Wegen Kurden-Hilfen Erdogan droht USA mit Konsequenzen

Der US-Haushaltsplan sorgt beim türkischen Präsidenten für Unmut – wegen möglicher Kurden-Hilfen. Erdogan droht mit Konsequenzen.
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Die türkische Regierung hat im vergangenen Monat eine Offensive im Norden Syriens gestartet. Quelle: AP
Recep Tayyip Erdogan

Die türkische Regierung hat im vergangenen Monat eine Offensive im Norden Syriens gestartet.

(Foto: AP)

AnkaraDer türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat wegen geplanter US-Hilfen für kurdische Milizen in Syrien Konsequenzen angekündigt. „Die Entscheidung unseres Verbündeten für finanzielle Hilfen für die YPG wird sicherlich die Entscheidungen beeinflussen, die wir treffen werden“, sagte Erdogan am Dienstag vor Anhängern seiner AK-Partei mit Blick auf den Nato-Partner USA. Vor einem Treffen mit US-Außenminister Rex Tillerson, der die Türkei am Donnerstag und Freitag besuchen will, erklärte er: „Es wird besser für sie sein, nicht zu den Terroristen zu stehen, die sie heutzutage unterstützen.“

Erdogan reagierte mit seinen Äußerungen auf Haushaltspläne des US-Verteidigungsministeriums, das 300 Millionen US-Dollar für Training und Ausrüstung in Syrien sowie 250 Millionen Dollar für Grenzsicherungen vorsieht. Türkische Medien berichteten daraufhin, die insgesamt 550 Millionen Dollar seien 2019 für die Kurden-Miliz YPG bestimmt. Die YPG zählt im Kampf gegen die Extremisten-Organisation Islamischer Staat in Syrien zu den wichtigsten Verbündeten der USA.

Die türkische Regierung hat vergangenen Monat eine Offensive im Norden Syriens gestartet, um die YPG-Milizen aus dem Grenzgebiet zu vertreiben. Aus Sicht der Regierung in Ankara ist die YPG der verlängerte Arm der auch in Deutschland verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Die Türkei hat gedroht, auch die Stadt Manbidsch anzugreifen. Die dort stationierten US-Soldaten warnte er, sich den türkischen Streitkräften in den Weg zu stellen.

Die US-Regierung erklärte daraufhin, sie habe keine Pläne, Soldaten aus Manbidsch abzuziehen. Vergangene Woche besuchten zwei US-Offiziere demonstrativ die amerikanischen Kräfte in der Stadt. Im türkischen Parlament erklärte Erdogan offenbar als Reaktion auf die Visite der US-Offiziere: „Es ist sehr klar, dass jene, die erklären, 'wir werden sehr aggressiv reagieren, wenn ihr uns angreift', noch nie von einem osmanischen Schlag getroffen wurden.“ Das 1922 zusammengebrochene Osmanische Reich war der Vorläufer der türkischen Republik.

  • rtr
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