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Videoaufnahmen Saudi-Arabien wollte offenbar mit Khashoggi-Doppelgänger Tötung vertuschen

Ein saudischer Agent soll am 2. Oktober das Konsulat in der Kleidung des getöteten Journalisten verlassen haben. Damit wollte Riad angeblich vortäuschen, Khashoggi sei noch am Leben.
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Wollte Saudi-Arabien mit Khashoggi-Doppelgänger Tötung vertuschen? Quelle: Reuters
Jamal Khashoggi

Dieses Videostandbild zeigt mutmaßlich Jamal Khashoggi vorm Betreten des Konsulats in Istanbul am 2. Oktober (via TRT World).

(Foto: Reuters)

New York Im Fall Khashoggi tauchen abermals bizarre neue Erkenntnisse auf. Ein saudischer Agent soll in der Kleidung des getöteten Journalisten Jamal Khashoggi das saudi-arabische Konsulat in Istanbul verlassen haben – kurz nach dem Verschwinden des Regierungskritikers.

Am Montag tauchten Aufnahmen von Überwachungskameras auf, die Khashoggis Doppelgänger am 2. Oktober beim Verlassen des Gebäudes in der türkischen Stadt zeigen. Der US-Sender CNN zitierte einen türkischen Beamten, der den Mann als Mustafa al-Madani identifiziert. Er soll laut türkischen Ermittlern zu einem 15-köpfigen saudischen Einsatzkommando gehören, das angeblich nach Istanbul geschickt wurde, um Khashoggi zu töten.

Der saudische Agent soll eine Brille und einen falschen Bart getragen haben, um dem 59-jährigen Journalisten optisch zu ähneln.

CNN berichtet, dass Saudi-Arabien mit dem Filmmaterial der Überwachungskameras beweisen wollte, dass Khashoggi das Konsulat unversehrt verlassen hatte und damit den Tod Khashoggis zu vertuschen. Der Kolumnist der „Washington Post“ lebte in den USA und wollte im saudi-arabischen Konsulat Dokumente für seine geplante Hochzeit mit seiner türkischen Verlobten abholen.

Kurz nach dem Verschwinden des Journalisten beteuerte Saudi-Arabien, dass der regierungskritische Journalist das Konsulat lebend verlassen hatte. Doch am Samstag gestand Riad, dass es in dem Konsulat zu einer Auseinandersetzung kam. Ein 15-köpfiges Team soll versucht haben, Khashoggi zu überreden, nach Saudi-Arabien zurückzukehren.

Als dieser sich wehrte, soll bei einem Faustkampf einer der Männer Khashoggi in einen Würgegriff gepackt und dabei versehentlich getötet haben. Türkische Medien berichten unterdessen, Khashoggi sei von einem Killerkommando im Konsulat gefoltert, getötet und zerstückelt worden. Von seiner Leiche fehlt bislang jede Spur.

US-Präsident Donald Trump bemängelte die offizielle Erklärung Saudi-Arabiens zu den Geschehnissen. „Ich bin nicht zufrieden mit dem, was ich gehört habe“, sagte er am Montag vor Journalisten im Weißen Haus. „Wir werden der Sache auf den Grund gehen.“ Auch Trumps Schwiegersohn und Berater Jared Kushner meldete sich zu Wort. Kushner hat eine persönliche Bekanntschaft mit dem saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman.

„Wir bekommen Fakten von mehreren Orten und wenn diese Fakten da sind, wird der Außenminister mit unserem nationalen Sicherheitsteam zusammenarbeiten, um uns dabei zu helfen, zu entscheiden, was wir glauben wollen, was wir für glaubwürdig halten und was wir nicht für glaubwürdig halten“, sagte Kushner dem Fernsehsender CNN. „Wir haben unsere Augen weit offen.“

Die türkische Regierung will am Dienstag Details zum Schicksal Khashoggis vorlegen.

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