Wahlkampf-Start in den USA Youtube wirkt wie digitales Botox

Wer auf Youtube ist, der gibt sich hipp, der ist jung, der ist agil. Die Videoplattform wirkt für Politiker wie digitales Botox. Gerne greifen die Kandidaten im US-Wahlkampf auf diese Form des Facelifting zurück.
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Facebook-Video: Hier verkündet Hillary Clinton ihre Kandidatur

San FranciscoHillary Clinton hat ihre Kandidatur offiziell gemacht und über ihre jüngsten Pläne gesprochen. Aber nicht live vor Reportern, Wählern oder Parteimitgliedern. Sie präsentiert sich auf der Videoplattform Youtube. Ohne großen Pomp.

Dort beantwortet sie keine Fragen, sondern kommt gut geschminkt daher, professionell ins rechte Licht gerückt und fehlerlos dynamisch von Anfang bis Ende. Mit anderen Worten, sie lässt ein teuer erstelltes Werbevideo für sich sprechen. Youtube – die digitale Form des Facelifting.

Warum wird sie für das Amt des US-Präsidenten der USA kandidieren? Weil Amerika jeden Tag einen Champion braucht und das will sie sein. Ihre Wahlkampfmanager haben gelernt aus den Fehlern von 2008. Jetzt ist sie Hillary, die Mutter der Kompanie. Milde lächelnd, immer auf Seiten der Strebsamen, der Mittelschicht, der Frauen, Gründer, Rentner. Alle sind bereit, etwas Neues anzufangen und so auch Hillary Clinton.

Aber für die Strebsamen sind die Zeiten schlecht, weil die „Karten immer noch zugunsten der da oben“ gemischt sind. Also die Klasse der Clintons oder Bushs oder Koch-Brüder. Das will sie wohl ändern. Aber wie, sagt sie noch nicht – auch nicht in ihrem Youtube-Beitrag.

Der republikanische Gegenkandidat Rand Paul lässt sich da nicht lange bitten. In einer bitter-düsteren Anzeige wie aus einem apokalyptischen Science-Fiction-Movie schlägt er augenblicklich auf Youtube zurück. Die „Maschine Washington“ zerstört den amerikanischen Traum und niemand ist mehr Teil dieser Maschine als Hillary Clinton, lautet die Botschaft. Verstrickt in Machenschaften und Teil der Elite des politischen Washingtons sei genau die Falsche, um diesen Sumpf trockenzulegen.

Da darf auch Jeb Bush nicht fehlen. Ganz der Familienmensch im plüschigen Wohnzimmer bedauert der frühere Gouverneur von Florida den Niedergang Amerikas unter der Führung der Obama-Clinton-Regierung. Noch hat das Mitglied des Bush-Clans sich noch nicht offiziell geäußert, aber seine Kandidatur gilt als praktisch sicher. Ebenfalls am Sonntag rechnet er via Youtube mit der Zeit Hillary Clintons als Außenministerin ab. Eine Zeit, in der die NSA Verbündete ausspioniert, in der die Welt nicht sicherer, sondern unsicherer geworden ist. Wer das zu verschulden hat, da gibt es keinen Zweifel.

Die Schlacht auf Youtube, Twitter oder Facebook wird sicher noch an Intensität gewinnen. Erst vergangene Woche hat Hillary Clinton eine Google-Managerin als Chefin für ihre Technologieabteilung und Webseite an Bord geholt. Denn von Obama lernen, heißt siegen lernen. 2008 hat er mit seinen Social Media-Aktivitäten Clinton und alle anderen Konkurrenten in Grund und Boden gestampft. Diese Lektion hat zumindest offenbar gesessen. Mit Meerkat ist jetzt auch noch ein Dienst für verwackelte Online Streaming-Videos ins Rampenlicht gerückt.

Dass den, anders als traditionelle Live-Übertragungen im Internet, nur Apple-Kunden nutzen können spielt offenbar keine Rolle. Aber es ist ja auch nicht so wichtig alle potenziellen Wähler und Parteifreunde zu erreichen. Hauptsache dabei, beim digitalen Jugendwahn.

Carly Fiorina steigt ins Präsidentschafts-Rennen ein
Hillary Clinton, Barack Obama
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Hillary Clinton – inzwischen 67 Jahre alt – hat über ihre Pläne seit Monaten geschwiegen, im Stillen aber längst einen beachtlichen Wahlkampfapparat auf die Beine gestellt. 2008 schien das Weiße Haus schon in Reichweite – dann kam ihr der junge und weitgehend unbekannte Barack Obama dazwischen (Foto). Die Demokratin war bereits First Lady, Senatorin und Außenministerin. Sie hat reichlich Erfahrung und schon jetzt ein Heer an Unterstützern. „Sie würde eine ausgezeichnete Präsidentin sein“, sagte auch Obama jetzt.

Carly Fiorina
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Carly Fiorina ist eine der möglichen Gegenspieler von Hillary Clinton. Die ehemalige Hewlett-Packard-Chefin strebt eine Kandidatur um das US-Präsidentenamt an. Allerdings müsste Fiorina sich zunächst gegen ihre Konkurrenten unter den Republikanern durchsetzen, für die sie ins Rennen gehen will.

Ben Carson
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Ebenfalls für die Republikaner will der berühmte frühere Neurochirurg Ben Carson der nächste Präsident der USA werden. Er werde ins Vorwahlrennen der Republikaner einsteigen, kündigte Carson in einem Interview des TV-Senders WKRC an. Der wortgewandte Politneuling ist bislang der einzige afroamerikanische Kandidat bei den Konservativen.

Elizabeth Warren
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Elizabeth Warren (65) könnte für Clinton zur Gefahr aus dem Hinterhalt werden. Vor allem die Linken bei den Demokraten würden 2016 viel lieber die Senatorin aus Massachusetts als Kandidatin sehen. Die ehemalige Harvard-Rechtsprofessorin hat sich als Streiterin für die Mittelschicht einen Namen gemacht und scheut auch nicht die Konfrontation mit Präsident Obama über Wirtschaftspolitik.

Joe Biden
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Joe Biden (72) steht als braver Vizepräsident und Hintermann von Obama eher abgeschlagen im Schatten. Zwar hat er Jahrzehnte Erfahrung als Langzeitsenator. Aber auch eine Schwäche: Ein loses Mundwerk und den Hang zu Gesten, die missverstanden werden können. Er kam etwa der Ehefrau von Verteidigungsminister Ashton Carter bei einem öffentlichen Auftritt allzu nahe - in den USA geht so etwas gar nicht.

Bernie Sanders
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Bernie Sanders (73) hat bereits offen erklärt, den Kampf mit der Maschinerie Clintons aufnehmen zu wollen. Der schroffe, weißhaarige Senator aus Vermont trägt den Titel „Sozialist“ mit Stolz. Ob sein Angriff von links Clinton etwas anhaben kann, ist aber fraglich.

Martin O'Malley
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Martin O'Malley (52) gilt als ausgesprochener Liberaler. Er ist für die Abschaffung der Todesstrafe, die Legalisierung der Homo-Ehe, die Erhöhung des Mindestlohns und strengere Waffengesetze. Sein Drängen ins nationale Rampenlicht sehen viele Demokraten aber kritisch.

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2 Kommentare zu "Wahlkampf-Start in den USA: Youtube wirkt wie digitales Botox"

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  • Before Surgery

    http://www.thenation.com/sites/default/files/hillary_clinton_2014_ap_img_2.jpg

    https://thenypost.files.wordpress.com/2014/01/hillary-clinton.jpg

    After Surgery

    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a3/Secretary_Clinton_8x10_2400_1.jpg

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    Getragen von den System-Medien (wie bei Obama schon), Warren Buffets und Gates Spenden-Milliarden (vorher kassiert vom neugedruckten QE-Geld der FED) und von der Clinton-Foundation. So funktioniert die Oberklasse der Welt-Geld-Elite. SCHLIMM !!

    Mit Demokratie hat der Wahlkampf nichts zu tun !!

  • Bei der guten, alten Hilly reicht aber "digitales Botox" schon lange nicht mehr. Auch echtes Botox greift da nicht mehr.
    Wenn man sich die maskenhaften, versteinerten Gesichtszüge von Hilly auf den Fotos ansieht, da muss beim letzten Facelifting aber ordentlich was schief gegangen sein. Bzw. der Operateur hat es zu gut gemein, so nach dem Motto, "viel hilft viel".

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