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Wahlkampffinanzierung Immunität für den Finanzchef der Trump Organization

Der ehemalige Buchhalter Trumps soll nicht bestraft werden, wenn er gegen den Anwalt Cohen aussagt. Dieser machte am Dienstag erste Geständnisse.
24.08.2018 Update: 25.08.2018 - 12:02 Uhr Kommentieren
Der ehemalige Anwalt Donald Trumps, ließ den US-Präsidenten nicht gut dastehen. Quelle: AP
Michael Cohen

Der ehemalige Anwalt Donald Trumps, ließ den US-Präsidenten nicht gut dastehen.

(Foto: AP)

New York In der Affäre um Schweigegeldzahlungen an angebliche Ex-Gespielinnen von Donald Trump steht ein weiterer Vertrauter des US-Präsidenten im Fokus der Ermittler. Der Finanzchef der Trump Organization, Allen Weisselberg, habe Straffreiheit dafür bekommen, sein Wissen über die Deals zu teilen, bestätigten zwei mit der Sache vertraute Gewährsleute der Nachrichtenagentur AP am Freitag. Zunächst hatten das „Wall Street Journal“ und NBC News über eine Immunität für den langjährigen Buchhalter der Familie Trump berichtet. Weisselbergs Einbindung in die Ermittlungen könnte den Präsidenten weiter in die Ecke treiben.

Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen hatte sich erst am Dienstag schuldig bekannt, 2016 im Auftrag des damaligen Präsidentschaftskandidaten an das Ex-Playmate Karen McDougal und den Pornostar Stormy Daniels sechsstellige Summen gezahlt zu haben. Mit dem Geld sollte demnach vor der Wahl deren Schweigen über Affären erkauft werden, die sie vor Jahren mit Trump gehabt haben wollen. Ziel der Deals war es laut Cohen, Schaden von seinem Mandanten abzuwenden und so den Wahlausgang zu beeinflussen. Die Schweigegelder wären ein Verstoß gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung.

Die Straffreiheit für Weisselberg beschränke sich auf eine Aussage vor einer Grand Jury, die er im Juli im Fall Cohen gemacht habe, sagte eine der beiden Gewährspersonen der AP. Vornehmlich sei es um die Vorwürfe rund um Schweigegeldzahlungen an Daniels und McDougal gegangen. Ob Weisselberg den Staatsanwälten weiter zur Verfügung stehe, war unklar. Weder der Finanzchef noch ein Rechtsberater der Trump Organization war am Freitag für eine Stellungnahme zu erreichen.

Der als äußerst zurückhaltend geltende Buchhalter wurde in einem Telefonat erwähnt, das Cohen mit Trump über die Zahlung an McDougal führte und mitschnitt. Cohens Anwalt veröffentlichte das Tonband im Juli. Darin erklärt Cohen, er habe schon mit Weisselberg über die für das Ex-Playmate bestimmte Summe und die Frage gesprochen, „wie man das ganze Ding aufziehen“ solle.

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    Letztlich erstattete die Trump Organization Cohen die Zahlung an Stormy Daniels in Höhe von 150.000 Dollar. Dafür wurden Gerichtsakten zufolge Scheinrechnungen ausgestellt, das an Trumps damaligen Anwalt gesandte Geld wurde als Rechtskosten aufgeführt.

    In den Gerichtsakten der Staatsanwälte tauchen zwei daran beteiligte Angestellte der Trump Organization nur als „Manager 1“ und „Manager“ auf. „Manager 1“ schrieb demnach einem Kollegen: „Bitte aus dem Trust bezahlen“ und „als Rechtskosten buchen“.

    „Trust“ bezieht sich auf eine Treuhandgesellschaft, die Trump nach seinem Wahlsieg für die Verwaltung seiner Vermögenswerte einrichtete. Diese übergab er seinen zwei erwachsenen Söhnen und Weisselberg. Die Identitäten von „Manager 1“ und „Manager 2“ sind weiter unklar. Zwar haben Trump Söhne und Weisselberg die Kontrolle, doch könnten auch andere Personen Geschäfte abgewickelt haben.

    Doch ist kaum ein Mitarbeiter dem Trump-Familienimperium seit so langer Zeit verbunden wie Weisselberg. Dass der Finanzfachmann daher Fragen von Ermittlern beantwortet, könnte sich zu einer neuen Gefahr für den Präsidenten auswachsen.

    Schon für dessen Vater Fred Trump hatte Weisselberg Anfang der 70er Jahre Buch geführt. Diese Aufgabe versah der heute 71-Jährige auch, als der Sohn zu Beginn der 80er Jahre mit dem Trump Tower in der Immobilienwelt für Furore sorgte und in den 90er Jahren am Rand der Pleite stand.

    „Weisselberg weiß alles über Trump-Körperschaften, die Geld einnahmen und es wieder ausgaben“, sagte der Trump-Biograf Michael D'Antonio. „Dies könnte alles ins Spiel kommen, wenn Trumps Bücher geprüft oder wegen Finanzverbrechen gegen ihn ermittelt werden sollte.“

    Erst am Donnerstag hatten mehrere Medien berichtet, dass auch Trumps langjähriger Freund David Pecker, der Chef von American Media, Immunität für Aussagen zur Schweigegeld-Affäre bekam. Nach Informationen der AP soll das zu American Media gehörende Boulevardblatt „National Enquirer“ Dokumente über die Deals sowie negative Geschichten über Trump in einem Safe verwahrt haben, ohne diese je zu veröffentlichen.

    • ap
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