Wahlen in Griechenland Eine Stimme, fünfzig Sitze

Können sich die Linken durchsetzen? Kommt es gar zum „Grexit“ aus dem Euro? Am Sonntag wählt Griechenland, ein Thriller der die ganze Euro-Zone in Atem hält. Eine Besonderheit des Wahlrechts könnte den Ausschlag geben.
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Wenn Griechenland Europa wählt, dann unter den Augen eines angespannten Europas. Quelle: dpa

Wenn Griechenland Europa wählt, dann unter den Augen eines angespannten Europas.

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Athen/BerlinWenn die Griechen am Sonntag ein neues Parlament wählen, blickt die gesamte Euro-Zone auf das Mittelmeerland mit gerade einmal elf Millionen Einwohnern. Kippt bei einem Wahlsieg der linken Syriza auch der heftig umstrittene Reformkurs? Folgt gar der „Grexit“ - ein Ausscheiden des Landes aus dem Euro? Der Ausgang des Urnengangs ist nicht nur wegen des zersplitterten Parteiensystems schwer vorherzusehen, sondern auch wegen des „verstärkten Verhältniswahlrechts“ in Griechenland:

Konkurriert wird um 300 Sitze im Athener Parlament. Das Besondere: Die stärkste Partei bekommt als Bonus zu ihren regulär errungenen Mandaten einen Aufschlag von 50 Sitzen. Das soll für klare Verhältnisse sorgen. Theoretisch könnte eine einzige Stimme darüber entscheiden, wer den Zuschlag bekommt.

Anders als in Deutschland haben die griechischen Wähler nur eine Stimme. Um ins Parlament zu kommen, müssen die Parteien eine Drei-Prozent-Hürde überspringen. Dies gelang bei der Wahl im Juni 2012 acht Parteien. Ihr Spektrum reichte von der neo-faschistischen Goldenen Morgenröte bis zur kommunistischen KKE.

Spannend wird aber nicht nur, welche Gruppierungen ins Parlament einziehen, sondern auch die prozentuale Stärke der Parteien, die außen vor bleiben. Denn davon hängt ab, ob der Wahlsieger - inklusive Bonus - die absolute Mehrheit von 151 Sitzen erringt oder nicht. Dabei gilt: Der für die absolute Mehrheit benötigte Prozentsatz ist um so niedriger, je höher der Anteil der Parteien ist, die es nicht ins Parlament schaffen.

Würden die an der Drei-Prozent-Hürde gescheiterten Parteien zum Beispiel gemeinsam auf elf Prozent kommen, würden schon 36 Prozent für die absolute Mehrheit im Parlament reichen. Kommen die "Sonstigen" insgesamt auf 15 Prozent der Stimmen, reichen für die absolute Mehrheit der Mandate bereits 34,5 Prozent aus.

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