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Wegen Klage in NY Einflussreicher US-Waffenlobbyverband NRA meldet Insolvenz an

Die NRA hat Gläubigerschutz beantragt. Damit will sie die Auflösung, die durch eine Klage droht, verhindern. Der juristische Sitz soll nach Texas verlegt werden.
16.01.2021 Update: 16.01.2021 - 01:56 Uhr Kommentieren
Der Bundesstaat New York will die NRA auflösen lassen. Quelle: AP
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Der Bundesstaat New York will die NRA auflösen lassen.

(Foto: AP)

New York Die einflussreiche US-Waffenlobbyorganisation National Rifle Association (NRA) geht in den Konkurs. Damit will die NRA nach eigenen Angaben einem drohenden Auflösungsverfahren durch die Staatsanwaltschaft an ihrem Sitz in New York entgehen und sich für einen Neuanfang im Bundesstaat Texas rüsten.

Die Non-Profit-Organisation beantragte am Freitag vor einem Gericht in Dallas in Texas Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts, was der Organisation Luft für einen Umbau gibt. Ziel sei eine Umstrukturierung in eine texanische Organisation, wie es in einer Pressemitteilung hieß. Die NRA betonte, die finanzielle Lage der Organisation sei stark. Auch werde es keine unmittelbaren Auswirkungen auf den Betrieb oder die Personalstärke geben. In New York gebe es ein „korruptes politisches und regulatorisches Umfeld“, schrieb sie.

Der Bundesstaat New York hatte im August eine Klage gegen die NRA eingereicht mit dem Ziel, die Gruppe aufzulösen. Generalstaatsanwältin Letitia James warf der Führung vor, Millionensummen abgezweigt zu haben. „Der Einfluss der NRA war so stark, dass die Organisation jahrzehntelang nicht kontrolliert wurde, während die Führungsriege Millionen in ihre eigene Tasche steckte“, erklärte sie damals. Die NRA habe als „Brutstätte für Gier, Missbrauch und schamlosen Gesetzesbruch“ gedient.

In der Klage, die James in Manhattan eingereicht hat, wird behauptet, dass die NRA-Führungskräfte Familienreisen auf die Bahamas, Privatjets und teure Essen bezahlt haben. Durch Verstöße der NRA gegen die eigene Satzung sowie die Gesetze des Bundes und des Bundesstaates seien innerhalb von drei Jahren mehr als 64 Millionen Dollar abgeflossen. Dies habe dazu geführt, dass die NRA 2018 rote Zahlen geschrieben habe.

Die NRA nannte die Vorwürfe gegenstandslos und sprach von einem Angriff auf die verfassungsmäßigen Rechte von Waffenbesitzern. Sie steht traditionell den Republikanern von Präsident Donald Trump nahe, während James Demokratin ist.

James erklärte nach der Ankündigung der NRA, sie werde die Dokumente prüfen, es der Organisation aber nicht erlauben, „diese oder irgendeine andere Taktik“ zu nutzen, um sich der Rechenschaftspflicht und Aufsicht ihrer Behörde zu entziehen.

Die NRA setzt sich als Lobbygruppe für die in der US-Verfassung verankerten Rechte von Waffenbesitzern ein und veranstaltet unter anderem Kurse zum Umgang mit Schusswaffen. Kritiker werfen ihr vor, durch ihre Arbeit für die zahlreichen Schusswaffenopfer in den USA mitverantwortlich zu sein.

Mehr: Jeder Amokläufer stärkt die Macht der US-Waffenlobby – und die Politik hilft mit

  • rtr
  • dpa
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