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Warnschüsse auf Kriegsschiff Krim-Vorfall mit Russland: Geheime britische Dokumente an Bushaltestelle gefunden

Ein Passant übergab die Unterlagen der BBC. Dem Sender zufolge geht es darin um das mögliche Eindringen des Kriegsschiffs „HMS Defender“ in russische Gewässer.
27.06.2021 Update: 27.06.2021 - 15:13 Uhr Kommentieren
Der britische Zerstörer war auf einer Patrouillenfahrt durchs Schwarze Meer rund zwölf Seemeilen vor dem Hafen Sewastopol an der Krim-Halbinsel vorbeigefahren. Quelle: AFP
HMS Defender

Der britische Zerstörer war auf einer Patrouillenfahrt durchs Schwarze Meer rund zwölf Seemeilen vor dem Hafen Sewastopol an der Krim-Halbinsel vorbeigefahren.

(Foto: AFP)

London Geheime Unterlagen aus dem britischen Verteidigungsministerium hat ein Mitarbeiter an einer Bushaltestelle vergessen. Ein Passant entdeckte die völlig durchweichten Dokumente in der südostenglischen Grafschaft Kent und übergab sie der BBC, wie der Sender am Sonntag berichtete.

Es handle sich um knapp 50 Seiten, darunter E-Mails und Präsentationen. Diskutiert werde darin etwa die mögliche Reaktion Moskaus auf den Kurs des Zerstörers „HMS Defender“ durch umstrittene Gewässer vor der von Russland einverleibten Halbinsel Krim.

Russland reagiert auf den Vorfall mit Spott und Häme: „007-Agenten sind nicht mehr das, was sie mal waren“, schrieb die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, im Nachrichtenkanal Telegram. „Wozu braucht es „russische Hacker“, wenn es britische Bushaltestellen gibt?“

Das Ministerium teilte mit, der Mitarbeiter habe den Verlust der Unterlagen am Dienstag sofort gemeldet, eine Untersuchung sei eingeleitet worden. Die britische Regierung hatte betont, die „Defender“ habe – wie von internationalem Recht gedeckt – den schnellsten Weg zwischen zwei Punkten gewählt.

Aus Sicht Moskaus ist das Kriegsschiff illegal in russische Hoheitsgewässer eingedrungen. Die Küstenwache habe Warnschüsse und Bomben eingesetzt, um die „Defender“ abzudrängen. London hingegen spricht von einer russischen Militärübung und betont, der Zerstörer habe die Freiheit der Schifffahrt durchgesetzt.

Aus dem Verteidigungsministerium hieß es nun: „Wie die Öffentlichkeit erwarten würde, trifft das Verteidigungsministerium alle Planungen mit Umsicht.“ Deshalb würden „alle potenziellen Faktoren“ einbezogen, wenn „operative Entscheidungen“ getroffen werden.

Mehr: Nach Rücktritt des Gesundheitsministers: Druck auf Johnson bleibt hoch

  • dpa
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