt werden.
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Zentrale der Bank of Cyprus in Nikosia. Quelle: dpa

Zentrale der Bank of Cyprus in Nikosia.

(Foto: dpa)

BrüsselDie internationalen Geldgeber prüfen nach Informationen des Handelsblatts (Freitagausgabe) derzeit mehrere Maßnahmen, um das geplante Hilfspaket für Zypern zu verkleinern. Vor allem Deutschland dringt darauf, Zyperns Banken an den Kosten zu beteiligen.

Die radikalste Option wäre eine Nutzung der Spareinlagen, die auf den Bankkonten des Landes liegen. Die EU-Kommission sieht ein solches Bail-in allerdings kritisch. Sie befürchtet, dass es das Vertrauen der internationalen Finanzmärkte in die Euro-Zone erneut erschüttern könnte.

Man müsse die finanzielle Stabilität der Währungsunion im Blick behalten, hieß es in Brüssel. Allerdings ist man sich innerhalb der Behörde bei der Ablehnung des Bail-in nicht einig. Eine Möglichkeit bei einem solchen Bail-in wäre es auch, die Guthaben der Zyprer nicht anzurühren, sondern nur die der ausländischen Sparer. Das dürfte jedoch Rechtsstreitigkeiten mit den betroffenen Staaten provozieren.

Neben einem Bail-in wird nach Angaben aus Verhandlungskreisen auch eine Vermögensabgabe diskutiert. So könnte man zumindest reiche Zyprer an der Rettung beteiligen. Dazu passt eine bisher unveröffentliche Studie der Europäischen Zentralbank (EZB). Nach Informationen des Handelsblatts haben die 17 nationalen Notenbanken unter EZB-Federführung die Vermögenssituation in den Euro-Staaten untersucht. Bei den privaten Pro-Kopf-Vermögen soll Zypern innerhalb der Euro-Zone in der Spitzengruppe liegen, noch vor Deutschland, Frankreich und Italien.

Bleibt Zypern in der Euro-Zone?

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17 Kommentare zu "Vermögensabgabe im Gespräch: Rettungspaket für Zypern soll schrumpfen"

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  • Die „radikalen Optionen“ (Zitat Handelsblatt) sind, ebenso wie die Vermögensabgabe, eine gute Idee. Aber warum wird so etwas erst jetzt angedacht? Kann es sein, dass die – oft russischen – Kunden zypriotischer Banken keine so gute Lobby in Brüssel haben wie das europäische und amerikanische Bankensystem, das bei einer Beteiligung der Einleger und Gläubiger bei den vorangegangenen „Rettungsaktionen“ geschont wurde?

  • Zitat aus der SDZ : Allerdings würde das Programm die zyprische Staatsschuld gemessen an der Wirtschaftsleistung auf ein untragbares Niveau von etwa 140 Prozent katapultieren.
    Trotz der Probleme sieht die Bundesregierung intern keine Chance mehr, die Hilfen zu verhindern - zu groß ist der Druck der Euro-Partner und der Europäischen Zentralbank (EZB).

    Das "Sparschweinchen auf Rädern" hat doch eben 4 Mrd. € Steuereinnahmen zusätzlich verkündet ! Ab nach Zypern damit, ist doch "INTERN" schon beschlossen.??!!!

  • Ja, hoffentlich bald. Wenn wir nämlich Ursache und Wirkung nicht mehr länger verwechseln, erkennen wir sehr schnell, dass wir in Wirklichkeit keine Schulden-, sondern eine Guthabenkrise haben. Denn die Guthaben der Einen sind bekanntlich die Schulden der Anderen. Und wenn die (Groß-)Geld-Horter weiterhin in beachtlichem Stil den Konsum verweigern, werden wir die Staatsschulden nie abbauen. Schließlich sparen ja inzwischen in Deutschland alle Sektoren der Volkswirtschaft, die privaten Haushalte, die Unternehmen und der Staat - über die Schuldenbremse. Auf letztere könnten wie aber in einem Käufermarkt locker verzichten, wenn wir eine Guthabenbremse einführen würden.

  • @Harlemjump

    Einen Flächenbrand wird es nicht geben. Vor kurzen ging die 6.-größte Bank Litauen pleite. Haben Sie's bemerkt? Nicht einmal die lokale Währung nahm Notiz davon. Der Wechselkurs blieb konstant.

    http://www.comdirect.de/inf/waehrungen/detail/chart.html?timeSpan=6M&ID_NOTATION=8371454#timeSpan=1Y&e&

    Hier geht es nur darum die Vermögen der Reichen zu schützen, die sich auf Kosten des Staates bereichert haben. Die grandiose Wirtschaftsleistung trug sicherlich nicht zum Reichtum der Zyprioten bei. Die haben, ebenso wie die Griechen, bei jeder Gelegenheit die Staatskasse geplündert.


  • Beruhigendes Krisenmanagement. Eine eher lustig-frivole Geschichte. Nehmt Brüssel bitte ernt und verballhornt nicht die Jungs.

  • Als wenn die reichen Oligarchen Russlands beteiligt werden an der sogenannten Rettung Zyperns (mein Gott so ein Zwergstaat, soll systemrelevant sein)

    Die Hochfinanz wird schon dafür sorgen das die politische Kaste der EUDSSR, nur den dummen europäischen Steuerzahler zur Kasse bittet.

    Wer denkt den wirklich das Banken oder die Mafia sich daran beteiligen, an der sogenannten Rettung Zyperns.

  • An etwas ähnliches hab ich auch schon gedacht :D

  • Das ist ja gerade das Interesse von allen, das Thema Schuldenkrise klein zu halten und die Medien machen mit. Da wird ein Hype um Gaucks Rede zu Europa veranstaltet und alle Medien machen Druck, damit den Deutschen endlich mal nicht nur sachliche Infos vermittelt werden, sondern auch mal wieder die richtige Weltanschauung. Europa-Skeptiker haben es schwer.
    Das Schlimme an Zypern ist ja, dass es genauso wie bei Griechenland hoffnungslos ist, das Geld jemals wieder zurückzubekommen. Die Schuldenquote soll durch das Hilfsprogramm auf 140 % ansteigen, somit ist der nächste Schuldenschnitt auf Kosten der europäischen Steuerzahler vorprogrammiert.

  • "Die radikalste Option wäre eine Nutzung der Spareinlagen, die auf den Bankkonten des Landes liegen. Die EU-Kommission sieht ein solches Bail-in allerdings kritisch. Sie befürchtet, dass es das Vertrauen der internationalen Finanzmärkte in die Euro-Zone erneut erschüttern könnte."

    Diesen Satz sollte man sich gründlichst durch den Kopf gehen lassen! Bedeutet er doch nichts anderes, als das man in den politischen Kreisen zumindest darüber nachdenkt die Kontoguthaben der Bürger eifach so nach eigenem Gutdünken zu verwenden. Nicht nur Russen haben Sparguthaben, auch die ganz normalen kleinen Bürger.

    Noch bezweifel ich ehrlich gesagt, dass die Verzweifelung der Politik bereits gross genug ist um zu solchen Enteignungen im grossen Stile zu greifen. Doch man sollte als Inhaber eines Bankkontos die Entwicklung sehr sorgfältig bedenken. Was man für Zypern überlegt wird man später auch für andere Staaten überlegen, und irgendwann wohl auch durchführen. Auch in Deutschland.

  • Ja, es fällt schwer, trotz des aufsteigenden Zorns sachlich zu bleiben. "Vertrauen der Märkte" ist eine schöne Umschreibung von "Interessen des Grosskapitals". Dieses möchte sein Geld vermehren, aber bitte ohne Risiko. Risiken sind doch viel besser beim Rest der Bevölkerung aufgehoben, als Lohn dafür bekommen sie immer mehr Arbeit für immer weniger Reallohn, garniert mit ständiger Existenzangst.

    Ich kann nicht verstehen, weshalb es nur in einer Minderheit der Bevölkerung brodelt. Sind die alle so uninformiert? Oder uninteressiert? Oder braucht es nur einen kleinen Anstoss, um der deutschen und der europäischen Politikmafia als Handlanger weniger Superreicher mal so richtig die Meinung zu geigen? Wir brauchen keine Streiks einzelner Tarifgruppen, wir brauchen einen Generalstreik der Steuerzahler.

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