Wege aus dem Schuldendilemma Joschka Fischers Griechenland-Szenario

„Mangelnde Entschlossenheit“, „Zögerlichkeit“, „nationale Egoismen“: Joschka Fischer geht mit den Griechen-Rettern hart ins Gericht. Und er skizziert seinen Plan zur Rettung des Mittelmeerstaats und des Euros.
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Joschka Fischer. Quelle: dpa

Joschka Fischer.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Griechenland-Krise hat ihn alarmiert. Joschka Fischer, den Vorzeige-Außenpolitiker aus rot-grünen Regierungszeiten. Wie sein damaliger Kabinettskollege, der einstige Finanzminister Peer Steinbrück (SPD), nimmt auch der Grünen-Politiker kein Blatt vor den Mund. In einem Gastbeitrag in der „Süddeutschen Zeitung“ beweist er einmal mehr, dass er etwas hat, was den heute politisch Aktiven – insbesondere den deutschen Regierungspolitikern – völlig zu fehlen scheint – die Fähigkeit glasklare Gedanken zu fassen, die schließlich in noch klarere Pläne münden. Griechenland braucht genau das, einen Rettungsplan, der nicht nur das Land vor der Pleite bewahrt, sondern auch den Euro vor seinem Ende.

Joschka Fischer hat das längst verstanden. Aber, fragt der Ex-Außenminister zu Recht: „Warum regiert statt energischem Krisenmanagement und einer visionären Neuausrichtung der EU als Antwort auf deren Existenz bedrohende Krise fast ausschließlich das Prinzip des "Zuwenig und zu spät"?“ Fischer sieht die Politik in einer verheerenden Lage und spricht von mangelnder Entschlossenheit, Zögerlichkeit und nationalen Egoismen. All das ist für ihn Beleg für ein dramatisches Führungsdefizit der EU und seiner wichtigsten Mitgliedstaaten in dieser Krise.

Dabei geht es nach Fischers Überzeugung schon gar nicht mehr nur um Griechenland: „Es droht ein von der ungeordneten Insolvenz Griechenlands ausgehender Schneeballeffekt, der weitere Länder der südlichen Peripherie der EU, darunter auch sehr große, und damit systemrelevante europäische Banken und Versicherungen mit in den Abgrund reißen wird“, skizziert er ein mögliches Worst-Case-Szenario. Es droht damit aus seiner Sicht auch eine erneute Krise des Weltfinanzsystems mit einem erneuten weltwirtschaftlichen Schock wie im Herbst 2008.

„Und“, so Fischer weiter, „es droht ein Scheitern der Eurozone, das den gemeinsamen Markt nicht unbeschädigt lassen wird und deshalb auch zum ersten Mal in seiner Geschichte ein Scheitern des europäischen Projektes als solchem.“ Fischer sieht die EU am Scheideweg, wenn er sagt: „Es geht um fast alles.“

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111 Kommentare zu "Wege aus dem Schuldendilemma: Joschka Fischers Griechenland-Szenario"

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  • Ja ja Herr Fischer.

    Too Big to fail.

    Allein die 20 000 Milliarden die die "privaten Vermögen" trotz Krise zugenommen haben

    MÜSSEN auch aus solchen Ländern wie Griechenland kommen - wie auch immer.

    Man erinnere sich an Siemens -das Renomee Deutschlands, die Milliardenschäden verursacht(en) / haben sollen.

    Auch das ist auf den Dividendenkonten irgendwo gelandet.


    NUN ist die Unermessliche Menge Geld
    KRANK !

    Hat aber nie Krankenversicherungsbeiträge gezahlt.

    Und die Merkels und "Krankenkassenminister" der Republik
    zahlen zwar ohne Ende aus, werden aber auch nichts dran ändern.

    Vielmehr wird es auch hier so bleiben wie es ist:

    40 Millionen werden Tag ein Tag aus zur Arbeit gehen
    und am Ende des Jahres webiger verdient haben als das

    Geld, das sie "arbeiten lassen".

    Und wenn es dann - und dann wird es zwangsläufig -
    wieder krank wird ?

    2009 waren es "Generationen die darunter leiden müssen" SOLLEN.

    Ist es noch ausdrückbar, wenn jetzt der ESM Fond über unendliche Millionen ausserhalb jeglicher parlamentarischer Kontrolle abhanden kommen?

    Pro Milliarde die Griechen oder Spanier oder Iren um Zich % ärmer werden

    und mit jedem ärmeren Griechen oder Iren auch jeder Deutsche und seine Nachfahren gleich mit ärmer werden.

    Ja ja Herr Fischer:

    Diesem Liberalismus hast auch DU den Weg mitbereitet.










  • Die Fananzkrise hatte ihre Ursache in der Verbriefung werloser Immobilienkredite, Die Lehman-Pleite bildete den Auftakt, eher zufällig, es hätte auch die CityGroup sein können! Die benante Krise ist immer noch in den USA voll wriksam, was den Immobilienmarkt und den sozialen Zerfall udn die bleibende Stagation auf dem Arbeitsmarkt und im Baugewerbe anlagt udn hinterläßt bei Kommunen, in Bundesstaaten und Bundeshaushalt seitdem Milliardenlöcher hinsichtlich Einnahmenausfälle und für soziale Notfallhilfen! Die Lehman-Pleite beweist zudem, daß Pleiten von Großbanken problemlos verkraftbar sind!

  • Grade Fischer hat den Beitritt Griechenlands mitzuverantworten! Dieses größenwahnsinnige Gehabe der Politik könnte einen wirklich zur Verzweiflung bringen. Wenn bei uns Investitionen anstehen, übertreffen sie sich an Knausrigkeit, wenn es um andere Länder geht, schmeißt man mit den Milliarden nur so um sich! Wer glaubt, dass unsere Altersversorgung wegen der Pleite Griechenlands in Gefahr ist, hat nicht begriffen, dass sich die privaten Investoren schon längst von griechischen Anleihen getrennt haben und das aus gutem Grund! Lediglich EZB, Coba und die Landesbanken hängen tief drin, eben weil die Politik hier ihr Wunschkonzert spielt, statt marktwirtschaftliche Regeln zu beachten.

  • Mit Turnschue in die Politik eingetreten....mit feinen Zwirn ausgetreten....den neunmalklugen spielen....Stattsmaenisch auftreten.... absolut nichts sagend...

  • Ja..der Joschka...
    Jahrelang selber in der aktiven Politik ..hat er es geschaft soviel für sich selber einzunehmen...das er jetzt in der Lage ist zu glauben..eine 30 Jahre jüngere Frau in, wegen seines fettes Bauch zu lieben...
    Einfach erbärmlich.

  • Vorab ist anzumerken, daß die Grün-Rote Koalition, der Herr Fischer angehörte, die Aufnahme Griechenlands in den EURO-Club vehement - gegen den Einwand von Experten der Bundesbank - befürwortete und Herr Fischer somit das Griechenland-Desaster letztendlich mit zu verantworten hat.
    Für Ratschläge zur Lösung der Krise sollte er deshalb
    disqualifiziert sein.

    Zur Sache :
    Die EU ist nicht demokratisch legitimiert. Das ist ihr
    Kernproblem.
    Wurde die EU-Verfassung in allen 27 EU-Staaten dem Volk zur Abstimmung vorgelegt ?
    Die Antwort ist : NEIN , und warum nicht ? weil von den verantwortlichen Politikern eine europaweite Abstimmungsniederlage befürchtet wurde.
    Die EU entwickelt sich jetzt hin zu einem einer "Diktatur" ähnlichen Gebilde.
    Gewünscht wird von der Bevölkerung ein demokratisches Europa der Regionen, nicht ein europäischer Zentralstaat und damit allenfalls
    nur eine europäische Wirtschaftsgemeinschaft. (EWG)
    Da in einer reinen Wirtschaftsgemeinschaft auch keine gemeinsame Wirtschafts- und Finanzpolitik möglich ist, verbietet sich auch die Einrichtung einer gemeinsamen Währung; denn der EURO ist deshalb wegen des Fehlens einer gemeinsamen Wirtschafts- und Finanzpolitik (+ Länderfinanzausgleich) eine Fehlkonstruktion mit den bekannten Problemen. Die Begründung seiner Einführung war tatsächlich nur politischer Natur.
    Da der Zentralstaat EU incl. gemeinsamer Verwaltung von der Bevölkerung abgelehnt und die EU sowie der EURO deshalb nicht überlebensfähig sind,
    sollte die EU zur EWG zurückgebaut und die Nationalwährungen, evtl. im Rahmen des früheren europäischen Währungssystems (EWS), wieder eingeführt werden.
    Der demokratische Zentralstaat namens EU ist und bleibt für alle Zeiten, wegen der verschiedenartigen Kulturen der Völker, eine Illusion und der Zentralstaat EU jetziger Prägung wird von den Völkern nicht gewollt.

  • na wir natürlich.
    Wetten, dass demnächt eine Mehrwertst.-Erhöhung kommt? Ich verwette einen Kasten Bier

  • Die Ursache, voran, ist dass die Banken keine Banken sind sondern Spielhölle sind für Multimilliardärsysteme
    Im Wertpapierbereich (Aktien) geht es nicht mehr um den Wert des Unternehmens sondern um Spekulantenwerte.
    Die Ratingagenturen braucht man in diesem Speilhöllensystem?
    DieLösung: Rergierungen in der Welt müssen dem Wert5losen Spekulantentum engegentreten und abschaffen

  • Dann kommt ein zweiter schwarzer Freitag wie 1929
    Wir gehen ohnehin mit Riesenschritten auf diese Zeit zu.
    Unsere Politiker wissen das auch, streiten es aber immer noch ab und gaukeln uns vor, alles sei in Ordnung

  • Also ich bin dafür dass wir den Griechen helfen, ich hab selten soviel Unsinn gelesen wie hier wenn die ganzen "Experten" aus dem Boden kommen und ihr schlaues Gerede auspacken!

    Das Problem ist halt dass die wenigsten echtes Fachwissen aufweisen können und die meisten ihre Infos aus der Bild-Zeitung haben und nachplappern, das hilft aber niemandem.

    Habt ihr eigentlich schon mal dran gedacht, dass euer Vermögen und eure private Altersvorsorge in Griechenland investiert ist???

    Jeder der der Meinung ist dass man Griechenland nicht weiter unterstützen soll, muss damit rechnen, dass Griechenland aus der EU austritt, einen Schuldenschnitt macht und dann ist euer Vermögen und eure Altersvorsorge futsch. Wieso haben die Banken und Versicherungen denn die letzten Jahre in Griechenland investiert? Weil die Zinsen spitze waren...

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