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Wachstumsstrategie Japan steigt in das Wettrennen um Akku- und Chipwerke ein

Japan will wie China, die USA und die EU die Akku- und Chipindustrie mit Investitionen ködern. Auch die Industrie des Landes soll gestärkt werden – doch dabei könnte es Probleme geben.
18.06.2021 - 18:02 Uhr Kommentieren
Japans Wirtschaftsplaner fürchten um die Überreste ihrer einst stolzen Chip- und auch Akkuindustrie Quelle: dpa
Halbleiter

Japans Wirtschaftsplaner fürchten um die Überreste ihrer einst stolzen Chip- und auch Akkuindustrie

(Foto: dpa)

Tokio Japans Regierung hat den Einstieg Japans in den globalen Wettbewerb um Akku- und Chipproduktion tief im neuen Wachstumsplan versteckt. Am Freitag erklärte Japans Ministerpräsident Yoshihide Suga, Japan werde „vor allem in diese vier Themen stark investieren: grüne, digitale, lebendige Regionalentwicklung und Maßnahmen gegen die sinkende Geburtenrate“. Aber seine Wachstumsstrategie will auch mehr Produktion von Batterien und Halbleitern heimholen, die die Japan AG einst dominierte.

Noch geizt die Regierung mit Zahlen, was sie investieren will. Die Wachstumsstrategie verspricht allerdings Initiativen, „die mit denen anderer Länder vergleichbar sind“. China investiert seit Jahren massiv in den Aufbau einer eigenen Industrie. Doch nun haben die USA über 50 Milliarden Dollar und die Europäische Union über 140 Milliarden Euro für die Förderung heimischer Chipfabriken versprochen. Bei Akkus sieht es ähnlich aus.

Daher fürchten Japans Wirtschaftsplaner jetzt um die Überreste ihrer einst stolzen Chip- und auch Akkuindustrie. Japans Weltmarktanteil an der Halbleiterfertigung ist in den vergangenen 40 Jahren von 50 auf nur noch zehn Prozent gesunken, stellt die Regierung fest. Fast zwei Drittel aller Chips müssten importiert werden, vor allem aus Taiwan.

Doch nun würden die Coronakrise wie der wachsende Handelskrieg die Risiken in der globalen Hightech-Lieferkette offenlegen. Die Regierung will daher „die Lieferketten wesentlicher Materialien und Technologien in Schlüsselindustrien analysieren und Maßnahmen überlegen, die inländische Produktion zu stärken und die Lieferketten zu diversifizieren“.

Bei der Neuausrichtung der Lieferketten will Japans Regierung eng mit Australien, Indien und den südostasiatischen Ländern zusammenarbeiten, um die Abhängigkeit von China zu reduzieren. Schon seit vorigem Jahr subventioniert die Regierung die Verlagerung von Fabriken von China nach Südostasien oder Japan.

Japans Industrie soll wachsen

Nun verspricht das Wirtschaftsministerium zudem, in der Ansiedlung neuer Halbleiter- und Akkuwerke neue Wege zu gehen. „Wir müssen die Lücke zu den anderen Ländern schließen, um unsere Industrie zu unterstützen“, sagte beispielsweise der für Akkus zuständige Ministerialbeamte dem Handelsblatt. Daher würden neuerdings auch staatliche Gelder in großem Maßstab in den Bau von Akkufabriken gesteckt. Früher habe es nur ausnahmsweise öffentliche Gelder dafür gegeben.

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Auch in Forschung und Entwicklung wird natürlich investiert, um insgesamt die Wettbewerbsfähigkeit der japanischen Industrie in diesen Schlüsseltechnologien des Digitalzeitalters und der Elektromobilität zu stärken. Als Ziel für 2030 gibt die Regierung aus, dass der jährliche Umsatz der Japan AG im Bereich Digitalisierung auf über 150 Milliarden Euro steigen soll.

Dass die Maßnahmen nur Unterpunkte der großen Wachstumsstrategie sind, ist volle Absicht. Japans Regierung ist überzeugt, dass die Chip- und Akkuwerke nur zurückkommen, wenn auch Japans Industrie weiterhin weltweit wettbewerbsfähig ist und wächst. Und auch da sehen die Planer Gefahr im Verzug.

Amerikanische und europäische Unternehmen hätten ihre Preise und Gewinnspannen stärker als die japanischen Unternehmen steigern können, bemängelt die Wachstumsstrategie. „Das Problem ist die Arbeitsproduktivität“, so der Bericht.

Die Wachstumsrate der Arbeitsproduktivität läge bei 0,3 Prozent pro Jahr und sei damit die zweitniedrigste unter den G7-Ländern nach Italien. Auch mit der Innovationskraft sind die Planer unzufrieden. Der Prozentsatz der Unternehmen, die neue Produkte und Dienstleistungen eingeführt hätten, sei in Japan der niedrigste unter den entwickelten Ländern.

Allein die grobe Übersicht über die Maßnahmen, diese Missstände zu beheben und zu Hause sowohl das Wachstum wie auch die stagnierenden Löhne zu beleben, umfasst 233 Seiten. Aber sie sollen keine leeren Versprechen bleiben. „Die Richtlinien, die ich heute vorgestellt habe, werden sich in zukünftigen Budgetierungen und Systemrevisionen materialisieren und zügig umgesetzt werden“, betonte Regierungschef Suga im Regierungsausschuss. „Ich bitte um Ihre weitere Mitarbeit.“

Mehr: Geldverschwendung: Warum Halbleiter-Experten eine Mega-Chipfabrik der neuesten Generation in Europa ablehnen

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