Vor Wahl in Moldau Russlandtreue Aktivisten planten gewaltsame Proteste

Die Republik Moldau wählt am Sonntag ein neues Parlament, doch es geht um mehr: Das Land muss sich zwischen EU und Kreml entscheiden. Fünf russlandtreue Aktivisten wurden schon im Vorfeld festgenommen.
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Die Parlamentswahl am Sonntag gilt als richtungsweisend für die Republik Moldau. Quelle: dpa

Die Parlamentswahl am Sonntag gilt als richtungsweisend für die Republik Moldau.

(Foto: dpa)

ChisinauRusslandtreue Aktivisten sollen für den Fall eines Sieges des proeuropäischen Lagers bei der Parlamentswahl in der Ex-Sowjetrepublik Moldau gewaltsame Proteste geplant haben. Bei Hausdurchsuchungen am Mittwoch seien Pistolen, Granatwerfer, Militäruniformen und große Mengen Bargeld gefunden worden, teilte die Polizei mit. Fünf Mitglieder einer verbotenen prorussischen Gruppe wurden festgenommen.

Die Abstimmung am Sonntag gilt als Richtungswahl. Viele prowestliche Moldauer fürchten, dass Russland seinen Einfluss auf das Nachbarland ausbauen und eine Annäherung an die EU verhindern will.

Die Wahlkommission schloss am Mittwoch die prorussische Partei Patria von der Wahl aus, weil sie aus dem Ausland finanziert wird. Der erst vor wenigen Monaten gegründeten Gruppierung unter Führung des Geschäftsmanns Renato Usatii wurden gute Chancen ausgerechnet, aus dem Stand ins Parlament einzuziehen. Ein Berufungsgericht soll noch vor dem Wochenende über den Beschluss der Wahlkommission entscheiden. In Umfragen liegen die Proeuropäer nach wie vor vorn.

Bei den Ermittlungen zu den geplanten Unruhen wurden nach Angaben der Behörden insgesamt 15 Personen identifiziert, die der verbotenen prorussischen Gruppe angehören. Unter den Verhörten war nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch ein Universitätsprofessor, der Studenten rekrutiert haben soll, sowie ein Polizist, der Zugang zu geheimen Dokumenten hatte.

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