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Wahlen in Israel So überzeugt Netanjahus Rivale Benny Gantz die Wähler

Der ehemalige General und Fallschirmspringer könnte der nächste Ministerpräsident von Israel werden – und gibt sich ruhiger als sein Vorgänger.
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Benny Gantz: Ganz anders als sein Rivale Netanjahu Quelle: AFP
Benny Gantz mit Ehefrau Revital

„Ich wünsche Israel eine Regierung der nationalen Einheit, damit sich das politische System ein wenig beruhigen kann“, kommentiert der Kandidat die ersten Hochrechnungen.

(Foto: AFP)

Tel Aviv Benny Gantz tritt zurückhaltend auf, vorsichtig und höflich. In Israels Machtzirkeln ist das ungewöhnlich und für einen ehemaligen Generalstabschef erst recht. Wer Einfluss haben will, fällt üblicherweise durch lautes Gehabe auf, so wie zum Beispiel Benjamin Netanjahu. Gantz ist anders. Der spontane Auftritt vor laufenden Kameras ist nicht sein Ding. Er kommt sogar ins Stottern, als eine Journalistin impertinente Fragen stellt.

Und doch hat der politische Neuling Gantz bei den jüngsten Wahlen praktisch ebenso viele Stimmen erhalten wie Netanjahu, der Ministerpräsident und PR-Tausendsassa, der seit drei Jahrzehnten in der Politik zu Hause ist. „Ich wünsche Israel eine gute Regierung der nationalen Einheit“, kommentierte Gantz am Mittwochmorgen die ersten Hochrechnungen, „damit sich das politische System ein wenig beruhigen kann und wir mit der Arbeit beginnen können.“

Mit seiner ruhigen Art ist der 60-Jährige bereits in der Armee aufgefallen, wo er seine Karriere bei den Fallschirmspringern begann. Glück hatte er auch: Entweder war gerade kein besserer Offizier verfügbar oder er wechselte noch rechtzeitig aus einer Einheit, bevor dort Probleme auftauchten. Gantz ist wie Teflon, nichts blieb an ihm haften, schreibt der „Haaretz“-Journalist Anshel Pfeffer in einem Porträt über den Netanjahu-Herausforderer.

Nach Ende seiner Militärlaufbahn ging Gantz in die Politik. Ex-Generale sind dort keine Seltenheit. Von den 19 Gantz-Vorgängern an der Armeespitze blieben lediglich drei der Politik fern. Gantz trat an mit dem Ziel, Netanjahu aus dem Amt zu drängen, und einer Partei, die er später mit bereits bestehenden Parteien zu „Blau-Weiss“ zusammenschloss.

Die Führung teilt er sich im Rotationssystem mit Yair Lapid, dem Chef der Zukunfts-Partei. Ein kluger Schachzug: Lapid hatte bereits ein landesweites und gut funktionierendes Netzwerk an Filialen aufgebaut, die jetzt auch für Gantz arbeiteten – und ihm vielleicht den Weg ins Büro des Premierministers geebnet haben.

Netanjahus Herausforderer hat noch kein fest gefügtes politisches Profil. Der ehemalige General spricht sich einerseits für Frieden mit Palästinensern aus, entwickelt aber keine konkreten Vorschläge. Auch setzt er sich für den Mittelstand ein, ohne ein wirtschaftspolitisches Programm zu haben. In Israel herrscht jetzt eine Pattsituation.

Präsident Reuven Rivlin muss nun entscheiden, ob er Gantz oder Netanjahu mit der Regierungsbildung beauftragt. Eine Regierung wird frühestens Ende Oktober erwartet.

Mehr: Der Premierminister und sein Herausforderer schicken nach den Wahlen in Israel gleich viele Abgeordnete ins Parlament. Doch Gantz hat anders als Netanjahu mehr Optionen für eine Regierungsbildung.

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