Vor den Regionalwahlen Frankreich kuschelt mit den Rechten

Frankreich wählt. Siegen könnte wieder der Front National. Denn nur selten werden die Rechtspopulisten hart angegangen. Teile der konservativen UMP von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy sind sogar schon bereit zu kooperieren.
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Der Front National ist wieder auf der Überholspur. Denn bei den anstehenden Wahlen könnte die Partei wieder stärkste Kraft werden. Quelle: Reuters
Marine Le Pen

Der Front National ist wieder auf der Überholspur. Denn bei den anstehenden Wahlen könnte die Partei wieder stärkste Kraft werden.

(Foto: Reuters)

ParisEs wird ein spannendes Kräftemessen zwischen Konservativen, Rechtspopulisten und Sozialisten: Am Sonntag findet die erste Runde der Wahlen zu den französischen Départements-Räten statt. Der rechtsextremen Front National (FN) wird vorausgesagt, dass sie in der ersten Runde die stärkste Partei werden könnte – mit 30 Prozent der Stimmen.

Praktisch gleichauf würden die Konservativen (UMP) unter Nicolas Sarkozy mit 29 Prozent landen, sie können aber noch an der FN vorbeiziehen. Weit abgeschlagen folgen die Sozialisten mit 19 Prozent. Für sie steht viel auf dem Spiel: Sie könnten ein Drittel oder mehr der Räte verlieren, die sie bislang stellen.

Für Premier Manuel Valls wäre das die zweite schwere Wahlniederlage. In Paris werden Fragen laut, ob er sich als Premier halten kann. „Ich habe Angst um Frankreich, wenn die Front National stark wird“, hat er während des Wahlkampfes häufig gesagt. Seine Kritiker halten es für ungeschickt, mit solchen Äußerungen helfe er den Rechtspopulisten nur, rücke sie ins Zentrum der Kampagne.

Angeblich hat Valls von Präsident Franҫois Hollande die Zusage, bis 2017 bleiben zu können. Doch über seinen Kopf hinweg soll der Präsident schon mit Teilen der Grünen und der Linksabweichler unter den Sozialisten reden. Ziel: sie in die Regierung von Valls einzubinden, um die zerstrittene Linke ein Stück weit zu einigen.

Valls gefällt das überhaupt nicht, er hat in den vergangenen Wochen eher die Auseinandersetzung mit dem linken Flügel der Sozialisten gesucht, der gegen seine Reformpolitik arbeitet. Falls er Vertreter der Linken in seine Mannschaft aufnehmen muss, könnte das in der Öffentlichkeit als ein Zurückweichen vor den Kritikern gewertet werden.

Schon bei der Europawahl im Mai 2014 wurden die Sozialisten abgestraft, kam die Front National auf 25 Prozent der Stimmen. Dem 52-jährigen Valls, der erst am 31. März ins Amt gekommen war, wurde das nicht angelastet.

Grund dafür war vielmehr das erste Wahldebakel der Sozialisten, seit Hollande im Mai 2012 Präsident wurde: Bei der Kommunalwahl im März 2014 büßten die Sozialisten einen Großteil der bis dato von ihnen beherrschten Rathäuser ein.

Valls' Ziel: Die Stimmung gegen die FN drehen
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12 Kommentare zu "Vor den Regionalwahlen: Frankreich kuschelt mit den Rechten"

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  • Naturlicht mag die wirtschaft politnischen Vorstellungen der FN krude sein. Sie sind sozusagen dem Euro angemessen. Und was Euro Politiker mittels der Medien so alles von sich geben, in Wort und und Tat, spottet jeder Beschreibung.

  • Ich muss zugeben, es war möglicherweise der Umstand, dass ich meine Meinung zu dem Thema nicht äußern durfte, die mich zu diesem sehr subjektiven Meinung getrieben hat, ich hab auch schon mal über witzige Artikel auf Handelsblatt gelacht;)

  • @ MArc Hofmann

    Richtig ist, daß das Zentrum der Medien-Wahrnehmung und die CDU deutlich nach links gerutscht sind. Aber der Front National ist so weit rechts, daß man ihn durchaus als rechtsextrem - eher vergleichbar mit der NPD (und damit für mich nicht wählbar) bezeichnen kann. Nicht umsonst wollte die AfD nicht mit dem FN in der gleichen EU-Parlaments- Fraktion sitzen; Herr Lucke hatte da den richtigen Riecher.

    Die AfD sollte nicht den Fehler machen, dem FN nachzueifern, stattdessen eher die EU(RO)-Kritiker stärken.

    MIR bereitet ein Frankreich mit FN-Regierung keine guten Gefühle.

  • @ lukas doooooooooooooo

    Ich fand den Artikel zur SoFi garnicht so schlecht.

    Aber Humor hat nicht jeder :-)

  • @Joly Joker
    Was wirtschaftlich heißt....ganz einfach, dass heißt, dass es für Sie und andere einen wertschöpfenden (nicht subventionierten) Arbetisplatz gibt und damit die Basis für Fortschritt und Wohlstand. Dies funktioniert nur mit dem Markt und durch den Markt. Den Markt bedeutet nichts anderes als die Freiheit einer Gesellschaft frei über das Angebot und die Nachfrage durch den Wettbewerb und die Insolvenz immer den richtigen Weg zu gehen. Die Politik mit ihren Gesetzen und Verordnungen will diese Marktfreiheit der Gesellschaft immer wieder einschränken und der Gesellschaft per Bevormundung und Diktat (Gesetze und Verodnungen) darüber bestimmen, was wir Nachzufragen und Anzubieten haben. Wann, Wer Insolvent geht und welcher Wettbewerber bevorzugt wird. Das EEG steht für die Einmischung in den Marktwettbewerb mit allen Negativen Folgen. Die Rettung der Schulden-Zocker-Investmentbanken per ESM Gesetz steht für die Einmischung der Politik in das Insolvenzverfahren = Selbstreinigung des Markt. Und so baut die Politik mit ihren Gesetzen und Verordnungen eine Blase nach der anderen auf...bis zu dem Zeitpunkt, da hinter den Geldscheinen kein wirtschaftlicher = Markt-Gesellschaftlicher Wert = Arbeitsleistung mehr steht.

  • Was hilft wirtschaftlich?
    Sicherlich keine Strukturen wie MONSANTO, Banxterunwesen oder Solidarität wie sie in Luxembourg praktiziert wird - auch nicht die der Griechen. Was wirklich hilft wären Verschlankung und Vereinfachung der staatlichen Organisationen und natürlich deren Demokratisierung. Genossenschaftliche Strukturen in den Krankenkassen, Abschaffung aller Alters- und Ruhebezüge und Einführung eines Bürgergeldes. Verhinderung des internationalen Steuersparmodells der GlobalisiertenGroßunternehmen, Und es ist an der Zeit mit der Marine mal nachdrücklich die Caiman Islands, die Kanalinseln etc zu besuchen. Es wäre auch angebracht unsere Oliven Jungs mal in den Urlaub zu schicken - nach Lichtenstein, Monaco, etc - natürlich mit ihren Kettenfahrzeugen. Es muss ja nicht gleich mit einer Annexion enden.

  • Herr Lukas,
    das Problem mit der SOFI sollte man den ökologischen Sozis überlassen. Denn nur deren Ideologien sind über die Gesetze der Mathematik und der Physik erhaben und in der Lage, den Lauf der Gestirne zu verändern.

    (Zumindest so lange, wie das Geld der "anderen Leute" reicht...)

  • Ich wollte Eigentlich zu dem grottenschlechten Satireartikel der Sonnenfinsternis etwas schreiben. Weil die Zeitung aber offensichtlich gemerkt hat, dass die Qualität dieses Artikels nicht einmal in der Bildzeitung, Leser finden würde, wurden die Kommentare dort geblockt, was mich durchaus wütend macht (gerade in Journalismus sollte man Raum für Meinungsfreiheit geben). Wer auch immer den Sonnenfinsterniss-Artikel geschrieben hat: Der Artikel ist nicht suffisient satirisch und witzig schon garnicht. Weder ein Literat noch ein Kleinkind würde über so etwas lachen. Ich hoffe der Journalist enteckt bald, dass das schrieben nicht seine Berufung ist und verschont uns mit seinen Wortvergewaltigungen

  • @Ossi NB
    Da ist schon was waren dran....wen um Deutschland herum jetzt lt. deuscher Medien-Politik Nazi-Länder entstehen, dann wird es für die deutschen Merkel-Medien (Grün-Sozialisten) an der Zeit, wieder in diese Länder einzumaschieren und ihnen den wahren und einzigen Glauben/Religion zu verkünden bzw. einzutrichtern. Vielleicht sind ja die Waffendeale mit Griechenland schon die ersten deutschen trojanischen Pferde...;)

  • Was ist schon Rechts, was ist schon Links....das beste für sein Land ist, wenn man der Marktwirtschaft und damit seiner eigenen Gesellschaft die Freiheit und Offenheit für wertschöpfende Innovationen/Arbeitsplätze gibt und diese NICHT mit politischen Gesetzen und Verboten (CO2 Verbot, Klimschutz, Energieeinsparzwang, Genderwahn uvm Grün-Sozialistischen Gesetze) bevormundet/ideologisches Erziehungsdiktat verhindert.

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