Währungsunion Niederlande fordern Chance für Euroausstieg

Ist der Euro noch glaubwürdig? Der niederländische Ministerpräsident pocht darauf, dass mehr für die Sicherheit der Gemeinschaftswährung getan wird. Wer sich nicht an die Regeln hält, solle austreten - nach neuen Regeln.
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Der niederländlische Premierminister Mark Rutte möchte, dass EU-Länder sich vom Euro verabschieden können. Quelle: AFP

Der niederländlische Premierminister Mark Rutte möchte, dass EU-Länder sich vom Euro verabschieden können.

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MünchenDie Niederlande fordern verstärkte Anstrengungen, um den Euro sicherer zu machen. "Als Nation von Händlern und Exporteuren sind wir auf eine stabile Währung angewiesen", sagte Ministerpräsident Mark Rutte am Donnerstag der "Süddeutschen Zeitung" und drei weiteren europäischen Blättern.

Für die gemeinsame Währung sei es "überlebenswichtig, dass sich alle Euro-Länder an die Versprechen halten, die sie gegeben haben, als sie die Währung einführten. Nur so ist der Euro glaubwürdig. Unser Ziel sollte es sein, den Euro zu stärken, glaubwürdiger zu machen und den Dollar als Weltwährung zu attackieren."

Hält sich ein Land nicht an die Regeln, soll es Rutte zufolge künftig über eine neue Ausstiegsklausel die Währungsunion wieder verlassen können. "Wir wollen durchsetzen, dass ein Land die Eurozone verlassen darf, falls es das wünscht. Im Moment geht das nicht, da kann ein Land den Euro nur abgeben, wenn es die Europäische Union verlässt. Wir müssten also die Verträge korrigieren, um das zu ändern."

Rutte sprach sich zugleich gegen ein föderales Europa aus. Eine politische Union mit einer Art Regierung lehne er ab. "Ich glaube an ein Europa der Nationalstaaten, die eng zusammenarbeiten in Bereichen, in denen sie gemeinsame Interessen haben wie Währung, Einwanderung, Grenzen. Überall dort, wo es uns Vorteile bringt."

  • dapd
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31 Kommentare zu "Währungsunion: Niederlande fordern Chance für Euroausstieg"

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  • Glauben Sie nichts was Sie von Mark Rutte lesen .Der will sich nur eindecken wegen den Bundestagswahlen im September .Wenn Merkel abgewählt werden sollte - fehlt ihm ein Standbein .Im eigenen land erzählt er genau das gegenteil .Austritt aus dem Euro und der EU -alternativlos ".komt mir irgendwie bekannt vor ...

  • @ solong,

    Von den Fachkräfte die wegen Arbeitslosigkeit in ihrer Heimat auswandern kommt nur ein kleiner Teil nach Deutschland, die besten wandern lieber in die USA, Kanada, Australien oder sogar Süd-Amerika.
    Prozentual sind es bestenfalls 5% der Auswanderer die es mit Deutschland probieren, und davon bleibt nur die Hälfte für immer in D.
    Das ist für Europa eine Hämorrhagie oder " Braindrain“ (im Deutschen Brain-Drain), wörtlich Gehirn-Abfluss im Sinne von Talentschwund, somit der Abwanderung der Intelligenz einer Volkswirtschaft) bezeichnet man im Gegensatz zu Braingain die volkswirtschaftlichen Verluste durch die Emigration besonders ausgebildeter oder talentierter Menschen aus einem Land. Dies betrifft vor allem Akademiker, Künstler, Unternehmer und Facharbeiter." (Wikipedia)
    Für Europa eine schlimme Entwicklung!

  • @bierbernd

    Nach der Euroeinführung sank der Zinssatz für die PIGS. Offensichtlich hat man schon von Anfang an darauf spekuliert, dass Deutschland für die Schulden der gesamten Eurozone im Ernstfall geradestehen muss, ohne das der deutsche Bürger einen demokratischen Einfluss auf die PIGS hat.

    Es ist eine geschichtliche Tatsache, dass sich die PIGS nach der Euroeinführung wesentlich stärker verschuldet haben, das Geld in Wohlstand uns Sozialstaat investiert haben und jetzt versuchen Deutschland die Rechnung zu präsentieren. Zahlen lügen nicht.

    Und offensichtlich enpuppt sich der Euro als mehr als eine Währung. Offenbar macht der "Euro" Deutschland für die Schulden anderer verantwortlich. Das wurde den Deutschen aber genau anders herum versprochen. Ich kenne viele CDU-Wahlversprechen, in denen das immer und immer wieder wiederholt wurde.

    Was nicht heißt, dass es in anderen Regionen in der Welt nicht auch überschuldete Staaten gibt (z.B. Argentinien). Bloss mit einem völlig anderen lokalen Hintergrund.

    Fazit: Der Euro ist die größte Fehlkonstruktion und das schlimmste Lügengebilde der letzten 100 Jahre und gehört selbstverständlich beseitigt. Wenn er bleibt, wird er den Wohlstand in Deutschland vernichten.

  • Kann ich kaum widersprechen. Auf dem Prüfstand steht neben der Nato auch die ganze Lakaienschaft europäischer Banken gegenüber USA, sprich Swift-Offenlegung etc. Wer hier die Masterrolle und wer dei Slaverolle hat ist selbst jedem Naivling klar. Deutlicher konnte es nicht demonstriert werden, dass es nach WK2 für Deutschland keinen wirklichen Friedensvertrag mit finanziellen Freiheiten gab.

  • Richtig und irgendwann wir die Erkenntnis unumstößlich sein und zwangsläufig sich ergeben, wenn nicht ein Wunder passiert, und die passieren höchst selten.

  • Das Einstellen von Agenturmeldungen allerorten hängt damit zusammen, daß bei den Print-Medien enorm espart werden muß. Und wie spart man am effektivsten? Am Personal, sodaß man also nicht in jeder Region einen Korrespondenten vorhalten kann.

    DAS ist das Dilemma, das eben auf die Gleichschaltung von Nachrichten weltweit hinausläuft.

    Nur das TV kann sich mit "Wanderjournalisten" noch ein unahägiges Bild selbst vor Ort machen, die von hier nach dort unterwegs sind, wie die Imker, die inzwischen ihre Bienenkörbe von hier nach da tragen.

  • Die gut ausgebildeten Leute fliehen aus ihren Ländern, aber nicht nur nach außerhalb Europas, sondern vermehrt nach Deutschland und finden, wenn sie der Sprache mächtig sind, auch sofort einen Arbeitsplatz.

    Sie werden sogar auch abgeworben, ähnlich, wie das damals war, als Rußland den eisernen Vorhang öffnete, man ging vornehmlich in die USA.

    Jemand nannte das vor einiger Zeit: Human-Kolonialismus.

  • "Es wird behauptet, dass der Euro schuld an den Staatsschulden ist. Diese Leute sollen mir mal erklären warum folgende Länder ebenfalls sehr hoch verschuldet sind: USA, Japan, (England), Kanada."
    Für die muss der deutsche Steuerzahler nicht haften, für Griechenland wird er das müssen. Ohne den Euro könnte auch Griechenland machen es will (Korruption, Vetternwirtschaft, unfähige Beamte etc.) , solange wir nicht dafür zahlen müssen uns sich unsere armseligen Politiker nur noch damit beschäftigen wie man diese ungewollte Währung lange am Leben hält und die Bevölkerung dafür möglichst gründlich ausplündert.

  • Ich liebe die Niederländer, weil sie einen klaren, pragmatischen Blick auf die Welt haben. Der Vorstoß von Herrn Rutte dient allen: der EU, den souveränen Einzelstaaten und vor allem auch den Austrittskandidaten, denn ihnen stehen außerhalb des Euro alle Instumente zur Verfügung, die zu ihren wirtschaftlichen Möglichkeiten und Einstellungen zur Geldwertstabilität passen. Man muss nicht zusammenhalten, was nicht zusammen passt.

  • Der war wohl nicht bei den Bilderbergern...

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