Wahl in Griechenland Die Linke greift nach der Macht

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Die Geduld der Griechen ist überstrapaziert.

Sein wichtigstes Ziel aber ist ein Schuldenschnitt, der nach seiner Vorstellung von einer internationalen Konferenz abgesegnet werden soll. Zudem will Tsipras eine Allianz der Südländer Europas schmieden, um der Sparpolitik der Union ein Ende zu bereiten.

Samaras meint hingegen, Frontalzusammenstöße mit der EU könne sich Griechenland nicht leisten. Athen könne sich nicht Geld leihen und dann den Gläubigern sagen: „Ich zahle nicht.“ So gehe man in Europa nicht miteinander um, sagt der konservative Regierungschef immer wieder.

Samaras weiß aber auch, dass die Geduld der Griechen längst überstrapaziert ist. Jeder zweite junge Mensch ist ohne Job. Die Arbeitslosigkeit übersteigt die 25 Prozent. Manche Familien leben allein von der Rente der Oma. Samaras verspricht, dass der Gürtel nicht noch enger geschnallt werden soll. „Weitere Kürzungen von Löhnen und Renten wird es nicht geben“, sagt er. In den kommenden Jahren sollen mehr als 700.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Die Stimmung in den ärmeren Regionen im Westen der Hauptstadt Athen ist explosiv. Drohungen mit einem „Grexit“, einem Austritt Griechenlands aus dem Euroland, machen diesen Menschen keine Angst mehr. „Die Verelendung erleben wir seit langem“, sagt Mitsos Sarantis, ein seit zwei Jahren arbeitsloser Schuhverkäufer aus der dicht besiedelten Athener Vorstadt Peristeri. Sein Sohn ist bereits ins Golfscheichtum Katar ausgewandert.

Gleich mehrere Parteien in Griechenland kämpfen bei der Wahl am Sonntag um den dritten Platz - und damit die Möglichkeit, zusammen mit dem Wahlgewinner zu regieren. Allen voran die To Potami (Der Fluss) - eine neue pro-europäische Partei der politischen Mitte. Die ehemals allmächtigen Sozialisten müssen sich hingegen anstrengen, die Drei-Prozent-Hürde für den Einzug ins Parlament zu überspringen. Dagegen werden die Kommunisten allen Umfragen zufolge im Parlament vertreten sein. Auch die rassistische und ausländerfeindliche Partei Goldene Morgenröte sehen Demoskopen wieder im neuen Parlament. Mit ihr wollen die anderen Parteien allerdings nichts zu tun haben.

  • dpa
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