Wahlkampf in Athen Tsipras will neues Europa

Kurz vor der Wahl in Griechenland hat der Chef der Linksbündnisses Syriza, Alexis Tsipras, eine Rede vor Tausenden Anhängern gehalten. Er stehe für ein „Europa der Zukunft“, Bundeskanzlerin Merkel für die Vergangenheit.
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Der Chef der griechischen Linkspartei Alexis Tsipras spricht am Donnerstagabend vor Anhängern in Athen. Quelle: dpa

Der Chef der griechischen Linkspartei Alexis Tsipras spricht am Donnerstagabend vor Anhängern in Athen.

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AthenAm Montag nach dem Urnengang werde seine Partei im Falle eines Wahlsiegs eine „Regierung aller Griechen“ aufstellen, die den Verbleib des Landes in der Eurozone sichern werde, versprach Syriza-Parteichef Alexis Tsipras am Donnerstag auf seiner letzten Wahlkampfkundgebung vor tausenden Anhängern in Athen. „Wenn nicht jetzt, wann? Wenn nicht wir, wer?“, sagte er zum Abschluss seiner Rede.

Der Linken-Chef bekräftigte sein „Nein zum Memorandum des Bankrotts“, das heißt die Absage an die mit den internationalen Geldgebern vereinbarten Sparvereinbarungen. Seine Partei sei aber für den Euro und für einen „nationalen Plan zur Wirtschaftserholung“, der die Menschen vor einer Pleite bewahre.

Wahlkampfplakate in Athen. Quelle: AFP

Wahlkampfplakate in Athen.

(Foto: AFP)

Tsipras grenzte sich zugleich von seinem stärksten Kontrahenten Antonis Samaras ab, dem Chef der konservativen Nea Dimokratia. Dieser stehe für das „Europa der Vergangenheit von (Bundeskanzlerin Angela) Merkel“. Er hingegen verkörpere das „Europa der Zukunft“. Bei der Wahl am Sonntag wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der Syriza-Partei und den Konservativen erwartet. Während Tsipras die Kreditvereinbarungen für Griechenland aufkündigen will, macht sich Samaras für Nachverhandlungen stark.

Syriza ist ein entschiedener Gegner des Sparkurses, auf den sich das Land im Gegenzug für Milliardenhilfen der Euro-Zone verpflichten musste. In Griechenland muss am Sonntag neu gewählt werden, nachdem die Parteien es nach dem vorigen Votum Anfang Mai nicht schafften, eine Regierung zu bilden. Die Wahl gilt auch als Abstimmung über den Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone und die Zukunft des 130 Milliarden Euro schweren internationalen Rettungsprogramms. In Umfragen hat sich kein klarer Favorit abgezeichnet. Die konservative Neue Demokratie und Syriza liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

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16 Kommentare zu "Wahlkampf in Athen: „Wenn nicht jetzt, wann? Wenn nicht wir, wer?“"

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  • Hoppla, hier geht aber so einigen Schreiberlingen (Rothschild Vasallen) der Hintern auf Grundeis. Wenn es auch nur noch einen kleinen Funken Gerechtigkeit gibt ist der € kommende Woche Geschichte.

  • Der Tsipras hat völlig recht. Außerdem geht es uns nichts an, wie die Griechen ihr Staatswesen verfassen. Wenn die links wählen wollen, sollen sie es tun. Allerdings haben sie dort keinen Anspruch, von uns jahrzehntelang alimentiert zu werden.

    Auch wenn Griechenland pleite geht, die Erde sich dann weiterdreht. Die Pleite ist bei den Griechen der geschichtliche Normalfall. Was solls also...

  • Hoffentlich gewinnt Herr Tsipras !! Denn der will die Ehre der Griechen wieder herstellen und die eigene Währung DRACHME mit eigener Zentralbank drucken.

    Die Schulden in EURO sollte Herr Tsipras nicht mehr bezahlen, sonst zahlen die Griechen Jahrhundertelang undter dem Knüppel von Brüssel. Entmachtet und ehrlos.

    Nein, griechischer Staatsbankrott, Drachme einführen und allein wieder als stole Griechen weitermachen mit Tsipras an der Spitze.

    SCHÜTTELT BRÜSSEL UND DEN EURO EINFACH AB !!!

  • Genau das! Tsipras steht für heilloses Chaos, Verantwortungslosigkeit und übergalaktische Verschuldung. Aber ich bin davon überzeugt, die kommende Wahl wird genauso zu einem politischen Patt führen wie die vergangene. Denn genau das wollte die griechische Elite bezwecken, um noch mehr Geld aus Europa herauszupressen. Griechenlands Austritt aus dem Euro ist alternativlos, völlig egal, wer die Wahl gewinnt bzw an die Macht kommt, denn Griechenland wird seine Schulden und die, die noch kommen, niemals bedienen!

  • Bastian, Sie sind für EURObonds und dem EURO ? und der EURO wird überleben ?

    Wo leben Sie denn ? auf ner fernen Insel im Pazifik ?

    Oder sind Sie einer von den SPD-Sozis oder einer bezahlt von der Staatsrats-Systempresse um hier deren Saft zu verbreiten. Sie sollten sich doch besser mal informieren über die Thematik.

    Der EURO muss weg !!

  • Welche Konsequenzen denn? Rauswerfen aus dem Euro geht nicht! Merkel wird weiter bezahlen um das Luftschloß EURO am Leben zu erhalten, obwohl der Euro im Koma liegt. Arbeiten wir eben bis zum 80. Lebensjahr, damit die Faulenzer in den Südstaaten des Euro weiterfeiern können.

  • Liebe Griechen, (die, die diesem Menschen wählen)

    was bildet ihr euch ein, meint ihr, ihr seid alleine auf der Welt. Mal abgesehen davon, dass ihr mir weit über 10000 Verlust in meinem Depot eingebracht habt, (und milliarden in anderen Depots), habt ihr aber so gar nicht das Recht, euch gegen den Rest Europas zu stellen. Dazu passt eine Umfrage, die kürzlich herausgekommen ist. Alle Länder wurden gefragt, wer am härtesten arbeitet in Europa: Alles sagten Deutschland, nur griechenland sagt nicht Deutschland, sondern Griechenland. Einbildung ist auch eine Bildung, aber bitte kommmt jetzt mal wieder runter von der Akropolis. Ihr ward jetzt lange genug in Zeitungen der ganzen Welt, selbst hier in Indien lese ich jeden Tag von Euren neuen Heldentaten.

  • Wenn Griechenland statt Deutschland aus dem Euro geht, rast der Zug nur weiter auf die Wand zu und wird der Schrecken am Ende noch größer für Deutschland und Europa.

    Nur Deutschlands Austritt aus dem Euro jetzt und die neue DM mit Heimholung der deutschen Goldreserven aus dem Ausland retten Deutschland vor immer weiteren wahnwitzigen Geldforderungen der anderen und geben gleichzeitig dem Resteuro die nötige Abwertung, um wirtschaftlich wieder wettbewerbsfähig zu werden und die finanzielle Notwendigkeit, die Ausgabenpolitik wieder realistisch an das Maß anzugleichen, daß man sich wirklich volkswirtschaftlich leisten kann.

  • Der Zug fährt gegen die Wand, Deutschland wird von den anderen heruntergezogen und wird selbst ertrinken, wenn es auf der Euroschiene so weitermacht. Deutschland muss sich also erst einmal freischwimmen, und das heisst, eine eigene Deutsche Währung.

    Das Gegenargument der Aufwertung muss man auch ein wenig differenzierter betrachten:

    1. Deutschland hatte auch zu DM Zeiten Handelsüberschüsse, nicht -defizite.

    2. Eine DM Aufwertung hatten wir ständig seit der DM Einführung und hat Deutschlands wirtschaftlichen und sozialen Wiederaufstieg nach dem Krieg doch nicht aufgehalten, sondern ganz in Gegenteil das Deutsche und in der ganzen Welt bewunderte Wirtschaftswunder erst hervorgebracht!

    3. 40% der Exportprodukte kommen selbst aus Importprodukten und werden also billiger durch eine Aufwertung der DM.

    4. Führt eine Aufwertung der DM zu mehr Kaufkraft der Deutschen Bevolkerung, das heisst, der deutsche Arbeitnehmer kriegt wieder etwas für sein Geld statt ständig zu verlieren, wie unter dem Euro! Das ist die sogenannte Sozialdividende. Deshalb ist ja auch der Lebensstandart in starken Wahrungsländern wie der Schweiz und in der Bundesrepublik zu DM Zeiten so hoch gewesen!

    5. Eine stärkere DM führt zu mehr Innenkaufkraft und damit mehr Importen, was anderen Ländern zugute kommt und deren Wirtschaftleistung fördert und hilft, von Transferleistungen unabhängig zu werden.

    6. Die Abwertungen, zB der Drachme und der Lira, führen zu deren Wettbewerbsstärkung und damit der Möglichkeit, nicht auf Pump anderer, sondern eigenständig zu wachsen.

    7. Summa summarum werden Europa und die Welt nicht stärker, wenn die letzten noch funktionierenden Wirtschaften auch noch kurzsichtig kaputtgemacht werden.

    Deswegen ist als Minimum der deutsche Euroaustritt und die Wiedereinführung der DM notwendig, dann generell eigene, selbstverantwortliche Länderwährungen in Europa, so wie vor dem Euro auch, um wirtschaftlich wieder in Fahrt zu kommen.

  • Er kann ja das Sparen einstellen, ist nur die Frage wie er dann wieder Geld ausgeben will wenn es ihm keiner mehr "leiht" bzw. schenkt denn daruf würde das ja hinaus laufen.

    Die Richtung die Europa aktuell einschlägt ist alles andere als lustig und hat mit Stabilität und Sicherheit nichts mehr zu tun. So viel Polemik wie da aktuell mal wieder unterwegs ist wird uns auch noch ins Chaos stürzen wenn man sich nicht eine Hintertür offen hält.

    Wenn Merkel auch noch einknickt dann adios Wohlstand in Deutschland. Ursprünglich war ein Ziel der EG alle in Eropa wirtschaftlich auf ein höheres Level zu heben das es überall mal Richtung "Deutschland" geht aber worauf es momentan hinaus läuft bedeutet eher das Gegenteil.

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