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Weißrussland Oppositionspolitikerin Kolesnikowa berichtet von Morddrohungen der Behörden

Sicherheitskräfte haben laut Kolesnikowa damit gedroht, sie zu töten, als sie versuchten, sie in die Ukraine abzuschieben. Ihr Anwalt kündigte eine Strafanzeige an.
10.09.2020 Update: 10.09.2020 - 11:43 Uhr Kommentieren
Kolesnikowa ist eine Schlüsselfigur der Proteste gegen Alexander Lukaschenko. Quelle: dpa
Maria Kolesnikowa

Kolesnikowa ist eine Schlüsselfigur der Proteste gegen Alexander Lukaschenko.

(Foto: dpa)

Minsk Die inhaftierte weißrussische Oppositionspolitikerin Maria Kolesnikowa berichtet von Todesdrohungen der Behörden bei dem Versuch, sie Anfang der Woche auszuweisen. Sicherheitskräfte hätten ihr einen Sack über den Kopf gestülpt und gedroht, sie zu töten, als diese versuchten, sie gewaltsam in die Ukraine abzuschieben, teilte die 38-Jährige in einer Erklärung mit, die ihr Anwalt am Donnerstag veröffentlichte.

Sie habe wirklich um ihr Leben gefürchtet. „Insbesondere wurde erklärt, dass ich, wenn ich die Republik Belarus (Weißrussland) nicht freiwillig verlassen würde, sowieso lebend oder in Stücken herausgebracht würde. Es gab auch Drohungen, mich für bis zu 25 Jahre ins Gefängnis zu stecken“, erklärte Kolesnikowa. Ihr Anwalt kündigte eine Strafanzeige gegen die Behörden einschließlich der KGB-Sicherheitspolizei an.

Kolesnikowa nennt nach Angaben ihres Stabs in Minsk die Namen der Beamten, die sie bedroht und ihr einen Sack über den Kopf gezogen hätten. Und sie betonte, dass sie die Männer bei einer Gegenüberstellung identifizieren könne.

Kolesnikowa war am Montag in Minsk entführt und unter Androhung von physischer Gewalt aufgefordert worden, das Land zu verlassen. Sie sollte in das Nachbarland Ukraine abgeschoben werden.

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    Kolesnikowa hatte aber ihren Pass vor dem Grenzübergang zerrissen und so ihre Abschiebung vereitelt. Sie habe Quetschungen von der gewaltsamen Aktion davongetragen, teilte ihre Anwältin Ljudmila Kasak am Mittwochabend nach einem Treffen mit ihr mit.

    Kolesnikowa, die viele Jahre in Stuttgart in der Kulturszene aktiv gewesen war, sitzt in Untersuchungshaft in Minsk wegen des Vorwurfs der versuchten Machtergreifung. Ihre Anwältin Kasak bezeichnete die Vorwürfe als „absurden“ Versuch, Andersdenkende mundtot zu machen. „Maria fühlt sich gut und wacker trotz des erlebten Stresses in den vergangenen zwei Tagen“, sagte Kasak.

    Bei Kundgebungen für eine Freilassung Kolesnikowas am Mittwoch in Minsk kam es zu zahlreichen Festnahmen. Die Sorge um die Politikerin ist groß. Weißrussland vollstreckt als einziges Land in Europa noch die Todesstrafe – durch Genickschuss.

    Mehr: Werksschließungen, Proteste, Bankkunden in Panik – Weißrusslands Wirtschaft kollabiert.

    • rtr
    • dpa
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