Wagner-Söldner: Schwindet jetzt Moskaus Einfluss in Zentralafrika?
In der Zentralafrikanischen Republik ist der Einfluss des Kremls sehr groß: Seit 2021 ist Russisch Pflichtsprache an der Uni, die orthodoxe Kirche ist vom Staat anerkannt und in der Hauptstadt Bangui gibt es ein russisches Kulturzentrum.
Foto: AFP/Barbara DeboutDie Zentralafrikanische Republik ist so etwas wie ein russischer Satellitenstaat, auch wenn der mehr als 5000 Kilometer von Moskau entfernt liegt.
In keinem anderen Land auf dem Kontinent dürfte der Einfluss des Kremls so groß sein wie hier: Seit 2021 ist Russisch Pflichtsprache an der Uni, die orthodoxe Kirche ist vom Staat anerkannt, in der Hauptstadt Bangui gibt es ein russisches Kulturzentrum und einen von Russland gegründeten Radiosender.
Propaganda im Dienste Moskaus betreiben in dem Land vor allem Wagner-Mitarbeiter. Knapp 2.000 sollen in dem Land stationiert sein. Seit der abgebrochenen Rebellion ihres Anführers Jewgeni Prigoschin vor knapp drei Wochen ist die Zukunft der Wagner-Söldner in Afrika jedoch ungewiss.
„Man sieht sie immer seltener“
Die möglichen Folgen des gescheiterten Söldner-Aufstands zeigen sich in der Zentralafrikanischen Republik. So mehren sich die Berichte über verstärkte Truppenbewegungen im Land – und über einen möglichen Abzug.
„Derzeit sind sie zwar noch da“, sagt ein Journalist in der Hauptstadt Bangui dem Tagesspiegel, der anonym bleiben will. „Aber in den Straßen Banguis sieht man sie immer seltener.“ Eine „beträchtliche Anzahl“ von Wagner-Männern sei kürzlich auf dem Flughafen an Bord einer Antonov-Transportmaschine gegangen.