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Vor G20-Gipfel USA sehen Transaktionssteuer skeptisch

Kurz vor dem Gipfel der 20 wichtigsten Wirtschaftsmächte in Cannes beginnt der Streit um die Belastung der Banken. Die USA kritisieren das europäische Modell. Eine Gebühr sei die bessere Variante.
31.10.2011 - 22:16 Uhr 12 Kommentare
US-Staatssekretärin Lael Brainard. Quelle: AFP

US-Staatssekretärin Lael Brainard.

(Foto: AFP)

Washington Die US-Regierung liege mit den Europäern zwar in dem Ziel auf einer Linie, dass die Finanzindustrie ihren „fairen Anteil“ an den Belastungen durch die Krise tragen und von riskanten Investments abgeschreckt werden müsse, sagte die Staatssekretärin im US-Finanzministerium, Lael Brainard.

Aber man halte eine Bankengebühr auf die Verbindlichkeiten der größten Geldhäuser für die bessere Lösung, betonte sie kurz vor dem Gipfel der 20 wichtigsten Wirtschaftsmächte (G20) in Cannes. „Wir denken, dass dieser Ansatz besser funktioniert, statt den kleinen Investor zu belasten“, sagte sie. Eine Bankengebühr habe zudem den Vorteil, dass sie schwerer zu umgehen sei.

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) fordert derweil eine Führungrolle der EU für weltweite eine Einführung der Transaktionssteuer. Sollte beim anstehenden G20-Gipfel keine Lösung gefunden werden, müsse die EU alleine weiter vorpreschen, betonte Schäuble in einem Interview mit der „Financial Times (FT)“ (Montag).

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und der ständige EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy hatten zuvor in einem Brief an die G20-Staats- und Regierungschefs unter anderem ebenfalls die weltweite Einführung einer Finanztransaktionssteuer gefordert. Auf EU-Ebene liegt dazu ein Vorschlag vor. Ökonomen halten die Steuer nur dann für sinnvoll, wenn sie weltweit eingeführt wird.

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    • dpa
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    12 Kommentare zu "Vor G20-Gipfel: USA sehen Transaktionssteuer skeptisch"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Es wäre leicht, in den Tenor einzustimmen, aber die obige Argumentation ist zukurz gedacht.

      Damit ich vorweg nicht falsch verstanden werde, auch ich halte die 25 %-Vorgabe von Ackermann für nicht richtig.

      Schauen Sie sich einmal die Zinsniveaus an. Dort werden 1, 2 bis 4 % als Zinssatz angeboten. Wer mehr haben will, muss ganz schöne Risiken in Kauf nehmen.

      Schauen Sie sich dagegen die Devisen- und Aktienmärkte an. Dort beträgt die Volatilität zwischen 10 und 30 %.

      Wenn jetzt jemand gute Kursgewinne erzielen will, dann bleibt ihm kaum eine andere Wahl, als sich in den volatilen Märkten (Devisen und Aktien) zu tummeln.

      Scheut er aber die volatilsten Anlagen und strebt zum Ende der Periode ein höheres Realvermögen als zu Anfang an, dann bleibt ihm zwangsläufig keine andere Wahl, als die Volumina und die Umschlagshäufigkeit zu erhöhen.

      Ergebnis:
      Eine höhere Verzinsung im Geld- und Rentenmarkt würde automatisch viele Geldanleger aus den hochspekulativen Märkten abziehen. Unter höheren Zinsen verstehe ich Zinssätze, die nach Abzug von Steuern das reale Kapital am Anfang einer Periode dem realen Kapital am Ende der Periode entspricht. Besser wäre natürlich, wenn ein realer Ertrag am Ende der Periode als Preis für den Konsumverzicht festgestellt würde.

      Solange die vorgenannte Bedingung nicht erfüllt ist -und das ist nunmehr schon seit geraumer Zeit so-, ist jede Altersvorsorge unsinnig. Dem Konsumverzicht in der Ansparphase steht kein entsprechender realer Konsum in der Auszahlungsphase gegenüber.

      Wenn hier also über die Topinsteuer oder Transaktionssteuer diskutiert wird, dann offensichtlich nicht um die Transaktionsvolumina und -geschwindigkeit zu drosseln sondern einzig und allein um weitere Steuern und Abgaben aus dem Volk zu pressen.

    • Haben die Verantwortlichen sonst kein Problem?

      Die Topin- oder Transaktionssteuer ist nichts anderes als ein Ablenkungsmanöver, eine Nebelkerze.

      Das zentrale Thema wäre vielmehr:
      Wie gehe ich mit Ganoven um?

    • @Stubi: So denkt der Laie. Die Invetition in Aktien lebt davon, daß Sekundärmärkte liquidide sind. Wenn ich nicht mehr sicher bin, daß ich die Aktien, die ich gestern gekauft habe, nicht mehr für einen akzeptablen Preis (mit geringen Spannen) verkaufen kann, lasse ich es gleich ganz. Die Außenfinanzierung mittels Beschaffung von Risikokapital wird für die Märkte einen gewaltigen Nachteil haben, die die Transaktionsssteuer (TAS) eingeführt haben. Denken Sie bitte auch an kleine Aktiengesellschaften und nicht nur an Daimler und Siemens und an Finanzinstitute, die Milliarden bewegen. Wenn gesagt wird, der Betrag ist doch so klein, ja dann hat die TAS keine Lenkungswirkung und auch kein Steuereinnahmepotential. Dann kann man es auch gleich ganz lassen. Macht man sie zu hoch, beeinträchtigt man den Kapitalmarkt. Nach Meinung der "Linken" sollte man ihn gleich ganz zerstören, mit der Wirkung "DDR"! Die USA und UK werden diesen Unsinn nicht mitmachen und weiteres Geschäft wird damit aus Deutschland auswandern, und Deutschland wird noch mehr von anglo-amerikanischen Finanzgesellschaften beherrscht werden. Die TAS-Diskussion ist nicht von Fachwissen getragen und einfach nur als dämlich zu bezeichnen. Typisch Deutsche Politik.

    • Sind Sie Zocker oder Anleger? Wenn sie Vermögen dauerhaft anlegen wollen, sollten Sie innere Werte von Wertpapieren beachten und auch länger auf Liquidation verzichten können/wollen.

      Wenn Sie Zocker sind, brauchen Sie viel Spielkapital und Nerven. Sonst lassen Sie es besser.

    • Wo die Amerikaner Recht haben, haben Sie Recht. Diese Steuer dient einmals zerpflückt keinen tieferen Sinn oder gar irgendeinen Nutzen. Die USA sind da wesentlich ehrlicher was mit Ralitätssinn, zu tun hat. Wärend hier der Patient Scheibchenweise verarscht wird, anstatt zu sagen wir sind im Arsch. Nicht Tatort Steuerzahler nein Tatort Politik/Finanz. Klare Sache und wie sie sich winden den Zeitgewinn genutzt zu haben Giftpapiere den kleinen Steuerzahler zugeschoben zu haben, nun steht er da im Reen und wartet auf Leistung muss sich wieder lohnen Mindestlohn.

    • Wichtiger als eine neue Einnahmequelle, ist das Abbremsen der Transaktionsanzahl. Es muss grundsätzlich besser Überlegt werden. Der Computerhandel verliert an Attraktivität. Das verschafft Zeit (zum Nachdenken) und 'beruhigt' den Finanzmarkt.

      Diesen Effekt kann man mit der Bankgebühr nicht erzielen! Deshalb ist die Transaktionssteuer die bessere Lösung.

      Außerdem landen - im Wettbewerb - nicht automatisch alle Gebühren beim Kunden. Die Gebühr wie die Transaktionssteuer lassen sich auch über kleinere Gewinne realisieren. Aber auch nur, wenn die Regeln (Gesetze) den wettbewerb sicherstellen.

    • Also ich faende die Transaktionssteuer gut. Damit wird dieser Casinogedanke endlich zumindest etwas eingedaemmt. Aktien beispielsweise sollten wieder eine Anlageform werden und nicht nur ein Mittel zur gegenseitigen Abzocke. Abzockziel ist ohnehin meist nur der kleine Anleger. Der hat weder die Informationen, noch das Personal, noch die Technik, noch die Geschaeftsbeziehungen um gegen die "Spezialisten" zu gewinnen. Meist setzt er halt und hofft. Dies hat mit Anlage oft nichts mehr zu tun.

    • Es stimmt, daß Spekulationen kurzfristig erwartete bw. bereits sich schon abzeichnende Preisbewegungen tendenziell verstärken. Wobei man das Wort kurzfristig betonen muß; die Spekulanten, die Termingeschäfte bzw. Wetten ohne Interesse an den Spekulationsobjekten eingehen, lösen innerhalb weniger wochen auch wieder Gegenbewegungen aus.

      Es ist aber auch durch empirische Untersuchungen belegt, daß Transaktionssteuern genau die kurzfristigen Preisausschläge nicht beruhigt, sondern noch verstärkt.

      Daher ist eine derartige Steuer kontraproduktiv. Sie dient dann somit nur dem Zweck, im Finanzsektor Geld einzusammeln und nimmt dabei negative Wirkungen ausdrücklich in Kauf. Das kann nicht als sinnvoll bezeichnet werden.

      Es ist durchaus verständlich, wenn man vom Finanzsektor Ersatz für die aufgewendeten Kosten aus deren schädlichen Aktionen haben möchte. Die Verursacher waren die Finanzinstitute und auch die einzelnen Investoren . Aber das hätte man zu Beginn der Krise 2007/2008 als Bedingung aushandeln müssen, nachträglich geht es nicht mehr.

      Für die Zukunft sollte man besser Regeln zur Vermeidung von finanziellen Schäden aufstellen, statt hinterher Kosten übernehmen zu müssen. Steuern und Gebühren helfen dabei überhaupt nicht.

      Wer ins Casino geht, muß vorher sein Wettrisiko in voller Höhe hinterlegen. Und das muß auch für Spekulationsgeschäfte gelten. Dann können eventuelle Schäden aus der Hinterlegung beglichen werden und die Wetter werden sich es sich besser überlegen, was sie tun.

    • Die USA haelt eine Bankengebuehr auf die Verbindlichkeiten der Banken fuer eine bessere Loesung? Also auf die Spareinlagen bei den Banken. Ist dies der naechste Schritt nach der negativen Realverzinsung der Spareinlagen?

      Die schafft wohl auch bei der FED befuerchte ich, die ja Sparer nur abzockt. Aber Spekulanten werden geschont und regelmaessig mit frisch gedrucktem Geld versorgt.

      Obamas Politik ist klar ausgerichtet - auf die Ausbeutung der Massen. Dabei helfen ihm das Finanzministerium und seine FED-Gehilfen. Seine grossen Sprueche haben mit seinen tatsaechlichen Aktionen wenig gemeinsam. Dient wohl nur der Ablenkung.

    • Nach einer Lösung klingt das alles nicht: denn eingepreist werden diese Beträge ohnehin. Ob ich das nun TASt nenne oder "Gebühr". Die Überlegungen der USA wirken berechtigt.
      Zeiten, in denen bloßer Aktionismus ausgereicht hatte "um überhaupt etwas getan zu haben" sollten eigentlich vorbei sein.

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