Wagner-Aufstand: Lukaschenko sieht die Stabilität Russlands in Gefahr
Es sei „schmerzhaft“ gewesen, die Ereignisse im Süden Russlands zu beobachten.
Foto: IMAGO/SNARiga. Drei Tage nach dem abgebrochenen Wagner-Aufstand hat der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko seine Sicht auf die chaotische Situation im Nachbarland Russland dargestellt – und Kritik an Kremlchef Wladimir Putin anklingen lassen. Lukaschenko räumte ein, es sei „schmerzhaft“ gewesen, die Ereignisse im Süden Russlands zu beobachten.
Alle Beteiligten hätten die Gefahr der Eskalation des Konflikts anfangs falsch eingeschätzt. Zwei Menschen seien „aufeinandergeprallt“, sagte er mit Blick auf Putin und Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin, wie die staatliche belarussische Nachrichtenagentur Belta berichtet. Weder Putin oder Prigoschin noch er, Lukaschenko, seien als „Helden“ zu bezeichnen.
Lukaschenko warnte vor Instabilität in Russland: „Wenn Russland zusammenbricht, werden wir alle unter den Trümmern umkommen.“ Als sich die Ereignisse am Wochenende überschlugen, habe er das Militär in Kampfbereitschaft versetzt.
„30 Minuten nur Schimpfwörter“: Lukaschenko nennt angebliche Details aus Telefonat mit Wagner-Chef
In der Nacht zum Samstag hatte Prigoschin die südrussische Millionenstadt Rostow am Don besetzt und einige Einheiten seiner Truppe Richtung Moskau geschickt. Praktisch ungehindert zogen die Söldner bis 200 Kilometer vor Moskau. Auf Vermittlung Lukaschenkos stoppte Prigoschin die Aktion schließlich.