Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Vor dem Sondergipfel EU drängt auf schnelle Lösung der Schuldenkrise

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy hat die 17 Euro-Länder für kommenden Donnerstag zu einem EU-Sondergipfel eingeladen. Die Staats- und Regierungschefs sollen nach Wegen aus der Schuldenkrise suchen.
Update: 16.07.2011 - 10:12 Uhr 17 Kommentare
EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy lädt zum Sondergipfel. Quelle: AFP

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy lädt zum Sondergipfel.

(Foto: AFP)

Berlin / Brüssel Nach tagelanger Blockade Berlins treffen sich die Euro-Staats- und Regierungschefs am kommenden Donnerstag in Brüssel zu einem Sondergipfel, um das zweite Griechenland-Rettungspaket unter Dach und Fach zu bringen. Das teilte EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy am Freitagabend mit. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) forderte nach Angaben aus Diplomatenkreisen, von dem Gipfel müsse ein „klares pro-europäisches Signal“ ausgehen. Das liege im europäischen und im nationalen Interesse, sagte er auf seiner Mexiko-Reise.

Führende deutsche EU-Parlamentarier dringen auf eine schnelle Lösung der Euro-Krise. „Die Märkte erwarten klare und überzeugende Antworten. Die Meinungsverschiedenheiten zwischen den EU-Regierungen über die richtige Krisenstrategie müssen endlich aufgelöst werden“, forderte der Chef der Liberalen im EU-Parlament, Alexander Graf Lambsdorff, in der Zeitung „Die Welt“.

Der Vorsitzende der Sozialisten im EU-Parlament, Martin Schulz (SPD), forderte ebenfalls eine baldige Einigung. „Das Rauszögern und Taktieren, die Uneinigkeit und die Kakophonie der verantwortlichen EU-Politiker in der Euro-Krise müssen ein Ende haben. Sie verwirren die Menschen und beflügeln die Spekulanten.“ Jetzt sei Einigkeit erforderlich. „Die EU-Regierungen müssen endlich ein Gesamtpaket präsentieren, das die Märkte beruhigt - je schneller desto besser.“

Sondersitzung des Bundestages gefordert

Die Bremserrolle Berlins bei der Vorbereitung der Konferenz sorgt offenbar auch in der schwarz-gelben Koalition für wachsende Kritik. Der CDU-Haushaltsexperte Klaus-Peter Willsch sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ , es herrsche „ein ziemlich heilloses Durcheinander. Die Stimmung wird von Tag zu Tag schlechter. So kann man keine Politik machen.“

Er fuhr fort: „Ich glaube nicht, dass wir den Sommer ohne Sondersitzung des Bundestages überstehen werden.“ Schließlich sei das Parlament „vor jeder Auszahlung an Griechenland erneut zu befassen“. Auch Willsch forderte eine rasche Umschuldung Griechenlands. „Außerdem muss man den Griechen raten, aus dem Euro rauszugehen. Die haben ja sonst nach einem Jahr wieder zehn bis zwölf Milliarden Euro Schulden.“

Auch nach Ansicht des haushaltspolitischen Sprechers der SPD-Bundestagsfraktion, Carsten Schneider, wird Griechenland nicht in der Lage sein, ohne einen Schuldenschnitt wieder auf die Beine zu kommen. „Bei den gegenwärtigen volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist es für das Land unmöglich, seine Schulden zu tragen“, sagte Schneider „Handelsblatt Online“. „Mit einem Schuldenschnitt und Forderungsverzicht von 40 bis 50 Prozent wäre auch ein substanzieller Beitrag der privaten Gläubiger gewährleistet.“

Die Vereinbarung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) mit der Kreditwirtschaft, wonach deutsche Banken, die griechische Anleihen über rund zehn Milliarden Euro halten, sich mit zwei Milliarden Euro an den Hilfen für Athen beteiligen, nannte Schneider dagegen ein Placebo, das zudem den Beschlüssen des Bundestages widerspreche. Nach der Vereinbarung sollen die beteiligten Banken und Versicherungen zumindest für bis einschließlich 2014 fällig werdende Anleihen „Finanzierungen wieder zur Verfügung stellen“.

Chancen auf ein Rettungspaket für Griechenland steigen
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

17 Kommentare zu "Vor dem Sondergipfel: EU drängt auf schnelle Lösung der Schuldenkrise"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Griechenland, Portugal, Irland, Italien und Spanien sind bereits pleite. Frankreich, Deutschland und der Rest werden folgen. Vielleicht mit Ausnahme der Finnen. Die haben wenigstens genug Öl.

    Diese Dauerdebatten haben bisher doch gar nichts gebracht. Außer, dass deutsches Steuergeld im Ausland verbrannt wird.

    Eine solche EU will ich nicht. Den Euro auch nicht! Damit bezahle ich nur meine Rechnungen.

    Die EU in dieser Form ist bereits gescheitert. Eine solche EU muss auch scheitern. Wir brauchen keine Neuauflage der UdSSR! Die Kommissare und Politiker der EU sollten sich vernünftige Berufe aussuchen. Diese Politikerkaste ist dermassen realitätsfern, dass es schon weh tut.

    Raus aus dieser antidemokratischen EU!
    Raus aus diesem besch....... Euro!

    Wir sind faktisch doch auch pleite und sollen noch die halbe Welt retten. Da Italien jetzt auch massivste Probleme hat, werden die ihren Anteil auch nicht mehr zahlen. Das führt wiederum zu einer noch höheren Belastung der deutschen Bürger. Mir reicht es!

    Wann endlich steht die deutsche Bevölkerung auf und protestiert? Die meisten scheinen immer noch nicht begriffen zu haben, worum es geht. Sie schlafen und schauen Damen-WM oder RTL-Mist!

  • Brüssel ist nichts andres als Gorleben bei uns.
    Das eine ist für verbrauche Brennstäbe das andere für abgehalfterte Politiker die im eigenen Land niemand mehr will. Oder für Merkel z, B. für Politker die ihr gefährlich werden könnten. Also ab mit ihnen nach Brüssel ins Zwichenlager
    Und diser Rompoy hat bis jetzt nur Mist von sichg gegeben.
    Wieso maßt der sich überhaupt an, ständig andeen Staaten zu befehlen, was diese zu tun und zu lasen haben

  • Ich denke, wir bekommen alles mit Zinsen wieder zurück ??? Es wurde von den Offiziellen geschrieben, dass Deutschland ein gutes Geschäft mit den Krediten an Griechenland mache, meine Herren aus dem Bundestag und Herr Lambsdorf !
    .
    So, und jetzt kommt auch von Ihnen die Katze aus dem Sack, die jeder durchschnittlich Begabte schon seit 2 Jahren darin verortet: Schuldenerlass und Milliardenverzicht zugunsten Griechenlands, das sich über das geschenkte Geld freuen kann. Da haben die Hellenen die EU mal so richtig zur Ader gelassen ohne zu bezahlen. Man kann sich in Griechenland auf die Schenkel klopfen.

  • Wie kann ein nicht gewällter EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy, die 17 Euro-Länder für kommenden Donnerstag zu einem EU-Rapport-Sondergipfel einladen???
    Wie viel Geld steuert eigentlich sein Land (Belgien) für die Rettungsschirme der EU bei???
    Kein weiteres Geld oder Bürgschaften der BRD für Griechenland und gefährdeter Länder im Euroraum.
    Alternativlos.
    Basta.
    Danke

  • Vermutlich wird Griechenland "fallengelassen", offiziell wird die "geornete Insolvenz für Griechenland" einstimmig beschlossen.

    Genau lesen und verstehen: Lagarde gibt die Richtung vor

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/lagarde-fordert-von-athen-weitere-vorleistungen/4383832.html

    (entspricht der Haltung der "Bilderberger", wie durchgesickert ist)

  • Ist Ihnen schon mal aufgefallen, daß im Europaparlament jemals eine wichtige Entscheidung gefallen wäre, worüber in den Medien berichtet worden wäre? Wo Kontroversen zwischen den Staaten bestanden, wie z. B. früher, wo entweder Frankreich oder Großbritannien die Arbeit der EWG-Gremien blckiert hatten? Reine Show-Verantaltungen, ein pseudodemokratisches Narrenspiel zur Beruhigung des dummen Volkes.

    Nichtsdestotrotz ein guter Platz, um die Debatten zu nutzen, um Eklats zu provozieren und auf die Mißstände hinzweisen: Die beherrscht Nigel Farage in exzellenter Weise, als Meiser der "Debatte" als Stilmittel der politisch-ideologischen Auseinandersetzung in Öffentlichkeit und Parlamenten!

    Den Friedensnobelpreis für Nigel Farage für seine Verdienste um die Wahrheit in der EU!

  • Investment Banking Verbot für Banken, die Spareinlagen privater, kommunaler, staatlicher oder vereinsmäßig organisierter Gläubiger verwalten, persönliche Haftungspflich für Geschäftsführer (100% Haftung) und Aufsichtsräte (50% Haftung) von Banken, Versicherungen und allen Kapitalanlagenanbietern und -vermittlern. Begrenzung der Aufsichtsratsmandatszahlen: Vorsitzende: nur ein Mandat, sonstige AR-Mitglieder: max. zwei bei sonstig selbständig oder im Angestelltenverhältnis tätigen (es geügt beireist ein Beratervertrag), max. drei bei reinen "Privatiers"), jeweils unter Einbeziehung der Mithaftung des Ehegatten, unabhänigig von Veranlagungen, Eheverträgen usw.

    Korruptiosngesetz, das mit Vermögensentzug und mindestens 10 Jahren schwerer Haft direkte oder indirekte Geschäfstbeziehungen zwischen Investmentfirmen/-banke und einlagenverwaltenden Banken bestraft. Verbot kreditfinanzierer Investments und der carry trades. Besteuerung aller Kapitalerträge über 3% mit einem Steuersatz von 90%.

  • So mancher, der in der nationalen Politik bereits "im Wge war", würde nach Brüssel "hochgelobt". Nigel Frage zu Herrn von Rompuy:

    http://www.youtube.com/user/Beobachter1927#p/f/10/EURhM3uTGAc

  • Martin Schulz unterscheidet also nach eigenen Worten zwi schen Menschen und Spekulanten. Dabei hat er nie erklären können, wie denn ein Spekulant an den Problemen Griechenlands verdienen könnte. Das Abstossen kritischer, früher als weniger risikolos eingeschätzter Anlagen, wird auch der zurückhaltende Sparer, vielleicht sogar M.S. durchziehen. Wenn das dann Spekulation ist...

    Aber schon vor einigen Jahren sprach man ja von Euroskleroso. Und in der Tat: Europa leidet unter M.S.

  • Die Eurokraten sind abgehalfterte Politiker, welche nach Erreichen des Maximums ihrer persönlichen Unfähigkeit nach Brüssel in die EU abgeschoben werden.
    Die Ergebnisse dieses Fachwissens kann man täglich bewundern.

    Das Motto lautet:
    beati pauperes spiritu, sic eos caelum est

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote