Vor den Gipfeln Trump bekräftigt Kritik an Nato-Verteidigungsausgaben – und freut sich auf Putin-Treffen

Nato-Gipfel, May-Besuch und Putin-Treffen: Trump hat einige schwierige Gespräche vor sich. „Putin könnte der einfachste von allen sein“, glaubt der US-Präsident.
Update: 10.07.2018 - 14:47 Uhr Kommentieren
Nato: Donald Trump legt im Streit um Verteidigungsausgaben nach Quelle: Reuters
Auf dem Weg nach Brüssel

US-Präsident Donald Trump und seine Ehefrau Melania kurz vor Betreten der Air Force One in Washington D.C.

(Foto: Reuters)

WashingtonUnmittelbar vor seinem Abflug zum Nato-Gipfel nach Brüssel hat US-Präsident Donald Trump seine Kritik an anderen Bündnispartnern bekräftigt. „Die USA zahlen ein Vielfaches mehr als jedes andere Land, nur um sie zu beschützen. Nicht fair für den amerikanischen Steuerzahler“, schrieb Trump am Dienstagmorgen (Ortszeit) im Kurznachrichtendienst Twitter. Er sollte am Abend in Brüssel ankommen.

Trump wirft anderen Natomitgliedern seit längerem vor, nicht genügend Geld in die Verteidigung zu investieren. Der Streit darüber überschattet das Spitzentreffen der Militärallianz, das am Mittwoch und Donnerstag in der belgischen Hauptstadt stattfindet.

Die Staats- und Regierungschefs der Nato hatten 2014 im Zuge der Krim-Krise als Antwort auf das russische Verhalten vereinbart, dass sich alle Mitgliedstaaten bei ihren Verteidigungsausgaben bis 2024 einem Wert von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts annähern sollen. Über der Marke liegen derzeit lediglich die USA und einige andere Bündnispartner wie Großbritannien und Griechenland.

Streit gibt es vor allem deswegen, weil das Zwei-Prozent-Ziel von den Bündnispartnern unterschiedlich interpretiert wird. Die USA sind der Auffassung, dass alle Nato-Länder die zwei Prozent wirklich erreichen müssen. In der deutschen Bundesregierung wird die Vereinbarung jedoch etwas anders interpretiert. Dort heißt es, es gehe lediglich darum, sich auf die zwei Prozent zuzubewegen.

Gleichzeitig geht der US-Präsident davon aus, dass sein Gipfel mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sich einfacher gestalten könnte als der Nato-Gipfel und sein Besuch in Großbritannien. Trump begründete dies am Dienstag mit dem Streit um die Verteidigungsausgaben sowie mit der Regierungskrise in Großbritannien. „Also ich habe Nato, ich habe das Vereinigte Königreich – das ist eine turbulente Situation. Und ich habe Putin. Offen gesagt könnte Putin der einfachste von allen sein.“

Auf die Frage eines Journalisten, ob der russische Präsident ein Freund oder ein Feind sei, sagte Trump: „Meines Erachtens ist er ein Konkurrent. Ich denke, dass es gut ist, mit Russland klarzukommen, mit China klarzukommen.“

Nach dem Nato-Gipfel reist er weiter nach London, wo er am Freitag die britische Premierministerin Theresa May treffen will. Am Montag soll in der finnischen Hauptstadt Helsinki sein Gipfel mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin stattfinden.

Mit Blick auf die Regierungskrise in Großbritannien sagte der US-Präsident, er habe nicht mit May gesprochen. Den Ex-Außenminister Boris Johnson, der wegen Mays neuer Brexit-Pläne zurückgetreten war, bezeichnete Trump als Freund. „Er hat mich sehr, sehr unterstützt und war sehr nett zu mir. Vielleicht werde ich mit ihm reden, wenn ich da drüben bin.“

Auf die Frage, ob May zurücktreten sollte, sagte Trump: „Nun, das ist Sache des Volks. Ich komme sehr gut mit ihr aus. Das ist natürlich Sache des Volks.“

  • dpa
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