Vom Blockierer zum Reformer Die wundersame Wandlung des Herrn Samaras

Der griechische Premier Antonis Samaras ist wie verwandelt. Der einstige Blockierer gibt sich inzwischen als Reformer. Mit Erfolg: Griechenlands Chancen auf einen Verbleib im Euro sind gestiegen, die Bürger schöpfen Mut.
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Antonis Samaras mit Kanzlerin Angela Merkel: Erstaunliche Wandlung. Quelle: dpa

Antonis Samaras mit Kanzlerin Angela Merkel: Erstaunliche Wandlung.

(Foto: dpa)

Brüssel/BerlinVom Saulus zum Paulus - dem biblischen Vorbild scheint der griechische Premier ernsthaft nachzueifern. Als Antonis Samaras noch die konservative Opposition anführte, galt er vor allem als Blockierer. Er weigerte sich lange, die Reformvereinbarungen mit dem IWF und der Euro-Zone zu unterschreiben. Und bis zur Parlamentswahl im Juni versprach er den Griechen immer wieder, schmerzhafte Sparmaßnahmen doch noch abwenden zu können.
Nach der Sommerpause erleben Griechenlands Geldgeber plötzlich einen ganz anderen Samaras. „Die Wandlung vom Blockierer zum Reformer ist wirklich erstaunlich“, sagte ein hochrangiger Diplomat der Euro-Zone dem Handelsblatt. Im Gespräch mit Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker vergangene Woche in Athen habe Samaras „einen ganz ausgezeichneten Eindruck gemacht“. Der neue griechische Ministerpräsident wolle das Richtige.

Und er vermittle den Eindruck, dass er es politisch auch durchsetzen könne. Das unterscheide ihn von seinem Vorgänger Lucas Papademos. Der parteilose Ökonom hatte in seiner kurzen Amtszeit von November 2011 bis Mai 2012 nicht viel ausrichten können gegen die Widerstände in den Parteien und im Beamtenapparat. So war der letzte Rest Vertrauen in die Reformfähigkeit Griechenlands verloren gegangen.
Doch Samaras hat jetzt wieder Boden gutgemacht - auch in Berlin. Ein Austritt Griechenlands aus der Währungsunion ist für die Regierungskoalition kein Thema mehr. Das hat Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits nach dem Besuch des Griechen am vergangenen Freitag klargestellt. Die Euroskeptiker im schwarz-gelben Lager nahmen das widerspruchslos hin - bis auf CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt. Der isolierte sich völlig mit seiner jüngsten Griechenland-Attacke. Sogar CSU-Chef Horst Seehofer ging auf Distanz.

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22 Kommentare zu "Vom Blockierer zum Reformer: Die wundersame Wandlung des Herrn Samaras"

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  • @Delinix
    Danke für den Kommentar.

  • Der Artikel Ihrer beiden RedakteurINNEN zeigt, dass es mit den Frauen immer dasselbe ist: Kommt selbst der größte Gauner (Samaras) mit einem Blumenstrauß (dem Versprechen, dass er "eine wundersame Wandlung" hinter sich habe)- schon sind sie hin und weg.

  • Die einzigen Ausserwählten, die noch träumen sind die deutschen Stuerzahler. Die Realität ist schon lange in Griechenland angekommen - Russland, Israel/USA sichern sich schon mit diversen Krediten Vorrechte - die Claims in der Ägäis sind längst abgesteckt - aber der deutsche Steuerzahler hängt immer noch an 'Muttis' Rockzipfel. Träumt nur weiter

  • Nun Samaras ist auch nur eine Marionette der Brüsler Kleptokratenriege. Für Russland geeint mit China und Indien wäre Griechenland doch ein vorzüglicher geostrategischer Posten am Bosborus. Der Tiefseehafen Piräos ist ja schon in chinesischer Hand.
    'Orthodoxe Schiene' - ich bin Hellene und kein Christ - offensichtlich fehlt auch dir die Orientierung....zumindest das wir Steuerzahler, wie die deutschen eben auch, von alle dem nichts haben werden

  • Das ist doch alles totaler Blödsinn. Samaras hat sich nicht geändert und zu einem Paulus wurde er gleich gar nicht.

    Was sich geändert hat, ist allein die öffentliche Meinung – auch in Deutschland. Die öffentliche Meinung nämlich will die Griechen nicht mehr am Tisch haben. Sie will den Austritt und kann es inzwischen auch gut begründen.
    Deshalb und NUR deshalb ist Samaras plötzlich angeblich ein anderer geworden. Nur durch eine solche konstruierte "Änderung" können unsere Politiker den Leuten erklären, warum Griechenland doch noch – gegen den erklärten Willen der meisten Deutschen – weitere Hilfsleistungen erhält und im Euro bleibt.
    Denn die Hilfsleistungen kommen in Wahrheit von den Bürgern – das haben diese inzwischen begriffen. Und sie gehen auch nicht etwa in voller Höhe an die griechischen Bürger, sondern an die Banken, bei denen die Griechen Schulden haben. Das haben die meisten, wenn auch nicht alle, auch begriffen.
    Lasst Euch nicht anlügen. Samaras ist noch genau der, der er auch vorher war. Er setzt alles daran, dass seine eigenen Leute möglichst wenig unter dem Sparpaket leiden müssen. Gespart wird - wie immer - wieder bei den anderen.
    Allerdings konnte er diesmal keine Ausnahme für die DEKO-Beamten durchdrücken. Zu groß ist der Betrag, der eingespart werden muss. Deshalb sind auch schon die ersten Streiks angekündigt. Zuerst werden alle Uniformierten für etwa 10 Tage streiken. Alle anderen DEKO-Verbände folgen sicher in Kürze. Das Sparpaket wird sich nicht durchsetzen lassen.
    Passt auf Euer Geld auf! UND auf Eure Rechte! Wenn IHR es nicht wollt und Euch WEHRT, dann geschieht es auch nicht!!

  • @Diogenis

    Russen die bessere Option....

    Seh ich Zpyern und Athen, seh ich schon lange den Einmarsch "RUS Geschäftsleute". Ob die aber euch Arbeit bringen ? Griechen, träumt weiter euere orthodoxe Schiene, hilft nur euren Kleptokraten.

  • Ja, weiter so, toll!
    GR ist erstens nicht Willens und zweitens organisatorisch und logistisch nicht in der Lage aus dem Euro auszutreten. Die Beamten blockieren, weil sie genau Wissen was danach kommen würde. GR hat ein Erpressungspotential, solange sie im Euro "verweilen", die Bevölkerung als lebenden Schutzschild, da bei einer ungeordneten Pleite das Land im Chaos versinken würde und ein Bürgerkrieg droht. Und das bei einem Land was NATO-Mitglied ist. Die letzte Instanz wäre dann wohl wieder das Militär, heißt Militärdiktatur. Am Beispiel GR zeigt sich exemplarisch das perfide Spiel der Euro-Profiteure, sowohl in GR als auch in Brüssel. Beide Fraktionen fürchten um ihre Exsistenzberechtigung.

  • 'nichtssagenden Durchhalteparolen' - nicht ganz korrekt. Das wesentliche schreibt der Autor zum Schluß. „Ein Scheitern des Landes am Rande des Balkans und nahe an den Ländern des südlichen Mittelmeers birgt STRATEGISCHE RISIKEN.“ Das ist auch der Grund für das ganze Schauspiel von Merkel & Co und dafür, dass man Griechenland nicht aus dem Euro entlässt. Was in der Folge vielleicht Griechenland auch aus der EU tretten ließe. Selbst wirtschaftlich wären langfristig die Russen eine bessere Option.

  • Das Geld der ach so rechtschaffenden Deutschen ist ja auch in der Schweiz und Luxemburg. ....und jetzt geh wieder an die Arbeit.

  • 'betrügerischen Griechen' - aber die Nazideutschen will auch keiner mehr.

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