Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Wahlen in den USA 2020 Parteitag der Republikaner: Pompeos Rede provoziert Protest

Auf dem Parteitag der Republikaner wirbt die First Lady für die Wiederwahl ihres Ehemannes. Die Rede von US-Außenminister Pompeo könnte Konsequenzen haben.
26.08.2020 - 05:39 Uhr 1 Kommentar
US-Außenminister Mike Pompeo nahm eine Videobotschaft auf einem Dach in Jerusalem auf. Die Teilnahme des Diplomaten am Parteitag der Republikaner sorgte für Kritik und könnte noch Konsequenzen nach sich ziehen. Quelle: AP
Parteitag der Republikaner

US-Außenminister Mike Pompeo nahm eine Videobotschaft auf einem Dach in Jerusalem auf. Die Teilnahme des Diplomaten am Parteitag der Republikaner sorgte für Kritik und könnte noch Konsequenzen nach sich ziehen.

(Foto: AP)

Washington US-Außenminister Mike Pompeo ist ein loyaler Gefährte von Präsident Donald Trump. Bei allen diplomatischen Kontroversen der vergangenen Jahre stand er unerschütterlich an Trumps Seite. Und auch wenn sich Pompeo gerade auf einer Reise durch den Nahen Osten befindet, war er wichtiger Teil des republikanischen Parteitags am Dienstag.

Per Videobotschaft wandte er sich an die republikanischen Anhänger. Der US-Präsident sei „vielleicht nicht beliebt in jeder Stadt der Welt, aber er hat die USA sicherer gemacht“, sagte Pompeo, auf einem Dach in Jerusalem stehend. 2018 hatten die USA ihre israelische Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt.

Pompeo pries Trump für sein Treffen mit Nordkoreas Diktator Kim Jong Un, für den Tod des Top-Terroristen Abu Bakr al-Baghdadi und für seine harte Hand gegenüber China, „das mit seinem Virus den Tod durch die Welt trägt“. Die US-Bürger rief er dazu auf, Trump ihre Stimme zu geben: „Sie können dazu beitragen, jemanden zu wählen, der nicht nur redet, sondern liefert.“

Dass sich Pompeo als Außenminister an einem parteipolitischen Spitzenevent beteiligt hat, könnte ein Nachspiel im US-Kongress haben. Der demokratisch geführte Außenausschuss im Repräsentantenhaus will untersuchen, ob Pompeo mit seinem Auftritt gegen Ethik-Regeln verstoßen hat. Zumindest ist die Rede ein Bruch mit der jahrzehntelangen Norm, dass sich US-Chefdiplomaten aus Wahlkampfveranstaltungen heraushalten.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Außenminister agieren in sensiblen weltpolitischen Situationen, deshalb traten sie in der Vergangenheit eher als Repräsentanten des Landes, nicht einer politischen Partei auf. Laut dem Magazin „Politico“ schickte Pompeo erst im vergangenen Monat ein Memo an die US-Vertretungen im Ausland, das erläuterte, inwiefern politische Aktivitäten vom Amt zu trennen seien.

    Trump selbst vermischt auf der Convention, die am Montag eröffnet wurde, sein Amt als Präsident mit seinem Wahlkampf. Der im Fernsehen ausgestrahlte Parteitag blendete immer wieder Szenen aus dem Weißen Haus ein, in denen Trump präsidiale Handlungen ausübte. So sprach er mit Klinik-Mitarbeitern über die Coronakrise, begnadete einen Ex-Inhaftierten und führte eine Zeremonie zur Einbürgerung durch.

    Der Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, Larry Kudlow, wandte sich ebenfalls in einer Videobotschaft ans Publikum und versprach einen schnellen Wirtschaftsaufschwung. „Keiner, der bei Verstand ist, will ausgerechnet jetzt den Menschen das Geld aus der Tasche ziehen“, sagte er in Anspielung auf geplante Steuererhöhungen der US-Demokraten. „Wollen Sie gesundes Wachstum, eine Wirtschaft voller Chancen und Optimismus? Oder wollen Sie zurück zu Dunkelheit und Pessimismus? Ich sage: Bleiben Sie bei uns.“

    Trumps Management der Coronakrise steht wegen explodierender Covid-Zahlen in der Kritik. Die Wirtschaftsleistung war im zweiten Quartal eingebrochen, die USA leiden unter Massenarbeitslosigkeit.

    First Lady Melania Trump hat während des Parteitags der Republikaner vom Rosengarten des Weißen Hauses aus gesprochen. Quelle: dpa
    Parteitag der Republikaner in den USA

    First Lady Melania Trump hat während des Parteitags der Republikaner vom Rosengarten des Weißen Hauses aus gesprochen.

    (Foto: dpa)

    First Lady Melania Trump hielt zum Finale des zweiten Convention-Tages eine Rede. Im Rosengarten des Weißen Hauses sprach die gebürtige Slowenin über ihren Weg zur US-Staatsbürgerschaft im Jahr 2006. Sie warb für eine Wiederwahl ihres Mannes: „Ich werde nie vergessen, dass viele Menschen 2016 an ihn geglaubt haben, einen Geschäftsmann, der in die Politik gegangen ist.“

    First Lady: „Sehr stolz“

    Kurz nach Trumps Amtsbeginn sorgte die First Lady noch mit Kritik an der Politik ihres Mannes für Aufsehen. Anlass war Trumps harter Kurs gegen Einwanderer: 2018 hatte die US-Regierung Kinder getrennt von ihren über die mexikanische Grenze geflohenen Eltern untergebracht. Die Bilder von Kleinkindern, Säuglingen und Teenagern in vergitterten Lagern gingen um die Welt. Melania Trump veröffentlichte damals ein kritisches Statement.

    Doch jetzt, im Wahlkampf, lässt sie keinen Zweifel an ihrer Loyalität: Trump werde „nicht ruhen, bis er alles gegen Covid-19, den unsichtbaren Feind, getan hat“, sagte Melania Trump. „Seit ich ihn kenne, will er das Land besser machen. Ich bin so stolz auf ihn.“

    Für einen kurzen Moment räumte sie ein, dass Trumps Präsidentschaft kontrovers ist. „Wir wissen alle, dass er kein traditioneller Präsident ist. Aber ob man es mag oder nicht: Man weiß immer, was er denkt.“

    Donald Trump will am Donnerstag im Rosengarten auftreten und seine Abschlussrede zur Convention halten. Am Montag, zum Auftakt des Parteitags, hatten die republikanischen Delegierten Trump einstimmig zum Kandidaten für die Wahl am 3. November nominiert.

    In der vergangenen Woche kürten die US-Demokraten den Ex-Vizepräsidenten Joe Biden zu ihrem Kandidaten. In diesem Jahr finden die Parteitage wegen der Corona-Pandemie überwiegend virtuell statt.

    Mehr: Die Trump-Show ist eröffnet – Der Sohn wettert gegen „Peking-Biden“

    Startseite
    Mehr zu: Wahlen in den USA 2020 - Parteitag der Republikaner: Pompeos Rede provoziert Protest
    1 Kommentar zu "Wahlen in den USA 2020: Parteitag der Republikaner: Pompeos Rede provoziert Protest"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ein sehr guter Artikel der endlich mal nur berichtet, statt zu kommentieren. Das ist auch der Grund das ich diese Zeitung jetzt abonniere.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%