Vor Euro-Gipfel Diskussion um Euro-Bonds spitzt sich zu

US-Präsident Barack Obama hat Europa nach dem Nato-Gipfel die Leviten gelesen. Europa bedeute „mehr als eine Währung“. Unterdessen zeichnet sich vor dem Euro-Gipfel am Mittwoch heftiger Streit ab.
Update: 22.05.2012 - 02:42 Uhr 44 Kommentare
Frankreichs Präsident Francois Hollande im Gespräch mit Angela Merkel beim Nato-Gipfel in Chicago. Quelle: AFP

Frankreichs Präsident Francois Hollande im Gespräch mit Angela Merkel beim Nato-Gipfel in Chicago.

(Foto: AFP)

ChicagoUS-Präsident Barack Obama hat den Europäern kräftig die Leviten gelesen. Diese müssten „begreifen, dass das Euro-Projekt mehr bedeutet als eine Währung“, sagte er zum Abschluss des NATO-Gipfels in Chicago. Notwendig seien eine „engere Koordinierung auf der finanz- und geldpolitischen Seite und für die Wachstumsagenda“. Der US-Präsident forderte insbesondere eine Geldpolitik, die reformwilligen Ländern wie Spanien und Italien „eine Perspektive für mehr Wachstum, Jobs und höhere Einkommen gibt“.

Ob er damit noch niedrigere Zinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) meinte, oder einen Einstieg der EZB in die Staatsfinanzierung, blieb am Montag offen. Kanzlerin Angela Merkel lehnt das vehement ab. Der neue französische Staatschef François Hollande dagegen will, dass die EZB Euro-Sorgenkindern direkt Geld leihen kann, um ihnen mehr Luft zu verschaffen. Mit beiden hatte Obama am Freitag und Samstag auf dem G-8-Gipfel über die Schuldenkrise beraten.

Auch Spaniens Ministerpräsident hat schnelle Lösungen für Finanzstabilität gefordert. Es gebe Entscheidungen, die könnten innerhalb von 24 Stunden umgesetzt werden, sagte Rajoy am Montag vor Journalisten auf dem Nato-Gipfel in Chicago. Euro-Bonds hält Rajoy als schnelle Hilfsmaßnahme für ungeeignet. Dafür sei Zeit und eine Debatte notwendig, fügte der Regierungschef hinzu.

Frankreichs Präsident Francois Hollande hat den Einsatz von Euro-Bonds vorgeschlagen, um die Krise in der Euro-Zone zu lösen. Einen entsprechenden Antrag will Hollande auf dem informellen EU-Gipfel am Mittwoch in Brüssel stellen. Deutschland lehnt Euro-Bonds seit langem vehement ab. Hollande will die Euro-Bonds auch beim informellen EU-Gipfel am Mittwoch zum Thema Wachstum zum Thema machen. „Alles wird auf dem Tisch liegen“, sagte Hollande auf einer Pressekonferenz nach dem Nato-Gipfel. „So wie ich von Eurobonds spreche, ist es rechtmäßig, dass die Deutschen von Strukturreformen reden“, fügte der Sozialist hinzu.

Investoren schauen gerade besonders aufmerksam auf Spanien. Das Land kämpft mit gewaltigen Finanzlöchern in seinem Bankensystem. Hinzu kommt die Rezession, die die Probleme noch verschärft. Vize-Wirtschaftsminister Fernando Jimenez Latorre hatte jüngst erklärt, Spanien habe die notwendigen Einsparungen vorgenommen und Strukturreformen eingeleitet. Nun sei es Aufgabe der Europäischen Zentralbank zu handeln.

Frankreichs neuer Präsident Francois Hollande hatte Euro-Bonds vorgeschlagen, um die Krise in der Euro-Zone zu lösen. Dieser Vorschlag soll auch auf dem informellen EU-Gipfel am Mittwoch in Brüssel gemacht werden. Deutschland lehnt Euro-Bonds jedoch seit langem vehement ab. Die Kanzlerin betonte, dass es auch mit Hollande „eine Kontinuität der guten Zusammenarbeit (gibt), das schließt unterschiedliche Positionen nicht aus“.

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44 Kommentare zu "Vor Euro-Gipfel: Diskussion um Euro-Bonds spitzt sich zu"

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  • @malvin,
    das ist der Plan, Frankreich ist gegen Schäuble als Eurogruppenchef jedoch könnte sich Frankreich erweichen lassen wenn die Eurobonds kommen doch für Schäuble zu stimmen und da der Schäuble schon immer vergesslich war (100000,- DM in der Schublade)wirde er wohl auch bald vergessen, dass er gegen Eurobonds war.

  • @ PeterScholz1,
    als man Friedrich der Große fragte warum er Österreich angreife, soll er geantwortet haben: "Weil ich es kann".
    Daran hat sich bis heute nicht geändert, das deutsche Volk braucht Lebensraum: Kein Problem man versucht es den anderen Länder wegzunehmen.
    Deutschland braucht voll Beschäftigung und will größter PKW-Hersteller der Welt werden: Kein Problem, man erreicht es über den Leistungsbilanzüberschuss auf Kosten der anderen Euro-Länder.
    Ich bin gespannt wie es diesmal ausgehen wird.
    Der Schuss ist schon mal nach hinten los gegangen!

  • Oh Gott oh Graus man flippt hier aus.
    1. Obama?
    Finde ich gut, dass die Pleitegeier Nr. 1 denen Ratschläge geben, die Jahrelang verzichtet haben und durch harte Arbeit da stehen wo sie jetzt stehen. (war neulich in Schweden, die bewundern uns ja geradezu für unsere effizienz und harte Arbeit.) Vom rumsitzen gings halt leider noch nie lange gut.
    2. Eurobonds?
    erinnert mich ein wenig an das typische Banken System:
    Ah Kunde sie haben Geldsorgen, nehmen sie doch einen Kredit auf und noch einen und noch einen. Aber lieber Kunde warum zahlen sie denn nicht zurück, ah keine Lust.
    naja schreiben wir ab oder holen es von denen die genügend durch harte Arbeit erwirtschaftet haben (ala private Insolvenz)
    3. Rassenhass
    man sollte nun endlich mal mit dem, der Deutsche ist.., der Türke macht..., der Spanier tut... aufhören, das ist alles bescheuert und bringt nichts.
    4. Deutschland ohne Euro geht nicht mehr, sehe ich auch nicht als Zukunft, einheitliche Wirtschafts und Finanzpolitik würde da schon eher helfen. Dazu gehört aber auch, dass Länder wie Griechenland nun mal Einschnitte hinnehmen müssen, haben wir Deutschen auch getan jahrelang (und dennoch ging es uns nicht schlecht) haben halt früher die Weichen gestellt und nicht erst wenn der Zug darüber hinweggefahren war.

  • Van Rompuy ist Christendemokrat und katholik bis in die Knochen. Also, dass er Sozialist wäre, kann man ihm wirklich nicht vorwerfen.

  • Ich glaube, Sie haben keine Ahnung was mit Eurobonds auf sie zukommt. Wenn die Eurobonds durch sind, dann beginnt die Refinanzierung der Banken, aber erst hinterher, weil wenn man jetzt wüsste, wieviel an Zahlungsverpflichtungen da auf den Steuerzahler zukommt, würde man sich weigern.

    Die Situation der Banken wird erst deutlicher nach Einführung des ESM.
    Frau Merkel darf ihren Hut nehmen, wenn sie die Eurobonds durchdrückt. Niemand wird sie bei den nächsten Wahlen noch wählen, weil bis dann werden die Folgen davon schon deutlich sein. Und dann kann sie erklären, warum der deutsche Steuerzahler für faule Kredite zur Finanzierung von Siedlungen in Palestina geradestehen darf, wie im Falle Dexia, um mal ein Beispiel zu geben, worüber man nicht spricht.

  • Er erkennt nur das Gesetz des Stärkeren. Beherrschen oder beherrscht werden.

    @arminius: Hilfe, das ist doch nicht ihr Ernst? Was Sie hier als allgemeingültige Wahrheit zu verkaufen zu versuchen, sind äusserst unproduktive Vorurteile, die D seit dem Ende des 2. WK klein halten wollen. Und Sie machen da noch freiwillig mit. Das ist so, wie wenn man jemand die ganze Zeit sagt, er ist dumm. Nach einiger Zeit wird er es selbst glauben und sich auch so verhalten.
    Wachen Sie doch endlich auf, verdammt noch mal und lassen Sie sich keinen so einen Blödsinn einreden. Die Deutschen sind ganz normale Menschen, wie in den anderen Ländern auch. Das ist die Wahrheit und alles andere ist Manipulation.
    Aufgebrachte Grüsse vom Psychologen

  • Der Deutsche kann sich nicht integrieren, wenn man ihn nicht an der Leine hält versucht er die andere an die Leine zu halten

    @Arminius: oh Mann, ist das Zynismus oder ihr Ernst? Sehen Sie sich als Hund oder was? Kein Wunder, dass es dann nicht mit dem miteinander hinhaut, wenn ich mich als Hund sehe bzw. den anderen.

    Deutsche sind sehr wohl sich zu integrieren, wobei nicht mehr oder weniger als andere Völker dieser Erde.

  • Ich dachte Sie beschreiben das Verhalten der Franzosen. Habe noch einmal nachgelesen, nein, Sie meinen die Deutschen! Sie blind kann man doch nicht sein, das ist schon mutwillig.

  • Folgende ernüchternde Parallele zu Beobachtungen Albert Speers in seinem Buch "Spandauer Tagebücher":

    "26.09.61
    Seit Tagen wollten die Gerüchte nicht verstummen, dass der russische Direktor zusammen mit seinem US-Kollegen einen verschärften Arbeitsplan ausarbeite. Heute nun ließ mich Pese in das Chefwärterzimmer, wo der neue Arbeitsplan aushängt, kommen: Wie das Minutenprogramm eines Staatsbesuches. Für Schirach u.Heß ist es unangenehm, weil sie nun arbeiten müssen.

    27.09.61
    Schlagartig verstärkt Schnarch seine Leiden, während Heß lakonisch erkärte: "Ein Arbeitsplan? Dass ich nicht lache! Die Ärzte haben meine Krankheiten alle bestätigt. Das geht mich überhaupt nichts mehr an".

    30.09.61
    Wir drei beraten u. kommen zu dem Ergebnis, dass der US-Direktor vielleicht gerade unserern Widerstand wachrufen will, um ein strengeres Regiment einführen zu können…nach 15 J !

    28.10.61
    In den 4 Wochen nach Erlass der Arbeitsverordnung hat sich herausgestellt, dass nur die US-Wärter auf ihre Durchführung drängen. Heute saß Scharkow breit im Wärtersessel und hörte zu, wie Rostlam uns die die Prinzipien der Gefängnissauberkeit erklärte. Schließlich fragte Scharkow trocken: "Warum? Kommt heute General?"
    Gestern spielte sich ähnliches ab. Der russische Oberst Nadysew stellte sich zu Schnarch, der gerade unlustig mit der Harke im Laub herumstocherte und meinte leutselig: "Ein bisschen Arbeit? Ja?" Zehn Minuten später wurde Schirach von Kagin aufgefordert, doch endlich mal spazieren zu gehen. Mich fragte Kargin (Anm: russ. Wärter) kurz danach verwundert, warum ich so eifrig arbeite: "Zu viel, zu viel!" Deutsche immer arbeiten. Ich sage: zu viel!!" Der Amerikaner war sichtlich verärgert.

    Da auch die Engländer u.Franzosen den neuen Plan ignorieren, bleiben wir während der festgelegten Reinigungszeiten unbelästigt in unseren Zellen sitzen. Nur wenn ein Amerikaner im Dienst ist, wird gesäubert.

    21.12.61
    Der neue Arbeitsplan wurde unterdes endgültig aufgegeben."



  • Anonymer Benutzer: Oeconomicus

    Wendehals-Manöver? Ich nenne das Patenthalse, wobei der Großbaum unschlägt und ein unfreiwilliges Bad beschert.

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