Währungsfonds auf dem Prüfstand Fliegt der IWF aus der Troika?

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„Dann folgt ein Griechenland dem anderen“
2500 protestieren gegen Griechenland- und Asylpolitik
Demonstration "Europa anders machen"
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Zum Weltflüchtlingstag haben in Berlin mehrere tausend Menschen für Solidarität mit Flüchtlingen und gegen die europäische Griechenlandpolitik demonstriert.

Demonstration "Europa anders machen"
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Im Bezirk Kreuzberg versammelten sie sich am Samstagnachmittag zu einer Kundgebung. Reden hielten der Publizist Jakob Augstein und Griechenlands stellvertretende Ministerin für gesellschaftliche Solidarität, Theano Fotiou.

Demonstration "Europa anders machen"
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Auch in anderen Städten gingen Menschen auf die Straße, um eine offenere Flüchtlingspolitik zu fordern. In Berlin-Kreuzberg kamen nach Angaben der Polizei rund 2500 Demonstranten zusammen. Laut des globalisierungskritischen Netzwerks Atttac waren es über 10.000.

Demonstration "Europa anders machen"
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Neben Bannern etwa des globalisierungskritischen Netzwerks „Attac“ hielten Teilnehmer Schilder mit Aufschriften wie „Schuldenschnitt jetzt“ oder „Humboldt-Forum zur Erstaufnahmeeinrichtung“ hoch.

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Den Protest unter dem Motto „Europa.Anders.Machen.“ hatte ein Bündnis linker Gruppen organisiert.

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„Wir demonstrieren für ein Europa der Solidarität und des Friedens“, sagte Griechenlands stellvertretende Ministerin Fotiou. „Für ein Europa der Völker, nicht der Banker.“

Der regelmäßige Zoff der Technokraten aus Washington mit EZB-Bankern und Mitgliedern der EU-Kommission hat die Rettung Griechenlands keinesfalls leichter gemacht. „Keiner der Partner scheint das Gefüge als ideal anzusehen“, schrieb der IWF bereits im Jahr 2013 in einer Griechenland-Analyse. Kritikern zufolge sollte Europa mittlerweile in der Lage sein, seine Probleme allein in den Griff zu bekommen.

Im Gespräch war bereits mehrfach, dass der Euro-Rettungsschirm ESM die Aufgaben des IWF übernimmt und etwa zu einem Europäischen Währungsfonds (EWF) ausgebaut wird - konkrete Vorschläge für eine Zeit ohne IWF gibt es also. Im Februar berichtete das „Handelsblatt“, EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker feile bereits an einem Plan, die Griechenland-Troika abzuschaffen. Auch Frankreich und die Südländer wollen den IWF angeblich loswerden.

Müssen Griechenland oder ein anderes Euro-Krisenland die Rechnung also bald ohne Lagardes Volkswirte machen? Vorerst vermutlich nicht. Denn einerseits entlastet der IWF die Europäer finanziell und steuert Fachwissen ohne politische Färbung bei. „Ohne den IWF wären die Krisenprogramme wahrscheinlich so erfolglos verlaufen wie die Versuche Europas, den Stabilitätspakt durchzusetzen“, schrieb Ökonom Belke vergangenes Jahr. Außerdem hilft die Glaubwürdigkeit des Fonds, größere Tumulte an den Märkten zu verhindern.

Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, der den IWF ursprünglich aus dem Spiel lassen wollte, ist mittlerweile auf Merkels Kurs umgeschwenkt, den auch andere finanzpolitisch stabilere Länder wie Finnland teilen. „Ohne den IWF wird sich der Druck der Krisenländer und Frankreichs gegenüber Deutschland ins Unermessliche steigern. Dann folgt ein Griechenland nach dem anderen“, warnte der Präsident des Münchner ifo-Forschungsinstituts Hans-Werner Sinn kürzlich.

Beim IWF, der nun als erster Gläubiger eine fällige Kreditrate in Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro nicht pünktlich zurückbekam, dürfte die Diskussion andauern. Die Chefin der Rettungsbehörde für finanziell angeschlagene Staaten machte zumindest kurzfristig Hoffnung auf einen noch greifbaren Weg aus der griechischen Krise, den der IWF mit pflastern könnte: „Sofern gewünscht“, teilte Lagarde mit, werde der Fonds die Griechen auch weiterhin unterstützen.

  • dpa
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13 Kommentare zu "Währungsfonds auf dem Prüfstand: Fliegt der IWF aus der Troika?"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Wenn Herr Junker für seinen Einsatz für Griechenland nicht nur Lob , sondern auch eine angemessene Provision erhält , wäre das doch sehr lobenswert und irgendwie auch Nobelpreiswürdig ! Ich glaube, sowas fehlt ihm noch und ich schlage ihn hiermit schon mal vor !

  • Es kann sein das der IWF aus der Troika fliegt, es kann aber auch nicht sein.

  • Frau Ina Pohl ist eine besonder Deutsch-Hasserin, daher erklärt sich ihr Aufgabenbebiet.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Genau das forderte Tsipras!

    Europa soll den IWF auszahlen und dann hat man leichteres Spiel!

    Genau so wird es kommen und wir werden nur noch zu zahlenden Idioten abgestempelt!

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  • Was haben die Griechen eigentlich mit den fast 320 Milliarden gemacht, die sie als Schulden inzwischen angehäuft haben?
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    Ihre Wirtschaft saniert, sich wettbewerbsfähig gemacht? Nein, natürlich nicht, nachdem sie sich schon mit einer Bilanzfälschung in die Eurozone gelogen haben, leben sie lieber über ihre Verhältnisse und verprassen das Geld anderer.
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    Und warum sollten eigentlich weitere 300 Milliarden der Geldgeber (3. , 4., 5. ....Hilfspaket) an der Misswirtschaft und Korruption in GR etwas ändern? Die stolzen Griechen haben mit ihrem Referendum den europäischen Steuerzahlern, die die ganze Endlos-Party in Athen finanzieren, den Mittelfinger gezeigt. O.K., wir haben verstanden, dass die Griechen sich weiterhin auf unser aller Kosten verschulden wollen, dann in schöner Regelmäßigkeit einen Schuldenschnitt fordern (!), aber keinesfalls jemals eine Gegenleistung in Form von "selbstheilenden" Strukturreformen in ihrer Verwaltung (1 Mio Beamte bei 10 Mio Einwohnern!), bei den Renten (nirgendwo in Europa wird so früh in Rente gegangen!) oder im Steuersystem (GR ist ein Paradies für Steuersünder) erbringen werden.
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    Zahlen und sparen sollen gefälligst die anderen. Dieses Geschäftsmodell der GR ist einfach und hat bislang wunderbar funktioniert. Spätestens jetzt nach dem Referendum hat es jedoch ausgedient. Wer jetzt noch auf dieser Schiene weitermachen will, wie Junker, Hollande, Draghi usw., der ist nicht mehr bei Trost.
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    Die Unterstützung der Griechen kann nur eine Hilfe zur Selbsthilfe sein. Die Griechen wollen zwar die Annehmlichkeiten des Euro, jedoch nicht seine Regeln einhalten. Wer sich aber an Absprachen und Regeln nicht halten will, verdient auch keine weitere Hilfe auf Kosten hart arbeitender, steuerzahlender Menschen in den Geberländern. So einfach ist das.
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    Die Tür zu Verhandlungen darf deshalb nicht mehr offen stehen, sondern muss jetzt endlich geschlossen werden. Das soll kein Rauswurf de jure sein. Allein die Kraft des Faktischen wird dafür sorge

  • Goldman Sachs berät neben Griechenland auch Merkel und zieht maßgeblich mit an den Fäden der EU-Politik.
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    Man sollte sich also fragen warum das Großkapital Griechenland dermaßen unter Druck setzt und in den Dreck fährt… vielleicht weil sie an die griechischen Ölreserven in der Ägäis wollen?!?!!!…
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    http://www.claro.de/magazin/der-verborgende-oel-krieg-trieb-die-usa-griechenland-mit-absicht-in-die-pleite-762/

  • USA nervös: Tsipras telefoniert mit Russlands Präsident Putin
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    Griechenland sucht Verbündete in seinem Begehr nach einem Schuldenschnitt. Angela Merkel und Barack Obama dürften alarmiert sein.
    -------------------------------------------Meinung------------------------------------------
    Die USA sind darauf angewiesen.

    Noch 2003 stand im CIA World Face Book, dass die USA den Zusammenbruch des Euros und danach der EU für 2017 bis 2021 erwartet (oder eher angesetzt) haben.
    Wir können sicher sein, dass die Oligarchen der USA darauf gewettet haben um damit Geld zu verdienen.

    Kommt der Crash nun zu früh würden sie sicher Verluste einfahren. So gesehen sollten wir den Euro möglichst schnell beerdigen.

    Kein Wunder wird man in den USA nervös.

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