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Wahlen in Mexiko Die Rückkehr der „Dinosaurier“

In Mexiko kündigt sich ein Regierungswechsel an. Die Partei PRI, auch „Dinosaurier“ genannt, kann am Sonntag zurück an die Macht kehren. Mitten im Drogenkrieg soll sie die Wirtschaft aus der Krise führen.
30.06.2012 - 09:30 Uhr Kommentieren
PRI-Präsidentschaftskandidat Enrique Peña Nieto gilt schon vor den Wahlen als der wahrscheinlichste Sieger. Quelle: Reuters

PRI-Präsidentschaftskandidat Enrique Peña Nieto gilt schon vor den Wahlen als der wahrscheinlichste Sieger.

(Foto: Reuters)

Mexiko-Stadt Wenn sich die Meinungsforscher nicht völlig irren, dann wird Mexiko in den kommenden sechs Jahren wieder von der alten Führungsschicht regiert. Bei der Präsidentenwahl am Sonntag deutet alles auf einen Sieg der Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI) hin. Das ist die Partei, die im Volksmund „Dinosaurier“ genannt wird und von 1929 bis 2000 fast schon diktatorisch die Geschicke Mexikos bestimmte - mit Wahlbetrug, Unterdrückung und Korruption, aber auch mit einem umsorgenden Staat.

„70 Prozent der Mexikaner wollen einen Wechsel“, sagt José Antonio Crespo, Politologe am Forschungsinstitut CIDE. Und der kann für die meisten nur zurück in die Vergangenheit gehen. Viele Mexikaner denken so nostalgisch an die PRI wie manch Ostdeutscher an die DDR. Der Staat war korrupt und streng, aber er gab auch Fresspakete, Kühlschränke, Jobs, Geld und Macht an die Loyalen. Und er hatte den Drogenkrieg im Griff. Dass die PRI-Regierungen mit den Drogenkartellen paktierten, um Ruhe zu schaffen, war vielen dabei sogar recht.

Die christdemokratischen PAN-Regierungen, die seit zwölf Jahren die Politik in Mexiko bestimmen, haben hingegen abgewirtschaftet. Ihnen lastet die Bevölkerung den Drogenkrieg mit 60 000 Toten und die schwache wirtschaftliche Entwicklung an. Vicente Fox (2000 bis 2006) und Felipe Calderón (2006 bis 2012) traten an als die Präsidenten, die Arbeitsplätze und Wirtschaftsaufschwung versprachen. An beiden Versprechen sind sie grandios gescheitert. In den vergangenen zwölf Jahren wuchs die mexikanische Volkswirtschaft durchschnittlich um 2,5 Prozent. Zieht man nur das Mandat des scheidenden Staatschefs Calderón heran, sieht es noch dunkler aus: Gerade mal 1,6 Prozent konnte das mexikanische Bruttoinlandsprodukt seit 2007 jährlich zulegen. Damit liegt die zweitgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas ganz am Ende in der Region.

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