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Weißrussland Kolesnikowa widersetzt sich der Ausweisung in die Ukraine

Von der weißrussische Oppositionspolitikern sollte in die Ukraine ausgewiesen werden. Nachdem das gescheitert ist, ist sie weiter in Gewahrsam.
08.09.2020 Update: 09.09.2020 - 02:31 Uhr Kommentieren
Die belarussische Oppositionspolitikerin soll versucht haben, in die Ukraine zu flüchten. Quelle: dpa
Maria Kolesnikowa

Die belarussische Oppositionspolitikerin soll versucht haben, in die Ukraine zu flüchten.

(Foto: dpa)

Minsk Die prominente weißrussische Oppositionsaktivistin Maria Kolesnikowa hat sich am Dienstag einer Ausweisung in die Ukraine widersetzt und ist weiter in Gewahrsam. Sie war am Vortag mit zwei weiteren Mitgliedern des oppositionellen Koordinierungsrats, Iwan Krawzow und Anton Rodnenkow, in Minsk festgenommen worden. Am Dienstag wurden sie zur Grenze gefahren und Beamte wiesen sie an, in die Ukraine zu gehen.

Kolesnikowa weigerte sich und blieb auf der belarussischen Seite. Krawzow und Rodnenkow gingen in die Ukraine. Dort blieb die 39-Jährige in Gewahrsam, wie ein Sprecher des weißrussischen Grenzschutzkomitees, Anton Bytschkowski, bestätigte. Zu weiteren Einzelheiten wollte er sich nicht äußern.

Rodnenkow berichtete später in Kiew, Kolesnikowa habe im Auto geschrien, sie werde nirgendwohin gehen. „Sie sah ihren Pass auf dem Vordersitz, zerriss ihn in kleine Fetzen, zerknüllte sie und warf sie aus dem Fenster“, sagte Rodnenkow. Dadurch konnte sie nicht mehr ausgewisen werden. Anschließend sei Kolesnikowa ausgestiegen zur weißrussischen Grenze zurückgegangen. „Maria ist in großartiger Verfassung, voll Geist und Energie, wie immer“, sagte Rodnenkow.

Am Abend versammelten sich Hunderte Demonstranten in Minsk und bekundeten ihre Solidarität mit Kolesnikowa. Die Polizei nahm Dutzende Personen fest.

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    Die weißrussischen Behörden haben bereits mehrere Oppositionelle aus dem Land zu drängen versucht. Erst am Samstag ging Olga Kowalkowa nach Polen. Eigenen Angaben zufolge drohten die Behörden ihr mit einer längeren Haftstrafe für den Fall, dass sie sich weigert, das Land zu verlassen. Nach der Präsidentschaftswahl vor einem Monat flüchtete zudem die Herausforderin des autoritär regierenden Amtsinhabers Alexander Lukaschenko, Swetlana Tichanowskaja, nach Litauen. Die Behörden hatten sie ebenfalls unter Druck gesetzt.

    Nach der von vielen Kritikern als weder frei noch fair bewerteten Wahl hatten Oppositionelle den Koordinierungsrat gegründet, um einen Machtwechsel auszuhandeln. Mehrere Ratsmitglieder sind seither verhaftet und andere zum Verhör geladen worden.

    Seit Montagvormittag gab es von Kolesnikowa kein Lebenszeichen. Der Koordinierungsrat der Demokratiebewegung, dem sie angehört, ging davon aus, dass Kolesnikowa im Zentrum der Hauptstadt Minsk von Unbekannten entführt worden war. Das Innenministerium hatte mitgeteilt, es habe Kolesnikowa nicht festgenommen. Der Rat forderte die sofortige Freilassung.

    Lukaschenko geht seit Tagen gegen den Koordinierungsrat vor und ließ mehrere Mitglieder festnehmen. Der Rat will einen friedlichen Machtübergang durch Dialog erreichen. Kolesnikowa ist eine der wichtigsten Oppositionellen, die sich gegen Lukaschenko stellen.

    Seit mehr als vier Wochen kommt es in Belarus zu Protesten gegen Lukaschenko. Hintergrund ist die Präsidentenwahl, bei der er sich mit 80,1 Prozent der Stimmen zum Sieger erklären ließ. Die Opposition hält dagegen Tichanowskaja für die wahre Siegerin. Die Abstimmung steht international als grob gefälscht in der Kritik.

    Mehr: Die Opposition in Belarus gründet eine neue Partei.

    • dpa
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