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Weißrussland Feuerwerk und Tränengas zum Unabhängigkeitstag

Trotz Einschüchterungen durch den KGB haben einige hundert Menschen gegen die weißrussische Regierung demonstriert. Staatspräsident Alexander Lukaschenko vermutet dahinter eine Internet-Initiative ausländischer Mächte.
04.07.2011 - 00:27 Uhr Kommentieren
Festnahme während der

Festnahme während der "Revolution durch soziale Netzwerke" in Minsk.

(Foto: dapd)

Minsk Mit Tränengas ist die weißrussische Polizei am Unabhängigkeitstag des Landes gegen regierungskritische Demonstranten vorgegangen. Zahlreiche Oppositionelle wurden am Sonntag rund um die Feierlichkeiten in der Hauptstadt Minsk festgenommen.

Unter den Inhaftierten sei auch der frühere Präsident Stanislaw Schuschkewitsch, teilte die Menschenrechtsorganisation Wesna mit. Die Geheimpolizei KGB habe zahlreiche weitere Aktivisten einbestellt und davor gewarnt, an Protestkundgebungen teilzunehmen, erklärte Wesna-Sprecher Walentin Stefanowitsch.

In Minsk wurden demnach 200 Demonstranten festgenommen. Zudem ließ die Regierung am Sonntag auch den Zugang zu sozialen Online-Netzwerken sperren.

Zu Beginn einer Militärparade aus Anlass des Unabhängigkeitstags erklärte Staatspräsident Alexander Lukaschenko, dass „eine Eskalation einer Informationsintervention im Gang“ sei. Diese sei Teil von Plänen, die „in Hauptstädten einzelner Länder“ entwickelt worden seien, um einen Volksaufstand herbeizuführen.

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    „Wir wissen, dass mit diesen Attacken Unsicherheit und Panik gesät und die soziale Harmonie zerstört werden sollen. Letztlich sollen sie uns in die Knie zwingen und unsere hart erkämpfte Unabhängigkeit zunichtemachen“, erklärte er. Mit ihrem jüngsten Vorgehen gegen Oppositionelle will die weißrussische Regierung Beobachtern zufolge offenbar über das Internet organisierte Massenproteste unterbinden.

    Aktivisten haben bereits eine Reihe von Kundgebungen unter dem Motto „Revolution durch soziale Netzwerke“ abgehalten. Dabei verliehen die Demonstranten ihrem Unmut über die Regierung und die anhaltende Wirtschaftskrise in Weißrussland mit Schweigemärschen und rhythmischem Klatschen Ausdruck.

    700 bis 800 Menschen ließen sich auch von der massiven Polizeipräsenz in der Stadt nicht abschrecken und kamen zu einer Versammlung auf einem zentralen Platz von Minsk. „Die UdSSR ist zurück“, sagte Tatjana Segalskaja, eine 30-jährige Demonstrantin. „Es ist eine Diktatur in der Mitte Europas. Menschen werden grundlos festgenommen. Je schlimmer die wirtschaftlichen Sorgen werden, desto stärker wird die Unterdrückung.“

    In mindestens sechs anderen Städten des Landes sollen ähnliche Kundgebungen durchgeführt worden seien, teilte Wesna mit. In Weißrussland wurde am Sonntag dem Ende der deutschen Besatzung 1944 gedacht. An der jährlich stattfindenden Militärparade nahmen erstmals auch russische Soldaten teil.

    • dapd
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