Waffenstillstand Bürgerkriegsparteien im Südsudan unterzeichnen Friedensabkommen

Seit fast fünf Jahren herrscht im jüngsten Staat der Welt ein Bürgerkrieg. Nun einigen sich die Widersacher auf einen Waffenstillstand - wieder einmal.
Update: 27.06.2018 - 16:40 Uhr Kommentieren
Nach 72 Stunden solle ein Waffenstillstand in dem Konflikt in Kraft treten, erklärte Sudans Außenminister. Quelle: AFP
Außenminister Al-Dirdiri Mohammed Ahmed

Nach 72 Stunden solle ein Waffenstillstand in dem Konflikt in Kraft treten, erklärte Sudans Außenminister.

(Foto: AFP)

KhartumIm Bürgerkrieg im Südsudan haben sich Präsident Salva Kiir und Rebellenführer Riek Machar auf einen dauerhaften Waffenstillstand geeinigt. Dieser solle innerhalb von 72 Stunden in Kraft treten, teilte Sudans Außenminister Al-Dirdiri Mohamed Ahmed am Mittwoch in Khartum mit. Das Abkommen sehe zudem unter anderem die Freilassung politischer Gefangener und das Öffnen von Korridoren für humanitäre Hilfe vor.

Die Widersacher in dem knapp seit fünf Jahre dauernden Bürgerkrieg unterschrieben das Abkommen in der sudanesischen Hauptstadt Khartum. „Ich werde euch, die Menschen von Südsudan, nicht enttäuschen“, sagte Staatschef Kiir bei der Unterzeichnungszeremonie. „Mit diesem Waffenstillstandsabkommen soll der Krieg zu Ende gehen“, unterstrich Rebellenführer Machar. Zudem glaube er, mit diesem Abkommen werde man schnell daran arbeiten, bei noch ausstehenden Punkten eine Einigung zu erzielen.

Das Abkommen sieht auch eine Teilung der Macht während einer Übergangszeit von drei Jahren vor. Details dazu wurden nicht genannt. In der Zeit sollen demnach unter anderem Wahlen vorbereitet werden. Ziel sei es auch, Streitkräfte, einen Polizeidienst und Sicherheitsorgane zu schaffen, die frei von „ethnischer Zugehörigkeiten“ sind.

Der ölreiche Staat erlangte 2011 seine Unabhängigkeit. Nur zwei Jahre später brach ein Konflikt zwischen den Anhängern von Kiir vom Volk der Dinka und den Unterstützern seines ehemaligen Stellvertreters Machar vom Volk der Nuer aus. Rund vier Millionen Menschen - etwa ein Drittel der Bevölkerung - sind bislang geflohen, Zehntausende Menschen wurden getötet.

Bereits 2015 kam es zu einem Friedensabkommen, das allerdings scheiterte. Auch im Dezember vergangenen Jahres einigten sich die Parteien auf einen Waffenstillstand, dieser hielt aber auch nicht. Vergangene Woche hatten sich dann Kiir und Machar zum ersten Mal seit zwei Jahren zu Friedensgesprächen in Äthiopiens Hauptstadt getroffen.

  • dpa
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