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Volksentscheid in der Schweiz 18 Euro Mindestlohn – ja oder nein?

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Magnet für Migranten und Grenzgänger

Daniel Kalt, Chefökonom der Bank UBS, fürchtet daher negative Arbeitsmarkteffekte, besonders für schlecht qualifizierte Arbeitskräfte. Besonders Branchen wie Landwirtschaft, Tourismus und Einzelhandel wären daher von Kostensteigerungen betroffen. „Das Endergebnis wäre sehr ungerecht, denn es entsteht eine Zweiklassengesellschaft mit sehr vielen arbeitslosen Tiefqualifizierten und jenen die im Arbeitsmarkt drin sind und durch den Mindestlohn gestützt werden“, argumentiert er.

Wirtschaftsprofessor David Stadelmann von der Universität Bayreuth führt noch ein anderes Argument an. „Ein hoher Mindestlohn wirkt wie ein Magnet für Migranten und Grenzgänger“, warnte er in einem Gastbeitrag für die „NZZ“. Im Tessin arbeiten derzeit und 20 Prozent der Beschäftigten für weniger als 4000 Franken im Monat. Und dennoch strömen bereits jetzt rund 60.000 Italiener in den Süden der Schweiz, um dort zu arbeiten. Dieser Migrationsdruck wäre noch größer, würde der Mindestlohn angenommen.

Sprich: Die Annahme der Mindestlohn-Initiative verschärft den Einwanderungsdruck. Dabei haben die Schweizer erst bei der vergangenen Volksabstimmung am 9. Februar mit knapper Mehrheit beschlossen, die Zuwanderung – auch von Grenzgängern – per Kontingente zu begrenzen. Die Annahme der Mindestlohn-Initiative würde also die beschlossene Einwanderungsinitiative konterkarieren.

Umfragen deuten darauf hin, dass die Schweizer am 18. Mai mehrheitlich dem staatlichen Mindestlohn eine Absage erteilen werden. Internationale Investoren würden dies sicherlich als positives Signal werten, dass die Schweizer ihren flexiblen Arbeitsmarkt als Standortvorteil erhalten wollen. Dies wäre ohne Zweifel ein wichtiges Signal, denn die Zahl der Unternehmen, die sich in der Schweiz nur niederlassen, ist rückläufig.

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12 Kommentare zu "Volksentscheid in der Schweiz: 18 Euro Mindestlohn – ja oder nein?"

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  • @NeugierigerFreund
    leider regen sich derzeit viel zu wenig über völlig überzogenene Gehälter auf, aber es werden immer mehr die sich nicht mehr veräppeln lassen wollen und nicht jeden jeden Mist glauben was ihnen erzählt wird. Das geht noch ein paar Jahre so bis es knallt. Die Schere zwischen arm jund reich geht sowieso weiter auseinander. Wie heißt es ? Der Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht.

  • Über 18 € / Std. regen wir uns auf. Über Jahreseinkommen von unfähigen Bankmanagern und sonstigen Vorständen von oft deutlich über 2 Mio €, das sind bei 220 Arbeitstagen à 10 Stunden auch mal schlappe 900 € / Stunde regt sich keiner auf. Bei denen kommen doch sicher noch ein paar Euro an sonstigen Vorteilen obendrauf. Und wenn es dann falsch läuft, dann hauen ihn die Steuerzahler wieder raus.

  • @kognitiver
    na klar, und die Produkte werden auch zum 1/3 des Preises hier verkauft was die Produktion in Good old Germany gekoset hätte. Veräppelen Sie sich selbst ! Die restlichen 2/3 wandern in den Reiterhof oder in den Singapur Urlaub wo die leicht verdienten Euros steuersparend vergraben werden.

  • Die 18 Euro sind nicht wirklich korrekt. Kaufkraftbereinigt sind das 12,6 Euro. Immer noch viel, aber nicht mehr Meilen weg von den 8,5 Euro in Deutschland.

  • Und wer ist der Partner zur Lohnfindung für die Leute? Vertragsfreiheit, das ist doch für viele nicht möglich.

  • Wer sich eine goldene Nase mit 8,50 Mindestlohn an Migranten verdient und somit die Bürger und Steuerzahler bluten lässt für Ausbeuterei - diejenigen schreien am lautesten, kein Wunder sie sind ein paar Hundert Jahre zu spät geboren.

  • @kognitiver
    Sie haben selbstverständlich recht. Der Plebs gehört nicht zum Unternehmertum. Was Freiheit - auch Vertragsfreiheit - ist, wird er niemals verstehen.

  • Ich weis ja nicht was für ein rassistischer, horizontbegrenzter "Unternehmer" Sie sind, wahrscheilich leben Sie von der Konkurrenz beschützt von Staatsaufträgen, aber Migranten perse`mangelnde Ausbildung und Leistungsbereitschaft zu unterstellen ist klischeehaft und unverschämt. Fakt ist, dass viele hier, die den Mindestlohn bekommen (würden), hoffnungslos überbezahlt wären, wenn man die globale Konkurrenzsituation sieht, dort wird für 1/3 des Lohnes, das doppelte an Ergebnis abgeliefert, das ist auf Dauer nicht tragfähig

  • Das 18 Euro Mindestlohn Migranten anziehen ist Quatsch weil sie dafür nicht die benötigte Ausbildung besitzen bzw. Leistungsbereistschaft zeigen. Für Deutschland sind 8,50 Euro beschämend und Schwachsinn da der Staat aus Steuergeldern den Rest finanzieren muß, kein Mensch oder Familie kann von 8,50 Euro Stundenlohn leben. Das ist Ausbeutung und ich als Unternehmer zahle 15 Euro freiwillig und schäme mich für meine Unternehmerkollegen.

  • Was hat das jetzt mit Demokratie zu tun? Hier wird in die Vertragsfreiheit zweier Vertragspartner eingegriffen, also zutiefst undemokratisch

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