Volksentscheid in der Schweiz 18 Euro Mindestlohn – ja oder nein?

Mehr ist besser – scheinen die Schweizer zu denken. Denn das Volk stimmt über einen Mindestlohn von 22 Franken ab. Die Unternehmen fürchten die Kosten, die Politik eine neue Zuwanderungsdebatte.
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Gewerkschaften und Schweizer Sozialdemokraten wollen einen Mindestlohn einführen: Mit 22 Franken je Stunde wäre der Schweizer Mindestlohn in absoluten Zahlen der höchste der Welt Quelle: dpa

Gewerkschaften und Schweizer Sozialdemokraten wollen einen Mindestlohn einführen: Mit 22 Franken je Stunde wäre der Schweizer Mindestlohn in absoluten Zahlen der höchste der Welt

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Zürich„Starkes Land. Faire Löhne.“ Mit diesem Slogan und dem Symbol eines kleinen, roten Regenschirms werben Gewerkschaften und die Schweizer Sozialdemokraten diese Tage in Anzeigen und auf Plakaten für die Annahme der Initiative zur Einführung eines landesweiten Mindestlohnes von 4000 Franken pro Monat (in Euro: 3280 Euro) bzw. 22 Franken je Stunde (18 Euro).

„Der Mindestlohn ist das beste Mittel gegen Lohndumping“, argumentiert Christian Levrat, Chef der Schweizer Sozialdemokraten. Derzeit arbeiten rund zehn Prozent der Schweizer Beschäftigten für einen geringeren Lohn.

Die Argumente für einen Mindestlohn sind also exakt die gleichen, mit welchem Levrats deutsche Genossen den Mindestlohn per Koalitionsvertrag durch gedrückt haben. Wie genau ein Mindestlohn auf den Arbeitsmarkt wirkt, hängt primär von der gewählten Höhe ab. Aber selbst Kaufkraft bereinigt liegt der geplante Schweizer Mindestlohn von umgerechnet 18 Euro über jenem in Deutschland von 8,50 Euro.

Mit 22 Franken je Stunde wäre der Schweizer Mindestlohn in absoluten Zahlen gar der höchste der Welt. Auch in relativer Hinsicht wäre der Wert hoch angesetzt; denn die geforderten 22 Franken entsprechen 62,5 Prozent des Schweizer Medianlohns von 35,30 Franken. In Frankreich entspricht der dortige Mindestlohn rund 60 Prozent des Medianlohns. In Deutschland liegt der geplante Mindestlohn von 8,50 Euro bei 54 Prozent des Medianlohns in West-, aber bei 71 Prozent in Ostdeutschland, hat das Wirtschaftsforschungsinstitut IWH in Halle errechnet.

Magnet für Migranten und Grenzgänger
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12 Kommentare zu "Volksentscheid in der Schweiz: 18 Euro Mindestlohn – ja oder nein?"

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  • @NeugierigerFreund
    leider regen sich derzeit viel zu wenig über völlig überzogenene Gehälter auf, aber es werden immer mehr die sich nicht mehr veräppeln lassen wollen und nicht jeden jeden Mist glauben was ihnen erzählt wird. Das geht noch ein paar Jahre so bis es knallt. Die Schere zwischen arm jund reich geht sowieso weiter auseinander. Wie heißt es ? Der Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht.

  • Über 18 € / Std. regen wir uns auf. Über Jahreseinkommen von unfähigen Bankmanagern und sonstigen Vorständen von oft deutlich über 2 Mio €, das sind bei 220 Arbeitstagen à 10 Stunden auch mal schlappe 900 € / Stunde regt sich keiner auf. Bei denen kommen doch sicher noch ein paar Euro an sonstigen Vorteilen obendrauf. Und wenn es dann falsch läuft, dann hauen ihn die Steuerzahler wieder raus.

  • @kognitiver
    na klar, und die Produkte werden auch zum 1/3 des Preises hier verkauft was die Produktion in Good old Germany gekoset hätte. Veräppelen Sie sich selbst ! Die restlichen 2/3 wandern in den Reiterhof oder in den Singapur Urlaub wo die leicht verdienten Euros steuersparend vergraben werden.

  • Die 18 Euro sind nicht wirklich korrekt. Kaufkraftbereinigt sind das 12,6 Euro. Immer noch viel, aber nicht mehr Meilen weg von den 8,5 Euro in Deutschland.

  • Und wer ist der Partner zur Lohnfindung für die Leute? Vertragsfreiheit, das ist doch für viele nicht möglich.

  • Wer sich eine goldene Nase mit 8,50 Mindestlohn an Migranten verdient und somit die Bürger und Steuerzahler bluten lässt für Ausbeuterei - diejenigen schreien am lautesten, kein Wunder sie sind ein paar Hundert Jahre zu spät geboren.

  • @kognitiver
    Sie haben selbstverständlich recht. Der Plebs gehört nicht zum Unternehmertum. Was Freiheit - auch Vertragsfreiheit - ist, wird er niemals verstehen.

  • Ich weis ja nicht was für ein rassistischer, horizontbegrenzter "Unternehmer" Sie sind, wahrscheilich leben Sie von der Konkurrenz beschützt von Staatsaufträgen, aber Migranten perse`mangelnde Ausbildung und Leistungsbereitschaft zu unterstellen ist klischeehaft und unverschämt. Fakt ist, dass viele hier, die den Mindestlohn bekommen (würden), hoffnungslos überbezahlt wären, wenn man die globale Konkurrenzsituation sieht, dort wird für 1/3 des Lohnes, das doppelte an Ergebnis abgeliefert, das ist auf Dauer nicht tragfähig

  • Das 18 Euro Mindestlohn Migranten anziehen ist Quatsch weil sie dafür nicht die benötigte Ausbildung besitzen bzw. Leistungsbereistschaft zeigen. Für Deutschland sind 8,50 Euro beschämend und Schwachsinn da der Staat aus Steuergeldern den Rest finanzieren muß, kein Mensch oder Familie kann von 8,50 Euro Stundenlohn leben. Das ist Ausbeutung und ich als Unternehmer zahle 15 Euro freiwillig und schäme mich für meine Unternehmerkollegen.

  • Was hat das jetzt mit Demokratie zu tun? Hier wird in die Vertragsfreiheit zweier Vertragspartner eingegriffen, also zutiefst undemokratisch

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