Vor Trump-Besuch in Florida Mysteriöse Todesfälle nach Hurrikan „Irma“

Nach Hurrikan „Irma“ hat sich US-Präsident Trump in Florida angekündigt. Während er die Südwestküste des Staates besuchen will, beginnt 200 Kilometer östlich das Rätselraten nach dem Tod mehrerer Senioren.
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Mehrere Senioren sterben nach Hurrikan „Irma“

Drama in Florida: Mehrere Senioren sterben nach Hurrikan „Irma“

MiamiNach dem verheerenden Wirbelsturm „Irma“ beschäftigten sich die Behörden in Florida neben den Aufräumarbeiten auch der rätselhafte Tod von acht Senioren in einem Pflegeheim. In der Stadt Hollywood fanden Feuerwehr und Polizei am Mittwoch drei Tote, fünf weitere seien im Krankenhaus oder auf dem Weg dorthin gestorben, hieß es. Die Opfer waren zwischen 71 und 99 Jahre alt. Unterdessen ließ US-Präsident Donald Trump mitteilen, er wolle am (heutigen) Donnerstag die Stadt Naples an der stark durch den Hurrikan getroffenen Südwestküste besuchen.

An der Ostküste Floridas leitete die Polizei ein Ermittlungsverfahren nach dem Tod der acht Patienten ein. Sheriff Tom Sanchez zufolge starben sie vermutlich an Überhitzung oder anderen Umständen durch Hitze - ausschließen wollte er jedoch nichts. Die Ermittler überprüften auch, ob die fünf Frauen und drei Männer vielleicht an einer Kohlenmonoxidvergiftung durch Generatoren starben. Es werde ebenfalls geschaut, wie viele Fenster zum Zeitpunkt des Vorfalls in dem Gebäude offen standen.

Der Gouverneur von Florida, Rick Scott, bezeichnete die Situation als unerklärlich. Er ordnete eine Untersuchung von anderen Pflege- und Altenheimen an. Allein in der Stadt Hollywood sollten 42 Einrichtungen kontrolliert werden, sagte Sanchez. Bei Temperaturen von 34 Grad Celsius gingen Rettungskräfte in mehreren Gemeinden für Medizinchecks von Tür zu Tür. Es wurden Wasser, Eis und Mahlzeiten verteilt.

Die Pflegeeinrichtung erklärte, „Irma“ habe die Stromzufuhr für die Klimaanlage beschädigt. Besonders tragisch an dem Geschehen scheint zu sein, dass gegenüber der Einrichtung ein Krankenhaus mit funktionierender Klimaanlage zugänglich gewesen wäre. Auf die Frage, warum die Heimmitarbeiter die Patienten nicht über die Straße ins Krankenhaus gebracht hätten, als die Temperaturen gefährlich anstiegen, sagte eine Sprecherin der Stadt Hollywood, sie könnten nicht in die Köpfe der Angestellten oder Manager der Einrichtung schauen.

Was Hurrikan Irma alles zerstört hat
Inselkette unter Wasser
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Zuerst überzogen massive Sturmfluten die Inselkette Florida Keys, bevor mit das Auge des Hurikan Winde mit Geschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern brachte. In Key Largo steht das Urlaubsgelände "Gilbert's Resort" komplett unter Wasser. Im 145 Kilometer entfernten Key West warnten die Behörden am Dienstag vor einer zu schnellen Rückkehr. Es gäbe weder Strom noch Wasser, und die Hauptverkehrsstraße sei teilweise zerstört, erklärte der Bürgermeister.

Florida Keys zu großen Teilen zerstört
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Die Inselgruppe fiel dem Wirbelsturm nahezu ungeschützt zum Opfer. Mit einer Gesamtlänge von über 290 Kilometern liegt sie vor der Ostküste im Atlantischen Ozean. Sie hat die ungebremste Wucht des Wirbelsturms erlebt. Viele der Strandhäuser wurden stark beschädigt. Die Inselkette hat rund 70.000 Einwohner.

Ausnahmezustand
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Der Sturm hat Bäume entwurzelt und zahlreiche Menschen obdachlos gemacht. Auf Saint Martin hat "Irma" eine Schneise der Zerstörung hinterlassen., die Infrastruktur ist stark beschädigt. 170.000 Haushalte haben seit Sonntag keine Stromzufuhr. An ein normales Leben ist hier zur Zeit nicht zu denken. Auch deshalb sollten Bewohner noch warten, bevor sie in ihre Städte zurückkehren. Am Sonntag traf der Hurrikan mit Stärke 4 die vorgelagerte Inselgruppe auf Höhe der Insel Marathon.

Segelboote auf dem Land
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Aber auch auf dem Festland sieht es nicht besser aus. Wo das Wasser bereits abgezogen ist, kommt ein Bild der Zerstörung zum Vorschein. Boote und Yachten wurden in die Städte gespült, so wie hier in Coconut Grove im Süden von Miami. Dabei haben sie teilweise Häuser zerstört.

Geisterstädte nach Evakuierung
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Besonders schwer traf es die Hausboote, die ungeschützt vor der Küste lagen. Mehr als fünf Millionen Menschen waren von dem Mega-Sturm betroffen. In Florida wurden die meisten von ihnen evakuiert.

Erste Aufräumarbeiten
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Seit Montag werden die Stromleitungen nach und nach repariert, wie hier auf einer Straße in St. Petersburg in Florida. Die Aufräumarbeiten laufen langsam an.

Collier County
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In Collier County steht in manchen Gegenden kein einziges Haus mehr.

Der Bezirk Broward County meldete, das Pflegeheim habe einen Stromausfall angegeben, aber auch auf Nachfrage keine Hilfe angefordert. „Es ist eine traurige Angelegenheit“, sagte der Polizeichef. Alle Menschen hätten ältere Menschen in Pflege- und Altenheimen und seien abhängig von jenen, die sich um sie kümmerten. In Florida leben rund vier Millionen Senioren.

Durch Wirbelsturm „Irma“ kamen in der Karibik und in den USA nach offiziellen Zahlen mittlerweile mindestens 61 Menschen ums Leben. Unter den Toten in Florida war auch eine Siebenjährige, die nach Angaben der Polizei im Bezirk Polk County an einer Kohlenmonoxidvergiftung starb.

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2 Kommentare zu "Vor Trump-Besuch in Florida: Mysteriöse Todesfälle nach Hurrikan „Irma“"

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  • Gerade vor dem Hintergrund, dass die verstorbenen Senioren eben nicht evakuiert wurden, sollten Kommentare mancher Nutzer mit Vorsicht gehandhabt werden ...

  • Dies erstaunt wenig. Es ist bekannt, dass gerade ältere Menschen durch eine Änderung der Lebensgewohnheiten in Stress geraten und es dadurch zu einer erhöhten Anzahl von Todesfällen kommt.

    Deshalb sollten grossflächige Evakuierungen mit Vorsicht gehandhabt werden.

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