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Warenverkehr Großbritannien und Japan einigen sich auf Handelsdeal – zu 99 Prozent zollfrei

Ab Beginn nächsten Jahres gilt das Handelsabkommen zwischen Großbritannien und Japan. Es ist das erste Abkommen seit dem Brexit.
11.09.2020 - 09:56 Uhr Kommentieren
Das Handelsabkommen soll ab Januar 2021 gelten. Quelle: Via REUTERS
Die britische Handelsministerin Liz Truss

Das Handelsabkommen soll ab Januar 2021 gelten.

(Foto: Via REUTERS)

Tokio, London, Düsseldorf Großbritannien und Japan haben sich auf ein Handelsabkommen geeinigt. Dieses solle ab 1. Januar 2021 gelten, kündigte Handelsministerin Liz Truss am Freitag in London an. Das erste Abkommen seit dem Austritt aus der Europäischen Union Ende Januar sichere, dass 99 Prozent der britischen Exporte nach Japan zollfrei seien.

Der bilaterale Handel könne mit der Vereinbarung um etwa 15,2 Milliarden Pfund (etwa 16,5 Milliarden Euro) jährlich wachsen, sagte Truss. Die Ministerin betonte, dass die Digital- und Datenvereinbarungen „weit“ über das EU-Handelsabkommen mit Japan hinausgingen und britischen Fintech-Firmen den Zugang zum asiatischen Land erleichterten.

Für die britische Regierung war es wichtig zu zeigen, dass sie im Alleingang bessere Bedingungen aushandeln kann als in der EU. Doch basiert das Abkommen im wesentlichen auf dem EU-Abkommen, welches es ablösen soll. Bisher gibt es nur eine Grundsatzeinigung zwischen London und Tokio, die Details werden erst in den kommenden Wochen bekannt.

Japans Außenminister Toshimitsu Motegi betonte die Bedeutung des Abkommens. „Es wird uns in die Lage versetzen, die Vorteile, die Japan durch das wirtschaftliche Partnerschaftsabkommen mit in der EU erzielt hat, weiterzuführen und die Kontinuität der Geschäfte für japanische Unternehmen zu gewährleisten.“

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    Wie wichtig der drittgrößten Wirtschaft der Welt das Abkommen mit dem Vereinigten Königreich war, hatte Motegi schon durch seine Reise zur letzten Verhandlungsrunde im August klargemacht. Sein Flug nach London war seine erste Auslandsreise seit Beginn der Pandemie.

    Und nach seiner Ankunft stellte er klar: Um die reibungslosen Geschäftsbeziehungen zwischen Japan und dem Vereinigten Königreich fortzusetzen, „ist die rasche Schaffung eines neuen Handels- und Investitionsrahmens anstelle des WPA zwischen der EU und Japan unerlässlich.“ Dabei spielt nicht nur das Handelsvolumen eine Rolle.

    Japan handelte bessere Konditionen aus

    Der Gesamthandelswert zwischen den Ländern belief sich im Jahr 2018 nach Angaben der britischen Regierung auf knapp über 29 Milliarden Pfund (38 Milliarden Dollar). Großbritannien ist eine wichtige Basis in der Europa-Strategie vieler Unternehmen. Japans Autobauer setzen auf Großbritannien als Produktionsstandort.

    Laut der Presseerklärung des japanischen Außenministeriums operieren circa 1000 japanische Unternehmen in Großbritannien. Der Technikkonzern Hitachi hatte das globale Hauptquartier seiner Eisenbahnsparte nach London verlegt.

    Und für Banken sowie auch den Technikinvestor Softbank ist die Stadt ohnehin ein entscheidender Knotenpunkt in ihren globalen Operationen. Gerade nach dem Austritt aus der EU - und damit auch aus dem Freihandelsabkommen der Staatengemeinschaft mit Japan - brauchen japanische Unternehmen neue Regeln.

    Sonst würden sie durch den Brexit doppelt bestraft: Durch womöglich höhere Kosten für Exporte von den Inseln auf den Kontinent und dann noch den bilateralen Warenhandel. Daher drängte Japan darauf, bis zum Ende der Übergangsregeln des Brexit sämtliche Verhandlungen abzuschließen.

    Japan und Großbritannien einigten sich auch auf einige Regeln aus dem EU-Abkommen, wie etwa eine Verordnung für den Freien Datenverkehr. Die Regierung nutzte die Not der Briten jedoch auch, um sich im Vergleich zum EU-Abkommen noch einige Verbesserungen auszuhandeln.

    Laut japanischer Medienberichte werden die Briten Einfuhrzölle auf Eisenbahnwagen und Autoteile früher als die EU aufheben. Außerdem soll es auch keine neuen zollfreien Kontingente für landwirtschaftliche Produkte geben, berichtete Japans Wirtschaftszeitung Nikkei.

    Britische Wirtschaftsverbände begrüßten die Einigung, betonten aber, dass ein Freihandelsabkommen mit der EU viel wichtiger wäre. Der Handel mit Japan macht gerade einmal zwei Prozent des britischen Außenhandels aus, das Abkommen wird daher überschaubare Auswirkungen auf das britische Wirtschaftswachstum haben.

    „Während dieses Abkommen zweifellos ein Grund zum Feiern ist, bleibt das Freihandelsabkommen mit der EU entscheidend für die Zukunft britischer Unternehmen“, sagte Adam Marshall, Geschäftsführer des britischen Handelskammerverbands.

    Die Freihandelsgespräche mit der EU sind festgefahren. Diese Woche ging die achte Verhandlungsrunde ergebnislos zu Ende. Beide Seiten haben sich eine Frist bis zum 15. Oktober gesetzt, um eine Einigung zu erzielen.

    Mehr: EU droht Briten wegen Vertragsbruch mit Klage

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